Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Rhodesian Ridgeback 2 Pflichtuntersuchungen und 11 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Der Rhodesian Ridgeback wird mit der Note B bewertet. Große Gelenkprobleme wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sind durch Pflichtuntersuchungen in der Zucht gut im Griff, bleiben aber ein Risikofaktor. Zudem sollten Käufer auf rassetypische Erkrankungen wie die Juvenile Myoklonische Epilepsie (JME) achten und nur bei zertifizierten Züchtern kaufen.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Rhodesian Ridgeback sind aktuell 2 Pflichttests verbreitet, dazu 11 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 11 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Cleft palate
Allgemeine Fitness und Anatomie
Eine Gaumenspalte, im Volksmund auch Wolfsrachen genannt, ist eine angeborene Fehlbildung des Schädels. Dabei schließt sich die Trennwand zwischen der Mund- und Nasenhöhle während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Es bleibt eine offene Verbindung bestehen, die das Atmungs- und Verdauungssystem beeinträchtigt.
Physisch · Bestanden: CLEAR
angeborene Blindheit
Augen und Sehvermögen
Angeborene Blindheit ist eine Fehlentwicklung der Augen oder der Sehnerven, die bereits vor der Geburt entsteht. Betroffen ist das visuelle System des Hundes, wodurch die Weiterleitung von Bildern an das Gehirn gestört ist. Die Diagnose erfolgt meist über eine spezielle Augenuntersuchung (ECVO-DOK-Untersuchung) durch einen Fachtierarzt.
Physisch · Bestanden: CLEAR
Cervical vertebral compressive myelopathy(CVCM)
Bewegungsapparat
Diese Erkrankung, oft als Wobbler-Syndrom bezeichnet, ist eine chronische Quetschung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Sie entsteht durch verengte Wirbelknochen oder instabile Bandscheiben, die Druck auf das Nervensystem ausüben. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervensignalen gestört, was die Bewegungskontrolle des Hundes beeinträchtigt.
Roentgen · Bestanden: A
Color Dilution Alopecia / Blue Dog Syndrom(CDA)
Haut und Fell
Die Farbverdünnungsalopezie (CDA) ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Haut und der Haarfollikel, die bei Hunden mit aufgehellten Fellfarben wie Blau oder Grau auftritt. Durch eine Fehlverteilung verklumpt der Farbstoff Melanin in den Haaren, wodurch diese brüchig werden und dauerhaft ausfallen. Die Haut verliert dadurch an Schutz und wird anfälliger für äußere Einflüsse.
Haut · Bestanden: CARRIER
dermoid sinus(DS)
Haut und Fell
Ein Dermoidsinus ist eine angeborene Fehlbildung der Haut und des Nervensystems, die während der Entwicklung im Mutterleib entsteht. Dabei bildet sich ein schlauchförmiger Kanal von der Hautoberfläche aus, der tief in das Gewebe oder bis zum Rückenmark reichen kann. Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose ist das vorsichtige Ertasten (die sogenannte klinische Palpation) durch den Tierarzt, da Gentests allein das Vorhandensein des Kanals nicht sicher beweisen.
Physisch · Bestanden: CLEAR
angeborene Taubheit(CHSD)
Nervensystem
Angeborene Taubheit ist ein von Geburt an bestehender Hörverlust, der durch das Absterben der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr verursacht wird. Dadurch können Schallwellen nicht mehr richtig verarbeitet und als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden. Diese Störung des Gehörs ist meist genetisch bedingt und tritt bei einigen Hunderassen gehäuft auf.
Physisch · Bestanden: BILATERAL_HEARING
Cerebellar abiotrophy(CA)
Nervensystem
Die cerebelläre Abiotrophie ist eine erbliche Erkrankung des Nervensystems, bei der Zellen im Kleinhirn (Cerebellum) vorzeitig absterben. Das Kleinhirn ist das Kontrollzentrum für die Koordination von Bewegungen im Gehirn. Durch diesen Zellverlust verliert der Hund zunehmend die Fähigkeit, seine Bewegungen normal zu steuern.
DNA · Bestanden: CLEAR
Degenerative Myelopathie(DM)
Nervensystem
Die Degenerative Myelopathie ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks bei Hunden. Dabei baut sich die schützende Hülle der Nervenfasern in der Wirbelsäule langsam ab, was die Signalübertragung zwischen dem Gehirn und den Muskeln stört. Da es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, verliert der Hund nach und nach die Kontrolle über seine Bewegungen.
DNA · Bestanden: Clear or Carrier
Juvenile Myoklonische Epilepsie (Rhodesian Ridgeback)(JME)
Nervensystem
Die Juvenile Myoklonische Epilepsie (JME) ist eine erbliche Erkrankung des Nervensystems, die durch eine Genmutation verursacht wird. Dabei kommt es im Gehirn zu unkontrollierten elektrischen Entladungen, die plötzliche Muskelzuckungen auslösen. Da die Erkrankung autosomal-rezessiv vererbt wird, müssen beide Elterntiere das veränderte Gen tragen, damit die Krankheit beim Welpen ausbricht.
DNA · Bestanden: Clear or Carrier
Taubheit, adult-onset(AOD)
Ohren und Gehör
Diese Erkrankung führt zu einem fortschreitenden Verlust des Hörvermögens bei erwachsenen Hunden. Dabei sterben die feinen Sinneszellen im Innenohr, die für das Hören zuständig sind, langsam ab. Da die Erkrankung erblich ist, betrifft dieser schleichende Prozess das Nerven- und Sinnessystem des Hundes.
DNA · Bestanden: Clear or Carrier
Hypothyroidism, primary
Stoffwechsel
Bei der primären Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse selbst nicht genügend Schilddrüsenhormone. Dies liegt meist an einer chronischen Entzündung oder einem Abbau des Schilddrüsengewebes. Da diese Hormone für die Regulierung des Stoffwechsels zuständig sind, verlangsamen sich durch den Mangel viele Körperfunktionen des Hundes.
Bestanden: Normal
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Ellenbogendysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten mindestens das Ergebnis "1" erreichen. Idealerweise besser. Phenotypen aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht herangezogen werden.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und prüfen jeden hochgeladenen Befund auf Echtheit.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und durch unser Team auf Echtheit, Datum und Ergebnis geprüft.
Beim Rhodesian Ridgeback sind aktuell 2 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind Ellenbogendysplasie (ED), Hüftgelenksdysplasie (HD). Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
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