Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Berner Sennenhund 2 Pflichtuntersuchungen laut Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V. und 10 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Der Berner Sennenhund erreicht im Mittel nur etwa siebeneinhalb bis achteinhalb Jahre, wobei Krebserkrankungen für über die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich sind und das histiozytäre Sarkom allein für rund ein Siebtel. Der Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V. schreibt für die Zucht Röntgenuntersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie (HD, Grenzwert A–C) und Ellenbogendysplasie (ED, Grenzwert 0–1) vor. Verantwortungsvolle Züchter testen darüber hinaus auf Degenerative Myelopathie, Histiozytose und Progressive retinale Atrophie. Lass dir neben den zwingenden HD- und ED-Befunden auch Gentests vorlegen – bei der Degenerativen Myelopathie darf ein Träger nur mit einem freien Tier verpaart werden.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Für die Rasse Berner Sennenhund schreibt Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V. 2 Untersuchungen für die Zuchtzulassung vor, dazu kommen 10 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 10 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Progressive retinale Atrophie(PRA)
Augen
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Auges, bei der die Netzhaut (Retina) langsam ihre Funktion verliert. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges schrittweise ab. Da diese Zellen für das Sehen verantwortlich sind, führt der fortschreitende Abbau letztlich zur vollständigen Erblindung des Hundes.
Bestanden: Ergebnis A oder B
Aortenstenose(AS)
Herz
Bei einer Aortenstenose ist die Hauptschlagaderklappe des Herzens verengt. Dadurch kann das Blut nicht mehr ungehindert aus der linken Herzkammer in den Körper gepumpt werden. Um diesen Widerstand zu überwinden, muss der Herzmuskel deutlich schwerer arbeiten, was langfristig zu einer krankhaften Verdickung des Herzmuskels führt.
Degenerative Myelopathie(DM)
Nervensystem
Die Degenerative Myelopathie ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks bei Hunden. Dabei baut sich die schützende Hülle der Nervenfasern in der Wirbelsäule langsam ab, was die Signalübertragung zwischen dem Gehirn und den Muskeln stört. Da es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, verliert der Hund nach und nach die Kontrolle über seine Bewegungen.
DNA-Test · Bestanden: frei oder Träger
Epilepsie(IE)
Nervensystem
Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zu plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn, die die normale Informationsübertragung stören. Diese Fehlfunktion äußert sich in wiederkehrenden Krampfanfällen.
Physische Untersuchung
Hypomyelinisierung(HYM)
Nervensystem
Bei dieser erblichen Erkrankung des Nervensystems ist die schützende Hülle um die Nervenfasern, die sogenannte Myelinschicht, im Gehirn und Rückenmark unvollständig ausgebildet. Ohne diese wichtige Isolierung können die elektrischen Signale im Körper nicht richtig weitergeleitet werden. Dies führt zu einer gestörten Reizleitung und unkontrollierten Bewegungsabläufen.
Meningitis(SRMA)
Nervensystem
Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, welche das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Beim Hund tritt diese Erkrankung meist als sogenannte 'Steroid-responsive Meningitis-Arteriitis' (SRMA) auf, eine Fehlfunktion des Immunsystems. Dabei greift die körpereigene Abwehr fälschlicherweise die Hirnhäute und die dortigen Blutgefäße an, ohne dass eine Infektion vorliegt.
Zerebelläre Abiotrophie(CA)
Nervensystem
Die cerebelläre Abiotrophie ist eine erbliche Erkrankung des Nervensystems, bei der Zellen im Kleinhirn (Cerebellum) vorzeitig absterben. Das Kleinhirn ist das Kontrollzentrum für die Koordination von Bewegungen im Gehirn. Durch diesen Zellverlust verliert der Hund zunehmend die Fähigkeit, seine Bewegungen normal zu steuern.
DNA-Test
Familiäre Nephropathie(FN)
Nieren
Die Familiäre Nephropathie (FN) ist eine erbliche Erkrankung der Nieren, die durch einen genetischen Defekt im Kollagen verursacht wird. Dieses Kollagen ist ein wichtiges Strukturprotein, das für die Filterfunktion der Nieren notwendig ist. Ohne dieses Protein können die Nieren das Blut nicht mehr richtig reinigen, was zu chronischem Nierenversagen führt.
Körperflüssigkeiten
von-Willebrand-Krankheit(vWD)
Stoffwechsel
Die von-Willebrand-Krankheit ist eine erbliche Erkrankung des Blutes, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Dem Körper fehlt ein bestimmtes Eiweiß, der sogenannte von-Willebrand-Faktor, oder dieser arbeitet nicht richtig. Dieses Eiweiß ist normalerweise dafür zuständig, dass sich die Blutplättchen bei einer Verletzung wie ein Klebstoff verbinden, um die Blutung zu stoppen.
Histiozytose(MH)
Tumor
Histiozytose ist eine schwere Erkrankung des Immunsystems, bei der sich bestimmte Abwehrzellen, die sogenannten Histiozyten, unkontrolliert vermehren. Diese Zellen wandern in verschiedene Gewebe und Organe wie die Haut, die Lunge oder die Leber ein und schädigen diese dauerhaft. Die Vererbung dieser Erkrankung ist komplex und betrifft vor allem bestimmte Rassen wie den Berner Sennenhund.
Körperflüssigkeiten
Keine Gesundheitstests, aber Pflicht für die Zucht: Diese Befunde verlangt der Verband zusätzlich. In Risiken und Bewertung fließen sie nicht ein.
DNA-Identitätsnachweis
Vorgeschrieben von Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V.
Akzeptables Ergebnis: DNA-Profil Premium SNP (ISAG 2020) vorgelegt
Wesensbeurteilung
Vorgeschrieben von Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V.
Akzeptables Ergebnis: Erfolgreich bestandene Körung
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Ellenbogendysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten das Ergebnis „ED 0–1“ erreichen. Tiere aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht eingesetzt werden.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Als besonders relevant gelten bei der Rasse Berner Sennenhund aktuell diese Erbkrankheiten: Ellenbogendysplasie (ED), Hüftgelenksdysplasie (HD). Wie stark das Risiko für einen Welpen ist, hängt vor allem davon ab, ob beide Elterntiere auf diese Erkrankungen getestet wurden und ob die Ergebnisse innerhalb der rassetypischen Anforderungen liegen.
Selbsttest
Beantworte 6 kurze Fragen zu deinem Alltag und erfahre, wie gut die Rasse Berner Sennenhund zu dir passt — inklusive einer ehrlichen Kostenschätzung pro Monat, pro Jahr und über das ganze Hundeleben.
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