Ein Spot-on beim Hund ist ein flüssiges Präparat zum Auftropfen auf die Haut im Nackenbereich, das über den natürlichen Talgfilm der Haut wirkt. Je nach Wirkstoff tötet es Zecken, Flöhe und Milben ab oder wehrt sie ab, bevor sie zustechen. Die Wirkung hält typischerweise etwa vier Wochen an und erfordert bei Kindern und Katzen im Haushalt besondere Vorsichtsmaßnahmen.
| Merkmal | Details zum Spot-on für Hunde |
|---|---|
| Wirkprinzip | Verteilung über die Talgschicht der Haut (oberflächlich) oder Aufnahme über die Haut in die Blutbahn (systemisch). |
| Zielparasiten | Zecken, Flöhe, Haarlinge, Milben sowie je nach Präparat Stech- und Sandmücken. |
| Typische Wirkdauer | Meist rund 4 Wochen gegen Zecken, bei einigen Wirkstoffen bis zu 8 oder 12 Wochen. |
| Wirkstoffgruppen | Chemisch-synthetische Akarizide/Insektizide (z. B. Pyrethroide, Phenylpyrazole) oder pflanzlich-naturbasierte Repellentien (z. B. Margosa, Kokosöl). |
| Wichtige Risiken | Hautrötungen, Juckreiz; viele Hunde-Präparate (v. a. mit Permethrin) sind für Katzen tödlich; direkter Hautkontakt für Kinder nach dem Auftragen tabu. |
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Wie wirkt ein Spot-on beim Hund?
Wenn du ein Spot-on beim Hund anwendest, gibst du den Inhalt einer kleinen Plastikpipette direkt auf die Haut deines Vierbeiners. Was danach passiert, hängt von der Art des Präparats ab. Die meisten klassischen Auftropflösungen sind fettlöslich (lipophil). Sie verbinden sich mit dem natürlichen Talgfilm der Hundehaut und breiten sich innerhalb von etwa ein bis zwei Tagen wie ein unsichtbarer Schutzmantel über die gesamte Körperoberfläche aus.
Tiermedizinisch unterscheidet man bei dieser Schutzschicht zwei grundlegende Wirkmechanismen:
- Repellierende Wirkung (Abwehr): Der Wirkstoff schreckt Parasiten ab, sobald sie mit dem Fell oder der Haut in Berührung kommen. Oft spricht man hier vom sogenannten „Hot-Foot-Effekt“ – für die Zecke oder Mücke fühlt sich die Hautoberfläche so unangenehm an, dass sie sich gar nicht erst festbeißt, sondern das Weite sucht. Das verhindert den Stich und senkt das Risiko einer Krankheitsübertragung erheblich.
- Akarizide bzw. insektizide Wirkung (Abtötung): Diese Stoffe wirken als Kontaktgift oder systemisch über das Blut. Kommt ein Floh oder eine Zecke mit dem Talgfilm in Kontakt oder sticht in die Haut, nimmt der Parasit den Wirkstoff auf. Das Mittel blockiert Reizleitungen im Nervensystem der Spinnentiere und Insekten, sodass sie innerhalb weniger Stunden bis maximal zwei Tagen absterben und abfallen.
Darüber hinaus gibt es Spot-on-Lösungen, die nicht nur im Talgfilm verbleiben, sondern durch die Hautschichten in den Blutkreislauf übergehen. Solche systemisch wirkenden Mittel werden oft eingesetzt, wenn gleichzeitig bestimmte Milbenarten (wie Ohrmilben oder Räudemilben) oder innere Parasiten (wie Herzwürmer) bekämpft werden sollen.
Warum Zecken- und Flohschutz mehr als nur Komfort ist
Ein Flohbefall ist lästig, führt zu starkem Juckreiz und kann eine Flohspeichelallergie (FAD) auslösen. Bei Zecken und Stechmücken geht es jedoch um weit mehr: Sie sind Vektoren für gefährliche Infektionskrankheiten. In Deutschland übertragen der Gemeine Holzbock und die Auwaldzecke unter anderem Borreliose, Anaplasmose, Babesiose (auch „Hundemalaria“ genannt) sowie das FSME-Virus. In südlichen Urlaubsländern kommen Ehrlichiose und die durch Sandmücken übertragene Leishmaniose hinzu.
Da manche Erreger wie die Babesien oder FSME-Viren schon relativ früh nach dem Stich übertragen werden können, während Borrelien meist erst nach 12 bis 24 Stunden Saugzeit in den Hund gelangen, empfehlen das europäische Expertengremium ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) und viele Tierarztpraxen bei entsprechendem Expositionsrisiko einen lückenlosen Schutz durch geprüfte Präparate.
Chemische vs. pflanzliche Wirkstoffe: Ein kritischer Vergleich
Kaum ein Thema spaltet Hundehaltende so sehr wie die Frage nach „Chemie oder Natur“ beim Parasitenschutz. Wer nach einem passenden Spot-on für Hunde sucht, steht vor einem riesigen Markt aus apotheken- oder verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln auf der einen Seite und frei verkäuflichen Pflegeprodukten oder Bioziden auf der anderen Seite. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf das, was die Substanzen leisten – und wo ihre Grenzen und Risiken liegen.
Pharmazeutische Tierarzneimittel (Chemisch-synthetisch)
Zugelassene Tierarzneimittel enthalten Wirkstoffe wie synthetische Pyrethroide (z. B. Permethrin, Deltamethrin), Phenylpyrazole (z. B. Fipronil), Neonikotinoide (z. B. Imidacloprid) oder Isoxazoline (z. B. Fluralaner). Bevor ein solches Präparat auf den Markt kommt, muss es ein strenges behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Der Hersteller muss in klinischen Studien belegen, dass das Mittel zuverlässig (meist zu über 90 bis 95 Prozent) über den angegebenen Zeitraum wirkt und für den Hund bei korrekter Dosierung verträglich ist.
Der Vorteil: Die Wirksamkeit ist verlässlich dokumentiert. Gerade in Regionen mit hohem Aufkommen von Auwaldzecken (Überträger der oft tödlichen Babesiose) oder bei Reisen ans Mittelmeer (Sandmücken) bieten chemisch-synthetische Repellentien den derzeit sichersten Schutz vor einer Infektion.
Die Kehrseite: Es handelt sich um hochwirksame Insektizide und Akarizide (Nervengifte für Gliederfüßer). Zwar greifen diese Stoffe gezielt an Rezeptoren an, die bei Insekten und Spinnentieren anders aufgebaut sind als bei Säugetieren, dennoch sind Nebenwirkungen beim Hund möglich. Dazu gehören vorübergehende Hautreizungen, Juckreiz oder Haarausfall an der Tropfstelle, selten auch Apathie, Speicheln oder neurologische Symptome wie Muskelzittern.
Pflanzliche und naturbasierte Alternativen
Aus Sorge vor Nebenwirkungen greifen viele Menschen zu einem pflanzlichen Hund Spot-on. Diese Präparate basieren meist auf ätherischen Ölen oder Pflanzenextrakten wie Margosa-Extrakt (Niembaumöl), Lavendelöl, Geraniol, Zitroneneukalyptus (Citriodiol) oder Laurinsäure (aus Kokosöl). Ihr Prinzip ist rein repellierend: Der starke Eigengeruch soll den Orientierungssinn der Parasiten stören und sie vom Zustechen abhalten.
Der Vorteil: Sie kommen ohne klassische synthetische Pestizide aus und sind für gesunde Hunde im Alltag oft eine sanftere Option, wenn der Parasitendruck in der Wohngegend sehr gering ist und das Fell zusätzlich nach jedem Spaziergang gründlich abgesucht wird.
Die Kehrseite: „Natürlich“ bedeutet weder automatisch wirksam noch frei von Nebenwirkungen. In unabhängigen Untersuchungen schneiden viele pflanzliche Mittel deutlich schwächer ab als Arzneimittel oder verlieren ihre abwehrende Wirkung schon nach wenigen Tagen. Bei hohem Zeckendruck reicht der Duftschleier oft nicht aus, um hungrige Zecken aufzuhalten. Zudem sind hochkonzentrierte ätherische Öle wie Geraniol, Teebaumöl oder Margosa stark reizend für die empfindliche Hundehaut und können schwere Kontaktallergien auslösen. Auch der feine Geruchssinn des Hundes wird durch intensiv riechende Öle im Nacken permanent belastet.
Wo die Fachwelt abwägt: Während ganzheitlich orientierte Beratende bei geringem Risiko oft zunächst naturbasierte Abwehrmittel in Kombination mit manuellem Absuchen befürworten, betonen Parasitologen an tierärztlichen Hochschulen, dass das Risiko einer schweren Erkrankung wie Babesiose oder Anaplasmose die seltenen Nebenwirkungen zugelassener Tierarzneimittel deutlich überwiegt. Welche Strategie für deinen Hund die richtige ist, solltest du daher immer individuell mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt besprechen.
Wie trägt man ein Hund Spot-on richtig auf?
Ein Spot-on kann nur dann zuverlässig wirken und sicher sein, wenn es exakt nach Anleitung aufgetragen wird. In der Praxis passieren hierbei jedoch überraschend oft Fehler, die entweder die Wirkung zunichtemachen oder dazu führen, dass der Hund das Mittel ableckt. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gehst du auf Nummer sicher:
- Gewicht genau prüfen: Kaufe und verwende niemals eine Pipette auf Schätzbasis. Wiege deinen Hund vorab und wähle exakt die Gewichtsklasse, die für ihn vorgesehen ist.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen: Trage das Präparat idealerweise abends nach der letzten großen Gassirunde auf. So kann die Flüssigkeit über Nacht in Ruhe einziehen, ohne dass Regen, Toben mit Artgenossen oder Kinderhände die Verteilung stören.
- Fell gründlich scheiteln: Das ist der wichtigste Schritt. Scheitle das Fell zwischen den Schulterblättern im Nacken so weit auseinander, bis du die nackte Haut deutlich siehst. Bei Hunden mit sehr dichter Unterwolle – wie etwa einem Golden Retriever oder einem Australian Shepherd – braucht das etwas Geduld.
- Direkt auf die Haut tropfen: Setze die Pipettenspitze direkt auf die Haut auf und drücke sie langsam aus. Das Mittel gehört auf die Haut, nicht ins Fell! Bleibt die Flüssigkeit in den Haaren hängen, erreicht sie die Talgschicht nicht und verdunstet oder wird abgestreift.
- Bei großen Hunden auf mehrere Punkte verteilen: Ab einer gewissen Flüssigkeitsmenge (oft bei Hunden über 20 Kilogramm) läuft die Lösung sonst seitlich durch das Fell herab. Verteile den Inhalt der Pipette in diesem Fall auf zwei bis vier Punkte entlang der Rückenlinie – vom Nacken bis zum Rutenansatz – jeweils direkt auf die gescheitelte Haut.
Typische Anwendungsfehler, die du unbedingt vermeiden solltest
- Frisch gebadeter Hund: Wenn du deinen Hund kurz vor dem Auftragen mit Hundeshampoo wäschst, entfernst du den natürlichen Fettfilm der Haut. Das Spot-on hat dann keine Trägersubstanz mehr, um sich zu verteilen. Warte nach einem Shampoo-Bad mindestens zwei bis drei Tage, bevor du die Pipette aufträgst.
- Zu frühes Schwimmen oder Regen: Nach dem Auftragen braucht der Wirkstoff etwa 24 bis 48 Stunden, um sich vollständig in den Talgdrüsen zu verankern. In dieser Zeit darf der Hund nicht schwimmen gehen, nicht gebadet werden und sollte auch keinem starken Platzregen ausgesetzt sein.
- Pipetten teilen: Eine große Pipette für einen 40-Kilo-Hund zu kaufen und nach Augenmaß auf zwei 20-Kilo-Hunde aufzuteilen, ist gefährlich. Zum einen lässt sich die winzige Flüssigkeitsmenge kaum präzise halbieren (Über- oder Unterdosierung), zum anderen haben manche Präparate je nach Gewichtsklasse unterschiedliche Konzentrationen.
Vorsichtsmaßnahmen im Haushalt: Kinder, Katzen und Umwelt
Ein aufgetragenes Spot-on verschwindet nicht einfach im Hund, sondern bildet über Wochen eine bioaktive Schicht auf seiner Oberfläche. Das erfordert im Alltag ein verantwortungsbewusstes Management – besonders dann, wenn Kinder oder Katzen mit im Haushalt leben.
Spot-on und Kinder: Worauf Eltern achten müssen
Für kleine Kinder ist der Familienhund oft der beste Freund, der intensiv umarmt, gekuschelt und im Nacken gekrault wird. Solange die Auftropflösung noch feucht ist, besteht die Gefahr, dass Kinder den hochkonzentrierten Wirkstoff an die Hände bekommen und anschließend über die Finger in den Mund oder die Augen reiben.
Tierärztliche Fachinformationen und Behörden geben hierfür klare Verhaltensregeln vor:
- Strikte Kuschelpause: Solange die Auftragsstelle noch sichtbar feucht oder ölig ist (mindestens für 12 bis 24 Stunden), dürfen Kinder den Hund nicht anfassen oder mit ihm spielen.
- Abends behandeln: Wenn du den Hund abends kurz vor dem Schlafengehen der Kinder behandelst, ist die Hauptmenge am nächsten Morgen bereits eingezogen.
- Kein Schlafen im Kinderbett: Frisch behandelte Hunde dürfen keinesfalls im Bett – insbesondere nicht bei Kindern – schlafen, da sich der Wirkstoff sonst auf Kissen und Bettwäsche abreibt.
- Händewaschen: Gewöhne deinen Kindern an, sich in den ersten Tagen nach der Behandlung nach dem Streicheln des Hundes gründlich die Hände mit Seife zu waschen.
Lebensgefahr für Katzen: Die Permethrin-Falle
Lebt in deinem Haushalt neben dem Hund auch eine Katze, ist beim Kauf von Zeckenmitteln höchste Wachsamkeit geboten. Viele gängige Spot-on-Präparate für Hunde enthalten den Wirkstoff Permethrin (oder verwandte Pyrethroide wie Flumethrin oder Deltamethrin). Was für den Hund gut verträglich ist, ist für Katzen bereits in kleinsten Mengen hochgradig lebensgefährlich.
Katzen fehlt ein bestimmtes Leberenzym (die sogenannte Glucuronidyltransferase), das nötig ist, um Pyrethroide im Körper abzubauen und auszuscheiden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt regelmäßig davor, dass schon das versehentliche Ablecken des behandelten Hundefells oder das gemeinsame Kuscheln im Körbchen bei Katzen zu schwersten Vergiftungen mit Krämpfen, Lähmungen, Atemnot und oft zum Tod führt.
Die goldene Regel für Mehr-Tier-Haushalte: Verwende niemals ein Hunde-Präparat bei einer Katze. Wenn Hund und Katze engen Kontakt pflegen, sich gegenseitig putzen oder denselben Schlafplatz nutzen, sprich deine Tierarztpraxis gezielt auf permethrinfreie Alternativen an oder halte die Tiere nach der Behandlung so lange strikt getrennt, bis die Auftragsstelle vollkommen abgetrocknet ist.
Besonderheit bei Hütehunden: Der MDR1-Gendefekt
Bei bestimmten Hunderassen – allen voran beim Collie, Shetland Sheepdog (Sheltie), Australian Shepherd, Border Collie oder Weißen Schweizer Schäferhund – kommt gehäuft eine genetische Besonderheit vor: der sogenannte MDR1-Defekt. Wie das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Justus-Liebig-Universität Gießen erläutert, ist bei betroffenen Hunden die Blut-Hirn-Schranke für bestimmte Arzneistoffe durchlässig.
Kritisch sind hierbei vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone (wie Ivermectin, Doramectin, Moxidectin oder Selamectin), die in manchen antiparasitären Kombi-Spot-ons enthalten sind. Während für Hunde zugelassene Spot-ons bei exakter Einhaltung der Dosierung auf der Haut meist auch für MDR1-betroffene Tiere als sicher getestet sind, kann schon das versehentliche Ablecken der Lösung durch den Hund oder einen Artgenossen zu lebensbedrohlichen neurologischen Vergiftungen führen. Wenn du einen Hund aus der Gruppe der britischen Hütehunde hältst, lass seinen MDR1-Status per Gentest bestimmen und weise in der Tierarztpraxis vor jeder Parasitenbehandlung darauf hin.
Gewässerschutz: Warum behandelte Hunde nicht baden sollten
Ein lange unterschätzter Aspekt ist die Umweltbelastung durch Ektoparasitika. Aktuelle wissenschaftliche Auswertungen – unter anderem von Forschenden der Veterinärmedizinischen Universität Wien – zeigen, dass Wirkstoffe wie Fipronil oder Imidacloprid über badende Hunde sowie durch das Abwaschen im Regen oder über Ausscheidungen in Bäche, Flüsse und Seen gelangen. Da diese Stoffe für Wasserinsekten, Krebstiere und Fische bereits in extrem geringen Konzentrationen hochgiftig sind, schädigen sie aquatische Ökosysteme und indirekt auch Vögel, die auf Wasserinsekten als Nahrungsquelle angewiesen sind.
Als verantwortungsbewusste Halterin oder Halter kannst du dieses Risiko drastisch senken: Lass deinen Hund nach dem Auftragen eines chemischen Spot-ons nicht nur die ersten 48 Stunden, sondern idealerweise so lange wie möglich nicht in natürlichen Kleingewässern, Teichen oder langsam fließenden Bächen baden. Hast du eine absolute Wasserratte wie einen Labrador Retriever zu Hause, der täglich ins Wasser springt, ist ein oberflächlich wirkendes Spot-on oft ohnehin die falsche Wahl – hier wäscht sich der Schutz schneller ab und belastet gleichzeitig die Natur.
Praxis: Was bedeutet das konkret für dich und deinen Hund?
Es gibt nicht „das eine“ beste Mittel für jeden Hund. Ein sinnvoller Parasitenschutz ist immer eine individuelle Abwägung aus dem Lebensstil deines Hundes, deinem Wohnort, deinen familiären Umständen und eventuellen Vorerkrankungen. Um in der Tierarztpraxis gemeinsam die beste Entscheidung zu treffen, hilft dir diese praktische Orientierung:
- Wann ein chemisches Spot-on mit Repellent-Wirkung ideal ist: Dein Hund ist viel in Wald und Wiesen unterwegs, ihr lebt in einem Risikogebiet für Babesiose oder FSME oder ihr plant eine Reise nach Südeuropa. Dein Hund geht selten schwimmen, im Haushalt leben keine Katzen (oder sie haben keinen Kontakt) und es gibt keine Kleinkinder, die unkontrolliert ins Hundefell greifen.
- Wann Kautabletten oft die bessere Alternative sind: Wenn du kleine Kinder zu Hause hast, dein Hund täglich im See schwimmt, sehr dichtes, langes Fell hat oder eng mit Katzen zusammenlebt. Da Tabletten von innen wirken, gibt es keinen Wirkstofffilm auf dem Fell – Kinder können den Hund jederzeit gefahrlos kuscheln, Katzen sind nicht durch Permethrin gefährdet und beim Schwimmen gelangen keine Gifte direkt vom Fell ins Gewässer. (Beachte: Bei Hunden mit bekannter Epilepsie raten Tierärzte meist von oralen Isoxazolinen ab und bevorzugen lokale Präparate).
- Wann milde, pflanzliche Mittel plus Absuchen ausreichen können: Dein Hund hat kurzes, helles Fell (auf dem man krabbelnde Zecken sofort sieht), ihr bewegt euch hauptsächlich in gepflegten städtischen Anlagen mit extrem niedrigem Zeckenaufkommen und du suchst deinen Hund nach jedem Spaziergang akribisch ab.
Unabhängig davon, für welches Präparat du dich entscheidest: Kein Mittel auf dem Markt bietet einen 100-prozentigen Schutz. Gewöhne dir deshalb an, deinen Vierbeiner nach Runden durch hohes Gras oder Unterholz kurz abzutasten – besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln und zwischen den Zehen. Jede Zecke, die du absammelst, bevor sie sticht, ist der beste und nebenwirkungsfreieste Gesundheitsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft muss ich ein Spot-on beim Hund erneuern?
Die meisten klassischen Spot-on-Präparate für Hunde wirken gegen Zecken etwa vier Wochen und gegen Flöhe oft vier bis acht Wochen. Es gibt jedoch auch neuere Auftropflösungen vom Tierarzt, deren Wirkdauer bis zu zwölf Wochen beträgt. Lies dir vor der Anwendung immer die Packungsbeilage deines konkreten Präparats durch, da die Wirkdauer je nach Wirkstoff und Zielparasit (z. B. kürzere Wirkdauer gegen bestimmte Zeckenarten oder Sandmücken) variieren kann.
Mein Hund hat sich nach dem Spot-on gekratzt – ist das normal?
Ein leichtes Kribbeln, kurzzeitiges Kratzen oder eine kleine, ölige Verklebung an der Tropfstelle direkt nach dem Auftragen kommen gelegentlich vor und klingen meist nach einigen Stunden ab. Zeigt dein Hund jedoch starken Juckreiz, deutliche Hautrötungen, Quaddeln, Haarausfall oder wirkt er apathisch, zittert oder speichelt stark, verträgt er den Wirkstoff oder die Trägerlösung nicht. Wasche die Stelle in diesem Fall sofort gründlich mit lauwarmem Wasser und einem milden Hundeshampoo (oder etwas Spülmittel, um das Fett zu lösen) ab und kontaktiere deine Tierarztpraxis.
Was passiert, wenn mein Hund das Spot-on ableckt?
Leckt der Hund (oder ein Zweithund im Haushalt) das frisch aufgetragene Spot-on ab, reizt der bittere Geschmack zunächst die Schleimhäute: Fast immer setzt sofort starkes Speicheln oder Schaumbildung vor dem Maul ein, manchmal gefolgt von Erbrechen. Je nach Wirkstoff und aufgenommener Menge kann es auch zu gefährlichen Vergiftungserscheinungen wie Zittern oder Koordinationsstörungen kommen, insbesondere bei Hunden mit MDR1-Defekt. Biete dem Hund etwas Wasser oder Futter an, verhindere weiteres Lecken und halte bei unklaren Symptomen umgehend Rücksprache mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt (Packungsbeilage bereithalten).
Kann ein Hund trotz Spot-on noch Zecken bekommen?
Ja, das ist möglich. Zum einen wirkt kein biologisches oder chemisches Mittel zu 100 Prozent bei jeder einzelnen Zecke. Zum anderen besitzen nicht alle Spot-ons eine abweichende (repellierende) Wirkung. Präparate mit reiner Abtötungswirkung (wie z. B. der Wirkstoff Fipronil) verhindern nicht, dass die Zecke auf den Hund krabbelt und zusticht – sie sorgen lediglich dafür, dass die Zecke nach dem Kontakt oder Biss innerhalb von 24 bis 48 Stunden abstirbt.
Ab welchem Alter darf ein Welpe ein Spot-on bekommen?
Für sehr junge Welpen sind viele klassische Spot-on-Präparate noch nicht zugelassen, da ihr Stoffwechsel und ihre Hautbarriere noch nicht vollständig ausgereift sind. Die meisten pharmazeutischen Spot-ons dürfen erst ab einem Alter von sieben bis acht Wochen und einem bestimmten Mindestgewicht (meist ab 1,5 oder 2 Kilogramm) angewendet werden. Lass dich bei Welpen immer in deiner Tierarztpraxis beraten, welches Mittel für das genaue Alter und Gewicht deines jungen Hundes sicher ist.
Verantwortungsvolle Hundehaltung beginnt mit ehrlichem Wissen
Ob beim Schutz vor Parasiten, bei der täglichen Pflege oder schon vor dem Einzug eines neuen Familienmitglieds: Gute Entscheidungen für die Hundegesundheit brauchen verlässliche, unabhängige Informationen ohne Panikmache. Als vertrauenswürdige Plattform rund um den Hund begleitet dich HonestDog mit fundierten Ratgebern durch alle Lebensphasen deines Vierbeiners. Wenn du gerade erst überlegst, welcher Hund gesundheitlich und charakterlich wirklich in deinen Familienalltag passt, unterstützt dich unser Rassen-Finder dabei, die passende Rasse für dein Leben zu entdecken.
Quellen
- docmorris.de
- bvl.bund.de
- dogssupreme.de
- tierarzt-ertl.de
- vitomalia.com
- bvl.bund.de
- researchgate.net
- msd-tiergesundheit.de



