Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Morkie 1 Pflichtuntersuchungen und 17 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Als Kreuzung aus Malteser (Note B) und Yorkshire Terrier (Note C) profitiert der Morkie gesundheitlich von der Verpaarung zweier verschiedener Linien. Das Risiko für rein rezessive Einzelgen-Erkrankungen sinkt bei F1-Mischlingen deutlich. Dennoch bleiben kleinhunderassetypische Risiken bestehen. Dazu zählen allen voran die Patellaluxation sowie Erkrankungen wie Trachealkollaps, Zahnfehlstellungen oder der Portosystemische Shunt. Eine gesundheitsorientierte Zucht setzt auf die gezielte Untersuchung der Elterntiere auf Kniescheibenluxation, Herz- und Augenerkrankungen, um erbliche Belastungen in den Nachkommen zu minimieren.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Morkie sind aktuell 1 Pflichttests verbreitet, dazu 17 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 17 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Gaumenspalte
Allgemeine Fitness und Anatomie
Eine Gaumenspalte, im Volksmund auch Wolfsrachen genannt, ist eine angeborene Fehlbildung des Schädels. Dabei schließt sich die Trennwand zwischen der Mund- und Nasenhöhle während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Es bleibt eine offene Verbindung bestehen, die das Atmungs- und Verdauungssystem beeinträchtigt.
Physisch
Zahnfehlbildungen
Andere
Zahnfehlbildungen sind angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Zähne und des Kiefers im Maul des Hundes. Dazu gehören schief stehende Zähne, die man auch als Malokklusion bezeichnet, oder das vollständige Fehlen von Zähnen. Diese Störungen können dazu führen, dass das Gebiss nicht richtig schließt, was die Kaufunktion beeinträchtigt.
Trachealkollaps(TC)
Atmung
Ein Trachealkollaps ist eine fortschreitende Erkrankung der Atemwege, bei der die Knorpelringe der Luftröhre ihre Stabilität verlieren. Dadurch fällt die Luftröhre in sich zusammen, was den Luftstrom zur Lunge behindert. Dies führt dazu, dass der Hund schlechter Luft bekommt und chronisch hustet.
Roentgen
Keratokonjunktivitis sicca (KCS)(KCS)
Augen
Keratokonjunktivitis sicca (KCS), oft einfach als Trockenes Auge bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung der Augen. Dabei produzieren die Tränendrüsen nicht genügend Tränenflüssigkeit, um die Augenoberfläche feucht zu halten. Ohne diesen schützenden Flüssigkeitsfilm kommt es zu einer schmerzhaften Austrocknung und Entzündung der Hornhaut und der Bindehaut.
Augen
Progressive retinale Atrophie, generisch(PRA)
Augen
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Auges, bei der die Netzhaut (Retina) langsam ihre Funktion verliert. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges schrittweise ab. Da diese Zellen für das Sehen verantwortlich sind, führt der fortschreitende Abbau letztlich zur vollständigen Erblindung des Hundes.
angeborene Blindheit
Augen und Sehvermögen
Angeborene Blindheit ist eine Fehlentwicklung der Augen oder der Sehnerven, die bereits vor der Geburt entsteht. Betroffen ist das visuelle System des Hundes, wodurch die Weiterleitung von Bildern an das Gehirn gestört ist. Die Diagnose erfolgt meist über eine spezielle Augenuntersuchung (ECVO-DOK-Untersuchung) durch einen Fachtierarzt.
Physisch
Katarakt(HC)
Augen und Sehvermögen
Der Graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich die Linse im Laufe der Zeit trübt. Diese Trübung verhindert, dass das Licht richtig auf die Netzhaut fällt, was die Sehfähigkeit stark einschränkt. Ohne Behandlung führt dieser Prozess in der Regel zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges.
Augen
Legg-Calvé-Perthes-Krankheit(LCPD)
Bewegungsapparat
Die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit ist eine schwere Erkrankung des Hüftgelenks, die vor allem kleine Hunderassen betrifft. Durch eine lokale Durchblutungsstörung stirbt der Kopf des Oberschenkelknochens allmählich ab und verformt sich. Ohne ausreichende Blutversorgung bricht die Knochenstruktur in sich zusammen, was zu einer schmerzhaften Gelenkentzündung führt.
Roentgen
Kryptorchismus (Hodenhochstand)
Fortpflanzung
Kryptorchismus ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Fortpflanzungsorgane bei männlichen Hunden. Dabei wandern einer oder beide Hoden während des Wachstums nicht wie normal in den Hodensack, sondern verbleiben im Bauchraum oder im Leistenkanal. Da die Hoden im Körperinneren einer zu hohen Temperatur ausgesetzt sind, können sie dort keine gesunden Samenzellen bilden.
Physisch
Patent ductus arteriosus (PDA)(PDA)
Herz
Der persistierende Ductus arteriosus (PDA) ist ein angeborener Herzfehler, bei dem sich eine wichtige Blutgefäßverbindung zwischen der Hauptschlagader und der Lungenschlagader nach der Geburt nicht schließt. Diese Verbindung ist vor der Geburt notwendig, muss sich aber danach von selbst verschließen, damit das Blut richtig fließt. Bleibt sie offen, wird das Herz durch den fehlerhaften Blutfluss dauerhaft überlastet.
Ultraschall
Hyperadrenokortizismus (Cushing-Syndrom)(HAC)
Hormonelles und Stoffwechsel
Das Cushing-Syndrom ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Nebennieren dauerhaft zu viel des Stresshormons Cortisol produzieren. Dieses Hormon steuert wichtige Körperfunktionen, doch ein dauerhafter Überschuss stört den gesamten Stoffwechsel und schwächt das Immunsystem des Hundes. Die Ursache liegt meist in einer Fehlsteuerung der Hirnanhangdrüse oder direkt in den Nebennieren.
Koerperfluessigkeiten
angeborene Taubheit(CHSD)
Nervensystem
Angeborene Taubheit ist ein von Geburt an bestehender Hörverlust, der durch das Absterben der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr verursacht wird. Dadurch können Schallwellen nicht mehr richtig verarbeitet und als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden. Diese Störung des Gehörs ist meist genetisch bedingt und tritt bei einigen Hunderassen gehäuft auf.
Physisch
Epilepsie(IE)
Nervensystem
Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zu plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn, die die normale Informationsübertragung stören. Diese Fehlfunktion äußert sich in wiederkehrenden Krampfanfällen.
Physisch
Hydrocephalus
Nervensystem
Hydrocephalus, auch als Wasserkopf bekannt, ist eine Erkrankung des Gehirns und des Nervensystems. Dabei sammelt sich zu viel Gehirnflüssigkeit, der sogenannte Liquor, in den inneren Kammern des Gehirns an, weil der natürliche Abfluss gestört ist. Diese Flüssigkeitsansammlung übt einen gefährlichen Druck auf das umliegende Nervengewebe aus und kann dieses dauerhaft schädigen.
Roentgen
Shaker-Dog-Syndrom(GTS)
Nervensystem
Das Shaker-Dog-Syndrom ist eine Entzündung des Kleinhirns, das für die Steuerung von Bewegungen zuständig ist. Diese Entzündung, auch Zerebellitis genannt, stört die Signalübertragung im Gehirn und führt zu unkontrolliertem Zittern. Als Ursache wird eine Fehlfunktion des Immunsystems vermutet, bei der körpereigene Abwehrzellen das Nervengewebe angreifen.
Roentgen
Urolithiasis
Nieren
Urolithiasis beschreibt die Bildung von Harnsteinen im Harntrakt, insbesondere in der Blase oder den Harnleitern. Diese Steine entstehen, wenn sich im Urin gelöste Mineralien als Kristalle absetzen und verklumpen. Sie können die Schleimhäute reizen oder den Harnfluss blockieren.
Portosystemischer Shunt (hepatische Enzephalopathie)(PSS)
Stoffwechsel
Bei dieser Erkrankung kann die Leber Giftstoffe im Blut nicht richtig filtern, weil das Blut über eine Fehlbildung der Gefäße an der Leber vorbeigeleitet wird. Dadurch gelangen giftige Stoffwechselprodukte direkt in den Kreislauf und schädigen das Gehirn. Diese Störung des Nervensystems wird als hepatische Enzephalopathie bezeichnet.
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Patellaluxation
Beide Elterntiere müssen für Patellaluxation getestet sein und ein bestandenes Ergebnis vorweisen.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft – bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Beim Morkie sind aktuell 1 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind Patellaluxation (PL). Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
Selbsttest
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