Welpenfutter benötigt dein Hund von der vierten Lebenswoche an bis zum Abschluss seines Höhenwachstums. Je nach erwarteter Endgröße dauert diese Phase etwa 8 bis 24 Monate. Ein bedarfsgerechtes Futter liefert in dieser Zeit angepasste Mengen an Energie, Eiweiß sowie ein präzises Kalzium-Phosphor-Verhältnis, ohne dass das Skelett durch zu schnelles Wachstum überlastet wird.
| Größenklasse (Erwachsenengewicht) | Empfohlene Fütterungsdauer für Welpen- bzw. Juniorfutter |
|---|---|
| Mini- und kleine Rassen (bis 10 kg) | ca. 8 bis 12 Monate |
| Mittelgroße Rassen (10 bis 25 kg) | ca. 12 bis 15 Monate |
| Große Rassen (25 bis 45 kg) | ca. 15 bis 18 Monate (ab dem 5.–6. Monat oft moderates Juniorfutter) |
| Sehr große Rassen (über 45 kg) | ca. 18 bis 24 Monate (kontrollierte Energiezufuhr zwingend nötig) |
| Mahlzeiten pro Tag | 3 bis 4 Portionen (bis 6. Monat), danach 2 Portionen täglich |
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Warum brauchen junge Hunde überhaupt spezielles Welpenfutter?
Hunde kommen mit einem noch wenig mineralisierten Skelett zur Welt und durchlaufen im ersten Lebensjahr eine enorme körperliche Entwicklung. Verglichen mit einem menschlichen Kind wächst ein Hund im Zeitraffer: Die meisten Hunde erreichen bereits mit etwa vier Monaten die Hälfte ihres späteren Erwachsenengewichts. Damit sich Knochen, Gelenke, Organe, Muskulatur und das Immunsystem gesund ausbilden, unterscheidet sich der Nährstoffbedarf eines Welpen grundlegend von dem eines ausgewachsenen Hundes.
Ein gutes Welpenfutter für Hunde ist genau auf diesen Baustoffbedarf zugeschnitten. Wenn du einem jungen Hund im Hauptwachstum einfach ein herkömmliches Futter für erwachsene Hunde (Adult-Futter) gibst, entsteht ein Versorgungsproblem: Da Adult-Futter eine geringere Nährstoff- und Energiedichte hat, müsste der Welpe sehr große Mengen fressen, um seinen Kalorienbedarf zu decken. Das überfordert nicht nur seinen noch kleinen Magen-Darm-Trakt, sondern führt je nach Futterzusammensetzung auch zu einem Mangel oder einem gefährlichen Überschuss an einzelnen Mineralstoffen.
Die entscheidenden Bausteine im Hunde-Welpenfutter
- Angepasster Energiegehalt: Junge Hunde sind aktiv und bauen täglich Körpersubstanz auf. Ein Welpe im Alter von drei bis vier Monaten benötigt pro Kilogramm Körpergewicht etwa doppelt so viel Energie wie ein einjähriger Hund. Dennoch gilt in der Tierernährung der Grundsatz: Maximales Wachstum ist nicht gleichbedeutend mit optimalem Wachstum. Zu viele Kalorien lassen den jungen Hund zu schnell in die Höhe schießen, bevor Knochen und Knorpel stabil genug sind, um die Masse zu tragen.
- Hochverdauliche Proteine: Eiweiß liefert die Aminosäuren für den Aufbau von Muskeln, Organen und Abwehrzellen. Lange Zeit hielt sich das Gerücht, dass ein hoher Proteingehalt im Welpenfutter für Knochenwachstumsstörungen verantwortlich sei. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass nicht das Eiweiß selbst das Skelett schädigt, sondern eine Überversorgung mit Gesamtenergie (Kalorien) sowie Fehler im Mineralstoffhaushalt. Wichtig ist vor allem, dass das Protein leicht verdaulich ist, damit Leber und Nieren nicht durch unnötige Abbauprodukte belastet werden.
- Kalzium und Phosphor in präziser Balance: Rund 98 Prozent des im Körper vorhandenen Kalziums und 80 Prozent des Phosphors sind im Skelett gebunden. Ein heranwachsender Hund benötigt ein Vielfaches der Kalziummenge eines erwachsenen Hundes. Noch wichtiger als die Einzelmenge ist das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor im Futter, das idealerweise zwischen 1,2:1 und 1,5:1 (maximal bis 2:1) liegen sollte. Zudem können junge Hunde bis zu einem gewissen Alter die Kalziumaufnahme im Darm noch nicht vollständig nach Bedarf drosseln: Bekommen sie zu viel Kalzium, lagert der Körper es ungebremst ein, was schwere Reifungsstörungen an Knochen und Gelenkknorpeln auslösen kann.
- Essenzielle Fettsäuren (DHA und EPA): Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren dienen nicht nur als konzentrierte Energiequelle, sondern sind zentrale Bausteine für die Entwicklung des zentralen Nervensystems, der Netzhaut und der Lernfähigkeit von Welpen.
Ab wann Welpenfutter füttern? Der Übergang von der Muttermilch
Wer sich fragt, ab wann Welpenfutter überhaupt auf dem Speiseplan steht, blickt zurück in die ersten Lebenswochen beim Züchter oder in der Pflegestelle. In den ersten drei Lebenswochen ernähren sich Hundewelpen ausschließlich von der Muttermilch. Diese liefert neben leicht verdaulichen Fetten und Proteinen vor allem überlebenswichtige Antikörper für die Immunabwehr.
Ab der dritten bis vierten Lebenswoche beginnen die Milchzähne durchzubrechen, und das Interesse der Kleinen an fester Nahrung erwacht, während die Milchleistung der Mutterhündin langsam den steigenden Bedarf eines großen Wurfs nicht mehr allein deckt. Ab der vierten Woche wird daher schrittweise ein mit warmem Wasser eingeweichtes, breiiges Aufzucht- oder Starterfutter zugefüttert. Bis zur Abgabe in ein neues Zuhause — die in Deutschland tierschutzrechtlich frühestens nach der vollendeten achten Lebenswoche erlaubt ist — sind die Welpen vollständig von der Muttermilch entwöhnt und an festes Welpenfutter gewöhnt.
Wenn dein Welpe mit acht bis zwölf Wochen bei dir einzieht, bedeutet der Umzug, die Trennung von Mutter und Geschwistern sowie die neue Umgebung enormen Stress für das junge Verdauungssystem. Tierärzte raten dringend dazu, in den ersten ein bis zwei Wochen nach dem Einzug exakt das gewohnte Futter des Züchters weiterzufüttern. Erst wenn der kleine Hund sicher im neuen Alltag angekommen ist und stabilen Kot absetzt, solltest du bei Bedarf langsam auf ein anderes Welpenfutter umstellen.
Welpenfutter: Wie lange füttern je nach Hundegröße?
Auf die häufige Suchanfrage „Welpenfutter wie lange“ gibt es keine pauschale Datumsangabe für alle Hunde. Wann ein Hund kein Welpenfutter mehr braucht, richtet sich nach dem Zeitpunkt, an dem das Längenwachstum seiner Knochen abgeschlossen ist und sich die Wachstumsfugen schließen. Dieser Zeitpunkt hängt direkt vom zu erwartenden Endgewicht des ausgewachsenen Hundes ab. Wenn du noch unsicher bist, zu welcher Größenkategorie dein Vierbeiner gehört oder welche Rasse zu deinem Alltag passt, hilft dir unser Rassen-Finder bei der Einordnung.
Mini- und kleine Hunderassen (Endgewicht bis 10 kg)
Kleine Rassen durchlaufen eine kurze, aber sehr intensive Wachstumsphase und sind körperlich früh ausgereift. Sehr kleine Hunde wie der Chihuahua haben ihr Wachstum oft schon mit 8 bis 10 Monaten abgeschlossen. Etwas kompaktere kleine Rassen wie der Dackel oder der Mops benötigen ihr Welpenfutter in der Regel bis zum 10. bis 12. Lebensmonat. Danach sinkt ihr Energieumsatz spürbar ab. Fütterst du das kalorienreiche Aufzuchtfutter darüber hinaus weiter, legt der junge Hund schnell ungesundes Übergewicht an.
Mittelgroße Hunderassen (Endgewicht 10 bis 25 kg)
Hunde mittlerer Größe wie der Beagle oder der Border Collie wachsen etwas gleichmäßiger und erreichen ihre endgültige Körpergröße sowie ihr Erwachsenengewicht typischerweise zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat. In dieser Größenklasse ist die Aufzucht meist unkompliziert: Viele Halter stellen das Futter rund um den ersten Geburtstag schrittweise auf eine Vollnahrung für ausgewachsene Hunde um.
Große und sehr große Hunderassen (Endgewicht ab 25 kg bzw. über 45 kg)
Bei großwüchsigen Hunden wie dem Labrador Retriever, dem Golden Retriever oder dem Deutschen Schäferhund sowie bei Riesenrassen wie der Deutschen Dogge oder dem Berner Sennenhund dauert die Entwicklung deutlich länger. Große Rassen wachsen bis zum 15. bis 18. Monat, Riesenrassen bauen sogar bis zum 18. bis 24. Lebensmonat an Masse und Knochensubstanz auf.
Gerade bei der Frage „Hund Welpenfutter wie lange“ für große Rassen gibt es in der Praxis oft Missverständnisse: Große Hunde dürfen auf keinen Fall durch ein extrem energiereiches Welpenfutter „großgehungert“ oder gemästet werden. Viele Futterhersteller und Tierernährer teilen die Wachstumsphase großer Hunde deshalb zweigeteilt auf: Bis etwa zum 4. oder 5. Lebensmonat (bis nach dem Zahnwechsel) erhalten sie ein klassisches Welpenfutter (oft als „Puppy“ bezeichnet), ab dem 5. oder 6. Monat wird auf ein im Energiegehalt reduziertes Junghundefutter („Junior“ speziell für große Rassen) gewechselt.
In der Fachwelt gibt es zur Dauer der Welpen- und Juniorfütterung zwei leicht unterschiedliche Ansätze: Während ein Teil der Ernährungsberater empfiehlt, speziell angepasstes Juniorfutter für große Rassen konsequent bis zum vollständigen Wachstumsabschluss (also bis zu 18 oder 24 Monate) zu geben, weisen universitäre Tierernährer darauf hin, dass bei normal entwickelten Hunden kleiner bis mittlerer Rassen oft schon ab dem 8. Monat und bei großen Rassen ab etwa 12 Monaten auf ein hochwertiges Adult-Futter gewechselt werden kann, sofern die Energiemenge und die Mineralstoffdeckung stimmen. Welcher Zeitpunkt für deinen Hund ideal ist, besprichst du am besten rund um den achten bis zwölften Lebensmonat mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt anhand des aktuellen Körperbaus.
Welpenfutter: Wieviel und wie oft am Tag füttern?
Neben der Dauer beschäftigt frischgebackene Hundehalter vor allem die Frage: „Welpenfutter wieviel?“ Ein Blick auf die Futterpackung sorgt oft für Verwirrung, weil gute Fütterungstabellen für Welpen nicht nur nach dem aktuellen Gewicht des Hundes fragen, sondern nach seinem erwarteten Endgewicht als erwachsener Hund.
Der Grund dafür ist simpel: Ein drei Monate alter Welpe, der aktuell 5 Kilogramm wiegt, befindet sich in einer völlig anderen Wachstumsphase, wenn er ausgewachsen 8 Kilogramm wiegen wird, als wenn er einmal ein 35 Kilogramm schwerer Hund wird. Als Orientierung für das spätere Endgewicht dient bei Rassehunden das Idealgewicht des gleichgeschlechtlichen Elterntiers (bei Rüden der Vater, bei Hündinnen die Mutter). Bei Mischlingen aus dem Tierschutz, deren Eltern unbekannt sind, kann die Tierarztpraxis anhand der Pfotengröße, der Wachstumsfugen und des bisherigen Verlaufs eine Einschätzung abgeben.
Die Wachstumskurve als wichtigstes Kontrollinstrument
Die Angaben auf den Futterdosen und -säcken sind immer nur statistische Durchschnittswerte. Wie eine retrospektive Studie der Tierärztlichen Fakultät der LMU München zum Energiebedarf und Wachstum privat gehaltener Hundewelpen zeigt, weicht der individuelle Kalorienbedarf je nach Rasse, Temperament und Haltung oft von pauschalen Standardtabellen ab, weshalb die Fütterung stets anhand von wissenschaftlichen Wachstumskurven überprüft werden sollte.
Wie das Institut für Tierernährung der Universität Zürich in seinen Empfehlungen zur Welpenfütterung betont, ist eine begrenzte, der idealen Wachstumskurve angepasste Nahrungszufuhr das wirksamste Mittel, um Skelettmissbildungen vorzubeugen; als grobe Faustregel sollte ein Welpe in den ersten fünf Monaten täglich etwa 2 bis 4 Gramm pro Kilogramm seines erwarteten Erwachsenengewichts zunehmen. Bei einem Hund, der ausgewachsen 15 Kilogramm wiegen soll, entspricht das einer täglichen Zunahme von rund 30 bis 60 Gramm.
Wie viele Mahlzeiten braucht ein Welpe pro Tag?
Da der Magen eines Welpen noch klein ist, die benötigte Tagesmenge an Nährstoffen im Verhältnis zum Körpergewicht aber hoch, darf die Tagesration nicht auf einmal gefüttert werden. Teile die abgewogene Gesamtration über den Tag auf:
- Bis zum 4. (bzw. 6.) Lebensmonat: 3 bis 4 Mahlzeiten täglich zu festen Uhrzeiten.
- Vom 6. bis zum 12. Lebensmonat: 2 bis 3 Mahlzeiten täglich.
- Ab dem Erwachsenenalter: 2 Mahlzeiten täglich (morgens und abends). Insbesondere bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb sollte auch im Erwachsenenalter die Fütterung auf mindestens zwei Portionen verteilt bleiben, um den Magen nicht zu überladen.
Gewöhne dir von Anfang an an, alle Trainingsleckerlis und Kauartikel von der täglichen Hauptfuttermenge abzuziehen. Gerade in der Welpenschule und beim Stubenreinheitstraining kommen über den Tag verteilt schnell beträchtliche Kalorienmengen zusammen. Noch einfacher ist es, einen Teil der normalen Trockenfutterration abzuwiegen und direkt aus der Hand als Belohnung im Training zu nutzen.
Trockenfutter, Nassfutter oder BARF: Worauf musst du beim Kauf achten?
Wenn du vor dem Regal stehst und Hunde-Welpenfutter suchst, stellt sich schnell die Frage nach der richtigen Fütterungsart. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es für deinen Hund zweitrangig, ob er seine Nährstoffe über Trockenfutter, Nassfutter oder eine Kombination aus beidem erhält — entscheidend ist das Wort „Alleinfuttermittel“ für Welpen bzw. wachsende Hunde auf dem Etikett.
- Kennzeichnung „Alleinfuttermittel“: Nur ein als Alleinfuttermittel deklariertes Produkt unterliegt den gesetzlichen Vorgaben, deinen Welpen ohne weitere Zusätze mit allen lebensnotwendigen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen zu versorgen. Ein „Ergänzungsfuttermittel“ (häufig bei reinen Fleischdosen zu finden) enthält meist kein ausreichendes Kalzium und führt bei alleiniger Fütterung im Wachstum binnen weniger Wochen zu schweren Knochenschäden.
- Trocken- vs. Nassfutter: Trockenfutter hat durch den geringen Wasseranteil eine hohe Energiedichte, lässt sich leicht abwiegen und im Alltag als Trainingsbelohnung einsetzen. Nassfutter punktet mit einer hohen Akzeptanz, unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme und füllt durch das größere Volumen den Magen besser, ohne sofort ein Kalorienplus zu verursachen. Wenn du beides mischen möchtest, rechne den jeweiligen prozentualen Anteil am Tagesbedarf genau aus (zum Beispiel 50 Prozent der empfohlenen Tagesmenge Nassfutter plus 50 Prozent der Tagesmenge Trockenfutter).
- Krokettengröße passend zum Kiefer: Achte bei Trockenfutter darauf, dass die Pellets zur Schnauzengröße passen. Welpen sehr kleiner Rassen kommen mit kleinen Kroketten besser zurecht, während größere Kroketten bei hastigen Fressern großer Rassen das Kauen fördern.
- Vorsicht bei BARF und Selbstgekochtem im Wachstum: Eine Rohfütterung (BARF) oder selbst gekochte Rationen sind im Welpenalter mit hohen Risiken verbunden. Neben hygienischen Risiken durch Keime im rohen Fleisch verzeiht das wachsende Skelett keine Rechenfehler bei Kalzium, Phosphor, Jod, Kupfer, Zink sowie den Vitaminen A und D. Wenn du auf Fertigfutter verzichten möchtest, solltest du die Ration zwingend von einer tierärztlichen Ernährungsberatung exakt berechnen und alle paar Wochen an die Gewichtsentwicklung anpassen lassen.
Praxis: Was bedeutet das konkret für dich und deinen Hund?
Im Alltag mit einem jungen Hund brauchst du keinen Taschenrechner für jede Mahlzeit, wenn du ein paar einfache Grundregeln befolgst. So stellst du sicher, dass dein Welpe gesund heranwächst und der spätere Wechsel zum Erwachsenenfutter reibungslos gelingt:
- Einmal pro Woche auf die Waage: Wiege deinen Welpen in den ersten Lebensmonaten wöchentlich, später alle zwei Wochen, und trage das Gewicht in eine für sein erwartetes Endgewicht passende Wachstumskurve ein. Solche Kurven erhältst du kostenlos in deiner Tierarztpraxis oder über universitäre Ernährungsberatungen.
- Den „Rippentest“ statt „Babyspeck“ nutzen: Das Bild vom pummeligen, rundlichen Welpen mit „Babyspeck“ hält sich hartnäckig, schadet aber den Gelenken massiv. Ein gesunder Junghund sollte schlank sein: Von oben betrachtet muss eine deutliche Taille hinter dem Rippenbogen erkennbar sein, und wenn du ohne Druck mit den flachen Händen über seinen Brustkorb streichst, solltest du die Rippen unter einer dünnen Haut- und Fettschicht leicht fühlen können. Liegt dein Hund über der Wachstumskurve, reduziere die tägliche Futtermenge um etwa 10 Prozent.
- Hände weg von zusätzlichem Futterkalk und Mineralpulvern: Einer der häufigsten und folgenschwersten Fütterungsfehler ist die gut gemeinte Zugabe von Knochenmehl, Eierschalenpulver, Futterkalk oder Vitaminpräparaten zu einem kommerziellen Welpen-Alleinfuttermittel. Da das Fertigfutter den Bedarf bereits vollständig deckt, führt jede Ergänzung zu einer Überdosierung. Ein Kalziumüberschuss stört nicht nur direkt den Knochenumbau, sondern hemmt im Darm auch die Aufnahme von Phosphor, Zink, Eisen und Kupfer.
- Der 7-Tage-Plan für die Futterumstellung: Egal ob du von der Züchternahrung auf ein anderes Welpenfutter oder später vom Welpenfutter auf Adult-Futter wechselst — stelle niemals von einem Tag auf den anderen um. Die Darmflora junger Hunde benötigt Zeit, um ihre Verdauungsenzyme an eine neue Zusammensetzung anzupassen. Mische das neue Futter schrittweise über 7 bis 10 Tage unter das gewohnte Futter:
- Tag 1 bis 2: 75 % bisheriges Futter + 25 % neues Futter
- Tag 3 bis 4: 50 % bisheriges Futter + 50 % neues Futter
- Tag 5 bis 6: 25 % bisheriges Futter + 75 % neues Futter
- Ab Tag 7 (bzw. Tag 10 bei sensiblen Hunden): 100 % neues Futter
- Bei Verdauungsproblemen rechtzeitig reagieren: Etwas weicherer Kot während einer Umstellung kann kurzzeitig vorkommen; geh in diesem Fall im Mischverhältnis einfach noch einmal einen Schritt zurück. Vorsicht ist jedoch bei richtigem Durchfall geboten: Wie die Bundestierärztekammer warnt, trocknen junge Hunde extrem schnell aus, weshalb bei Welpen mit starkem Durchfall sofort — und nicht erst nach einem Tag Abwarten — eine Tierarztpraxis aufgesucht werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn man Welpenfutter zu lange füttert?
Fütterst du Welpenfutter über das Ende der Wachstumsphase hinaus weiter, nimmt dein Hund dauerhaft mehr Kalorien, Fett und Mineralstoffe auf, als sein nun ausgewachsener Körper verbraucht. Da sich das Höhenwachstum nicht weiter fortsetzt, wird die überschüssige Energie als Körperfett gespeichert. Das daraus entstehende Übergewicht belastet die noch jungen Gelenke, Bänder und das Herz-Kreislauf-System unnötig.
Kann ich meinem Welpen schon früher Erwachsenenfutter geben?
In den ersten Lebensmonaten während des Hauptwachstums solltest du keinesfalls auf normales Erwachsenenfutter umsteigen, da das Verhältnis von Energie zu Kalzium, Phosphor und essenziellen Aminosäuren für den Knochenaufbau nicht ausreicht. Erst gegen Ende der Wachstumsphase — bei kleinen Rassen ab etwa 8 bis 10 Monaten, bei großen Rassen frühestens nach Rücksprache mit dem Tierarzt ab etwa 12 Monaten — ist ein Wechsel auf ein ausgewogenes Adult-Futter sinnvoll.
Ist getreidefreies Welpenfutter besser für junge Hunde?
Nicht pauschal. Hunde verfügen über die nötigen Enzyme, um aufgeschlossene (gekochte oder gebackene) Stärke aus Getreide gut zu verdauen und als leicht verfügbare Energiequelle zu nutzen. Ein getreidefreies Welpenfutter — das stattdessen meist Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Erbsen als Kohlenhydratquelle nutzt — ist vor allem dann sinnvoll, wenn bei deinem jungen Hund tatsächlich eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Getreidesorten vorliegt.
Woran erkenne ich, dass mein Hund ausgewachsen ist und kein Welpenfutter mehr braucht?
Kleine und mittelgroße Hunde haben ihre Endhöhe meist zwischen dem 9. und 12. Monat erreicht, große Rassen legen nach dem ersten Geburtstag zwar kaum noch an Schulterhöhe zu, bauen aber bis zum 18. oder 24. Monat noch Brustkorbtiefe und Muskelmasse auf. Wenn die Gewichtskurve deines Hundes abflacht und sich dem typischen Rassegewicht annähert, ist der Zeitpunkt für den Wechsel auf Adult-Futter gekommen. Bei Unsicherheit gibt ein kurzer Check in der Tierarztpraxis Gewissheit.
Muss ich das Trockenfutter für meinen Welpen immer einweichen?
In den ersten Lebenswochen nach dem Absetzen und während des Zahnwechsels (etwa zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat), wenn das Zahnfleisch empfindlich und geschwollen ist, erleichtert das Einweichen in etwas lauwarmem Wasser das Fressen erheblich und sorgt gleichzeitig für eine gute Flüssigkeitszufuhr. Außerhalb dieser Phasen kann ein gesunder Welpe angepasste Trockenfutterkroketten problemlos trocken kauen, solange jederzeit frisches Trinkwasser bereitsteht.
Eine durchdachte Ernährung im ersten Lebensjahr legt den wichtigsten Grundstein dafür, dass dein Hund sich zu einem gesunden, belastbaren Begleiter entwickelt. Wenn du neben der Fütterung weitere verlässliche Informationen zu Gesundheit, Erziehung oder den Besonderheiten einzelner Hunderassen suchst, unterstützt dich HonestDog als unabhängige und vertrauenswürdige Plattform rund um ein verantwortungsvolles Leben mit Hund. Schau dir gerne unsere Rasseprofile an oder nutze unseren Rassen-Finder, um die Bedürfnisse deines Vierbeiners noch besser zu verstehen.



