Der Deutsche Boxer ist ein robuster und arbeitsfreudiger Hund mit einem Energielevel und einer Trainierbarkeit der absoluten Spitzenklasse. Genau hier liegt jedoch auch die Herausforderung: Ein Hund mit so viel Kraft und Temperament (Schulterhöhe beim Rüden 57–63 cm) benötigt nicht nur eine fehlerfreie Aufzucht und Sozialisation, sondern vor allem ein makelloses genetisches Fundament.
Leider hat die Rasse mit einigen gesundheitlichen Schwachstellen zu kämpfen. Der Boxer gehört zu den brachyzephalen (kurzköpfigen) Rassen. Ein seriöser Züchter selektiert streng auf eine freie Atmung und eine moderate, nicht zu stark verkürzte Schnauze, um das lebensbedrohliche Brachyzephale Atemwegssyndrom (BOAS) zu vermeiden. Zudem neigt die Rasse genetisch bedingt zu spezifischen Herz- und Gelenkproblemen sowie einer erhöhten Tumorrate. Nur wer diese Rassedispositionen genau kennt und durch strenge Zuchtauswahl minimiert, darf sich als echter Experte bezeichnen.
Wichtige rassetypische Gesundheitstests
Ein "allgemeiner Gesundheitscheck" beim Tierarzt reicht bei dieser Rasse definitiv nicht aus. Ein verantwortungsvoller Züchter kann Dir für beide Elterntiere folgende spezifische Untersuchungen nachweisen:
- Kardiologische Untersuchung (Herz-Ultraschall & Holter-EKG): Zwingend erforderlich zum Ausschluss von Aortenstenose (AS) und der gefürchteten Arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie (ARVC), die beim Boxer leider häufig vorkommt.
- Röntgen auf Spondylose: Eine Untersuchung der Wirbelsäule auf krankhafte Verknöcherungen.
- Röntgen auf Hüftgelenksdysplasie (HD): Essenziell für einen aktiven Hund, der gerne springt und rennt.
- Nieren-Ultraschall: Zum Ausschluss einer Juvenilen Nierendysplasie (JRD).