Altdeutscher Schäferhund kaufen: Kosten, Züchter & Tipps
Der Entschluss, einen Hund in das eigene Leben zu holen, ist ein großer Schritt. Wenn du mit dem Gedanken spielst, einen Altdeutscher Schäferhund kaufen zu wollen, entscheidest du dich für einen loyalen, intelligenten und arbeitsfreudigen Begleiter. Diese Hunde bestechen durch ihr imposantes Erscheinungsbild mit dem langen, dichten Fell und durch einen Charakter, der von hoher Lernbereitschaft und einem ausgeprägten Beschützerinstinkt geprägt ist.
In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du vor der Anschaffung wissen musst. Von den realistischen Kosten über die Suche nach einem seriösen Züchter bis hin zu rassespezifischen Gesundheitsaspekten – hier findest du fundierte Informationen, um eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen.
Was macht den Altdeutschen Schäferhund aus?
Der Altdeutsche Schäferhund ist im Grunde die langhaarige Variante des Deutschen Schäferhundes. Kynologisch korrekt wird er in der FCI und dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) unter der Bezeichnung "Deutscher Schäferhund Langstockhaar" geführt. Seit 2010 ist diese Haarvarietät offiziell vom Weltverband FCI anerkannt. Zuvor wurden diese Hunde oft in separaten Liebhabervereinen unter dem Namen "Altdeutscher Schäferhund" gezüchtet, da das lange Fell im Hauptverein lange Zeit als zuchtausschließender Fehler galt.
Optisch unterscheiden sie sich durch das längere Deckhaar und die ausgeprägte Unterwolle, was ihnen eine mähnenartige Halskrause und buschige "Hosen" an den Hinterläufen verleiht. Rüden erreichen eine stattliche Schulterhöhe von 60 bis 65 Zentimetern und ein Gewicht von 30 bis 40 Kilogramm. Neben der klassischen schwarz-braunen Färbung gibt es sie auch in Schwarz oder Grau gewolkt.
Charakterlich steht der Altdeutsche Schäferhund seinem kurzhaarigen Verwandten in nichts nach. Er besitzt eine enorme Arbeitsintelligenz (Trainierbarkeit 5/5) und bindet sich sehr eng an seine Bezugsperson. Als ehemaliger Hütehund bringt er einen natürlichen Wachtrieb mit und neigt dazu, sein Territorium und seine Familie zu beschützen. Für ein detailliertes Bild seiner Eigenschaften und Geschichte empfiehlt sich ein Blick in das Altdeutscher Schäferhund Rasseprofil.
Altdeutscher Schäferhund Preis: Mit diesen Kosten musst du rechnen
Wenn du einen Altdeutscher Schäferhund Welpen kaufen möchtest, solltest du dich im Vorfeld intensiv mit den finanziellen Verpflichtungen auseinandersetzen. Die Anschaffungskosten sind dabei nur der erste Schritt.
Der Kaufpreis für einen Welpen
Ein realistischer Altdeutscher Schäferhund Preis bei einem seriösen Züchter liegt typischerweise zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Dieser Preis mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, doch er setzt sich aus vielen wichtigen Faktoren zusammen, die der Gesundheit und Sozialisation des Welpen zugutekommen. Ein verantwortungsvoller Züchter investiert viel Geld in die Zuchtzulassung der Elterntiere. Dazu gehören teure tierärztliche Untersuchungen, Röntgenbilder, DNA-Tests und das Vorstellen der Hunde auf Zuchtschauen oder Arbeitsprüfungen. Hinzu kommen die Decktaxe, hochwertiges Futter für die trächtige Hündin, die Aufzucht der Welpen im Haus, Impfungen, Mikrochips und die tierärztliche Betreuung in den ersten acht bis zwölf Lebenswochen.
Laufende Kosten im Hundealltag
Neben dem Anschaffungspreis fallen regelmäßige monatliche und jährliche Kosten an, die bei einem großen Hund von 30 bis 40 Kilogramm nicht zu unterschätzen sind:
- Ernährung: Ein ausgewachsener Altdeutscher Schäferhund benötigt eine beträchtliche Menge an hochwertigem Futter. Je nach Fütterungsart (Trockenfutter, Nassfutter oder BARF) solltest du mit 70 bis 150 Euro pro Monat rechnen.
- Tierarzt und Vorsorge: Regelmäßige Impfungen, Entwurmungen und Zeckenschutz kosten jährlich etwa 150 bis 300 Euro. Für unvorhergesehene Krankheiten oder Operationen ist ein finanzielles Polster oder eine Hunde-Krankenversicherung (ca. 40 bis 80 Euro monatlich) ratsam.
- Hundehaftpflichtversicherung: In vielen deutschen Bundesländern (wie beispielsweise Niedersachsen, Berlin oder Hamburg) ist eine Hundehaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Diese kostet etwa 40 bis 80 Euro im Jahr.
- Hundesteuer: Die Steuer wird von der jeweiligen Kommune festgelegt und variiert stark. Sie liegt meist zwischen 90 und 150 Euro jährlich.
- Zubehör und Ausbildung: Leinen, Geschirre, Schlafplätze, Pflegeutensilien sowie die Gebühren für die Hundeschule oder den Hundesportverein summieren sich besonders im ersten Jahr schnell auf mehrere hundert Euro.
Den richtigen Altdeutscher Schäferhund Züchter finden
Die Wahl der Zuchtstätte ist die wichtigste Entscheidung beim Hundekauf. Ein seriöser Altdeutscher Schäferhund Züchter legt den Grundstein für ein langes, gesundes Hundeleben. Da die Rasse sehr beliebt ist, gibt es leider auch Vermehrer, die Hunde ohne Rücksicht auf Gesundheit und Wesen produzieren.
Woran erkennst du eine seriöse Zucht?
Gute Züchter sind oft Mitglied in einem anerkannten Rassezuchtverein, wie dem Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V., der dem VDH angeschlossen ist. Dort unterliegen sie strengen Zuchtordnungen und regelmäßigen Kontrollen. Ein seriöser Züchter wird dir bereitwillig alle Gesundheitsauswertungen der Elterntiere zeigen. Er interessiert sich dafür, wie der Welpe bei dir leben wird, und stellt dir Fragen zu deiner Wohnsituation und Hundeerfahrung. Die Welpen wachsen im Idealfall mit engem Familienanschluss auf, kennen Alltagsgeräusche und haben ein sauberes, anregendes Umfeld.
Das Muttertier sollte bei deinem Besuch immer anwesend sein und einen entspannten, gesunden Eindruck machen. Die Welpen dürfen frühestens im Alter von acht Wochen abgegeben werden und sind dann mehrfach entwurmt, geimpft und gechippt.
Warnsignale beim Welpenkauf
Nimm Abstand vom Kauf, wenn der Züchter dir die Welpen auf einem Parkplatz, aus dem Kofferraum oder auf einem Markt übergeben möchte. Auch "Schnäppchenpreise" weit unter 1.000 Euro sind ein massives Warnsignal. Oft stammen diese Tiere aus illegalem Welpenhandel, wurden zu früh von der Mutter getrennt und leiden unter schweren gesundheitlichen oder psychischen Mängeln. Wenn dir Papiere oder Gesundheitsnachweise der Eltern verweigert werden, solltest du die Zuchtstätte umgehend verlassen.
Um dir die Suche zu erleichtern, kannst du dich auf geprüften Plattformen umsehen. Finde hier verifizierte Altdeutscher Schäferhund Züchter in Deutschland, die nach hohen Standards züchten.
Gesundheitscheck: Wichtige Untersuchungen beim Welpenkauf
Wie viele große Hunderassen hat auch der Altdeutsche Schäferhund Veranlagungen für bestimmte Erbkrankheiten. Eine kontrollierte Zucht minimiert diese Risiken erheblich. Wenn du einen Welpen besichtigst, solltest du dir die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere genau ansehen.
Folgende Gesundheitsaspekte sind bei dieser Rasse besonders relevant:
- Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED): Diese Fehlentwicklungen der Gelenke können zu schmerzhafter Arthrose führen. In seriösen Vereinen dürfen nur Hunde zur Zucht eingesetzt werden, deren Gelenke geröntgt und von einem unabhängigen Gutachter bewertet wurden. Achte darauf, dass die Eltern als HD/ED-frei oder maximal mit leichten, noch zuchttauglichen Befunden eingestuft sind.
- Degenerative Myelopathie (DM): Dies ist eine unheilbare neurologische Erkrankung, die zu einer fortschreitenden Lähmung der Hinterhand führt. Da es sich um einen genetischen Defekt handelt, kann durch einen DNA-Test der Elterntiere ausgeschlossen werden, dass Welpen an DM erkranken.
- Lumbosakraler Übergangswirbel (LÜW): Eine Fehlbildung der Wirbelsäule am Übergang zum Becken, die ebenfalls durch Röntgenaufnahmen der Zuchthunde kontrolliert wird.
Ein gesunder Welpe hat klare Augen, ein sauberes Fell, ist neugierig und weder apathisch noch extrem ängstlich. Wenn du bereit bist, einem gesunden Tier ein Zuhause zu geben, kannst du hier Altdeutscher Schäferhund Welpen finden.
Passt der Altdeutsche Schäferhund zu mir und meinem Alltag?
Die Entscheidung für diese Rasse sollte nicht nur aufgrund der imposanten Optik fallen. Der Altdeutsche Schäferhund ist ein Arbeitshund durch und durch. Sein Energielevel ist hoch (4/5), und er benötigt weit mehr als nur dreimal täglich eine kurze Runde um den Block.
Auslastung und Erziehung
Körperliche Bewegung in Form von langen Spaziergängen, Joggen oder Radfahren ist wichtig, reicht aber allein nicht aus. Dieser Hund möchte auch geistig gefordert werden. Hundesportarten wie Fährtenarbeit, Mantrailing, Obedience oder Rettungshundearbeit sind ideale Beschäftigungsfelder. Wird der Altdeutsche Schäferhund nicht ausreichend ausgelastet, sucht er sich schnell eigene Aufgaben, was sich in unerwünschtem Verhalten wie ständigem Bellen, Zerstörungswut oder übertriebenem Kontrollverhalten äußern kann.
Die Erziehung erfordert Konsequenz, Klarheit und vor allem positive Verstärkung. Durch seine hohe Intelligenz lernt er sehr schnell – leider auch falsche Dinge, wenn man inkonsequent ist. Für Hundeanfänger ist die Rasse daher nur bedingt geeignet und erfordert in jedem Fall die Begleitung durch eine kompetente Hundeschule.
Familie und Wohnsituation
Innerhalb der Familie zeigt sich der Altdeutsche Schäferhund meist als sehr anhänglicher und treuer Begleiter (Familienfreundlichkeit 4/5). Im Umgang mit Kindern ist er in der Regel gutmütig, sofern er von klein auf an sie gewöhnt wurde und klare Ruhezonen respektiert werden. Dennoch sollte man kleine Kinder nie unbeaufsichtigt mit einem großen Hund lassen.
Für eine kleine Stadtwohnung im vierten Stock ohne Aufzug ist diese Rasse nicht gemacht (Stadttauglichkeit 2/5). Das häufige Treppensteigen ist schädlich für die Gelenke. Ideal ist ein Haus mit einem sicher eingezäunten Garten in einer ländlichen oder vorstädtischen Umgebung, wo der Hund seinen natürlichen Wachtrieb in geregelten Bahnen ausleben darf.
Pflegeaufwand
Das wunderschöne Langstockhaar erfordert regelmäßige Pflege (Pflegeaufwand 3/5). Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sollte das Fell gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen und lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten Pflicht, da der Haarausfall in dieser Zeit enorm sein kann.
Alternativen zum Welpen: Adoption aus dem Tierschutz
Es muss nicht immer ein Welpe vom Züchter sein. Viele reinrassige Altdeutsche Schäferhunde und Mischlinge warten in Tierheimen oder bei speziellen Notorganisationen (wie "Schäferhund in Not") auf eine zweite Chance. Die Gründe für die Abgabe sind vielfältig und liegen oft an einer veränderten Lebenssituation der Vorbesitzer oder an Überforderung, nicht zwingend am Hund selbst.
Einen erwachsenen Hund zu adoptieren, hat viele Vorteile: Der Charakter ist bereits gefestigt, die Hunde sind in der Regel stubenrein und haben oft schon eine Grunderziehung genossen. Zudem stehen dir die Pfleger im Tierheim mit ihrer Einschätzung zur Seite, um herauszufinden, ob der Hund zu deinem Lebensstil passt. Die Schutzgebühr im Tierheim liegt meist zwischen 300 und 450 Euro.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Altdeutsche Schäferhund eine eigenständige Rasse?
Nein, kynologisch gesehen handelt es sich beim Altdeutschen Schäferhund um die Haarvarietät "Langstockhaar" des Deutschen Schäferhundes. Seit 2010 wird diese Variante offiziell von der FCI und dem VDH anerkannt und nach dem gleichen Rassestandard gerichtet wie die stockhaarigen Hunde, lediglich mit Unterschieden in der Fellbeschaffenheit.
Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Altdeutschen Schäferhundes?
Bei guter Gesundheit, artgerechter Ernährung und ausreichender Auslastung erreicht der Altdeutsche Schäferhund typischerweise ein Alter von 10 bis 14 Jahren. Die Wahl eines Welpen aus einer gesundheitsgeprüften Zucht ist ein wichtiger Faktor für ein langes Hundeleben.
Verträgt sich der Altdeutsche Schäferhund mit anderen Hunden?
Die Verträglichkeit mit Artgenossen (3/5) hängt stark von der Sozialisation im Welpen- und Junghundealter ab. Grundsätzlich sind sie bei guter Prägung sozialverträglich. Bei gleichgeschlechtlichen Hunden oder auf dem eigenen Territorium kann jedoch ein gewisses Dominanz- oder Territorialverhalten auftreten, das durch souveräne Führung des Halters gelenkt werden muss.
Kann man den Altdeutschen Schäferhund im Zwinger halten?
Der Altdeutsche Schäferhund ist ein extrem menschenbezogener Hund, der den engen Anschluss an sein "Rudel" – seine Familie – braucht. Eine reine Zwingerhaltung ist nicht artgerecht und führt oft zu Verhaltensauffälligkeiten und psychischem Leiden. Er gehört ins Haus zu seinen Menschen.
Der nächste Schritt zu deinem Traumhund
Einen Altdeutschen Schäferhund in die Familie aufzunehmen, bedeutet eine Verpflichtung für viele Jahre. Es erfordert Zeit, finanzielle Mittel und die Bereitschaft, bei Wind und Wetter aktiv zu sein. Wenn du dir sicher bist, dass du diesem anspruchsvollen, aber wunderbaren Hund gerecht werden kannst, steht einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege.
Um sicherzugehen, dass dein zukünftiges Familienmitglied aus besten Verhältnissen stammt, solltest du auf Transparenz und Gesundheitstests achten. Bei HonestDog prüfen wir Züchter nach strengen Kriterien, damit du mit einem guten Gefühl deinen Welpen auswählen kannst. Informiere dich umfassend, nimm Kontakt zu verantwortungsvollen Zuchtstätten auf und finde auf HonestDog den Begleiter, der perfekt in dein Leben passt.
