Eine Zeckentablette für den Hund tötet Parasiten zuverlässig ab, sobald sie zustechen und Blut saugen, und schützt je nach Wirkstoff vier bis zwölf Wochen lang vor durch Zecken übertragenen Krankheiten. Ob eine Kautablette oder ein äußerliches Präparat die bessere Wahl ist, hängt von Vorerkrankungen wie Epilepsie, dem Badeverhalten deines Hundes und dem Kontakt zu Kindern oder Katzen im Haushalt ab.
| Merkmal | Einordnung für Hundehalter |
|---|---|
| Wirkprinzip | Systemisch über den Blutkreislauf (Wirkstoffgruppe meist Isoxazoline); Zecken müssen erst stechen, um abzusterben. |
| Wirkdauer | Je nach eingesetztem Wirkstoff typischerweise 4 bis 12 Wochen pro Gabe. |
| Verträglichkeit | Überwiegend gut verträglich; unerwünschte Arzneimittelwirkungen (z. B. Magen-Darm-Symptome, selten neurologische Reaktionen) sind laut EU-Produktinformationen meist mild und vorübergehend; neurologische Reaktionen gelten als sehr selten (unter 1 von 10.000 Hunden), leichte Magen-Darm-Beschwerden je nach Präparat als sehr selten bis häufig. |
| Größter Vorteil | Kein Wirkstoff auf dem Fell; ideal für Hunde, die viel schwimmen, sowie für Haushalte mit Kleinkindern oder Katzen. |
| Wichtige Einschränkung | Keine abwehrende (repellierende) Wirkung gegen den Stich selbst; bei Hunden mit bekannter Epilepsie ist besondere Vorsicht geboten. |
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Zeckentabletten für Hunde im Vergleich: Tablette oder äußerlicher Schutz?
Wer nach einem wirksamen Schutz vor Parasiten sucht, steht vor einer grundlegenden Systementscheidung. Tiermedizinisch wird zwischen zwei Strategien unterschieden: Präparate mit einer rein abtötenden (akariziden) Wirkung und Mittel, die zusätzlich eine abwehrende (repellierende) Komponente besitzen. Während eine Zeckentablette beim Hund von innen heraus über das Blut wirkt, verteilen sich Spot-on-Präparate und medizinische Halsbänder äußerlich in der Talgschicht der Haut und im Haarkleid.
Bei der oralen Gabe nimmt der Hund eine meist aromatische Kautablette über das Futter oder direkt aus der Hand auf. Der enthaltene Wirkstoff – in der Regel aus der Gruppe der sogenannten Isoxazoline (wie Fluralaner, Afoxolaner, Sarolaner oder Lotilaner) – gelangt über den Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn und lagert sich im Gewebe an. Setzt sich eine Zecke oder ein Floh auf das Tier und beginnt mit der Blutmahlzeit, nimmt der Parasit die Substanz auf. Das Mittel blockiert spezifische Nervenkanäle der Spinnentiere und Insekten, was je nach Wirkstoff und Zeckenart innerhalb von etwa 8 bis 48 Stunden zu deren Tod führt. Da die Übertragung vieler Krankheitserreger wie Borrelien in der Regel erst nach mindestens 16 bis 24 Stunden Saugzeit stattfindet, senkt das schnelle Abtöten das Infektionsrisiko erheblich.
Äußerlich aufgetragene Kontakt-Antiparasitika (Spot-ons zum Auftropfen in den Nacken oder kontinuierlich wirkstoffabgebende Halsbänder) verfolgen häufig das Ziel, die Zecke bereits am Stechen zu hindern. Kommt der Parasit mit dem behandelten Fell in Berührung, lösen bestimmte Wirkstoffe wie Pyrethroide einen starken Fluchtreflex ( den sogenannten „Hot-Foot-Effekt“) aus oder lähmen die Zecke vor dem Stich. Welche Option im Alltag besser funktioniert, zeigt die direkte Gegenüberstellung der beiden Konzepte.
| Kriterium | Zeckentablette für Hunde (innerlich) | Spot-on & Halsband (äußerlich) |
|---|---|---|
| Schutzmechanismus | Abtötend nach dem Stich: Die Zecke muss stechen und Blut saugen, stirbt dann aber rasch ab. | Oft abwehrend (repellierend) und abtötend: Verhindert im Idealfall bereits das Zustechen bei bloßem Fellkontakt. |
| Kontakt mit Menschen | Kein Wirkstoff im Fell; unbedenklich beim Kuscheln, im Familienbett oder im Umgang mit Kleinkindern. | Wirkstoff liegt auf Haut und Haaren; nach dem Auftragen von Spot-ons sollte intensives Streicheln zunächst vermieden werden. |
| Wasser & Baden | Wirkung bleibt bei häufigem Schwimmen, Regen oder Shampoonieren vollständig erhalten. | Häufiges Baden oder Waschen mit Shampoo kann die Wirkdauer verkürzen; Gewässer können durch abwaschbare Stoffe belastet werden. |
| Sicherheit für Katzen | Keine Gefahr durch Kontaktübertragung für im selben Haushalt lebende Katzen. | Manche Hundewirkstoffe (v. a. Permethrin/Pyrethroide) sind für Katzen bei engem Kontakt oder Ablecken lebensgefährlich. |
| Steuerbarkeit bei Unverträglichkeit | Ist die Tablette geschluckt, verbleibt der Wirkstoff für die gesamte Wirkdauer (4 bis 12 Wochen) im Organismus. | Ein Halsband lässt sich bei Hautreizungen sofort abnehmen; ein Spot-on kann zumindest teilweise abgewaschen werden. |
Neben diesen arzneilichen Optionen greifen manche Halter auf frei verkäufliche Hausmittel wie Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Zistrosenkraut oder Bernsteinketten zurück. In der klinischen Tiermedizin wird davon als alleinigem Schutz in Risikogebieten jedoch abgeraten. Zwar können bestimmte ätherische Öle oder Laurinsäure im Labor für kurze Zeit eine leicht vergrämende Wirkung zeigen, im Alltag reicht dieser Effekt bei dichtem Hundefell und hohem Parasitendruck aber nicht aus, um schwere Infektionen sicher zu verhindern.
Worauf es bei deinem Hund ankommt: Wann sind Zeckentabletten sinnvoll?
Es gibt nicht das eine perfekte Zeckenmittel für jedes Tier. Ob Zeckentabletten für Hunde in deinem Fall die sinnvollste Lösung darstellen, richtet sich nach den individuellen körperlichen Voraussetzungen deines Vierbeiners und euren konkreten Lebensumständen.
Alter und Körpergewicht
Kautabletten gegen Zecken und Flöhe sind nach festen Gewichtsklassen gestaffelt. Damit eine sichere Dosierung gewährleistet ist, müssen junge Hunde ein gewisses Mindestalter und Mindestgewicht erreicht haben. Je nach Präparat liegt die Untergrenze meist bei einem Alter von acht Wochen sowie einem Körpergewicht von mindestens 1,3 bis 2 Kilogramm. Bei sehr jungen Welpen oder extrem leichten Zwergrassen prüfen Tierärzte daher genau, welches Präparat bereits zugelassen ist. Zudem befinden sich Junghunde im schnellen Wachstum: Wer einem vier Monate alten Hund eine Tablette mit zwölf Wochen Wirkdauer gibt, riskiert, dass das Tier nach sechs Wochen aus seiner Gewichtsklasse herausgewachsen ist und der Wirkstoffspiegel im Blut vorzeitig absinkt. In der Wachstumsphase sind monatlich dosierbare Mittel oft präziser steuerbar.
Rasse, Fellbeschaffenheit und der MDR1-Gendefekt
Bei Hunden mit extrem dichter Unterwolle oder langem Haarkleid – wie etwa beim Golden Retriever, beim Berner Sennenhund oder beim Australian Shepherd – stoßen äußerliche Mittel manchmal an praktische Grenzen. Spot-on-Lösungen landen bei dichtem Pelz leicht in den Haaren statt auf der Haut, und auch Wirkstoffhalsbänder benötigen direkten Hautkontakt, um sich gleichmäßig in der Lipidschicht zu verteilen. Zudem erschwert langes, dunkles Fell das tägliche Absuchen nach dem Spaziergang erheblich. Eine systemisch wirkende Zeckentablette für den Hund umgeht dieses Problem komplett, da die Fellstruktur für die Verteilung über die Blutbahn keine Rolle spielt.
Ein wichtiger genetischer Aspekt betrifft Hütehunde wie den Border Collie, den Langhaarcollie oder den Shetland Sheepdog. Bei diesen Rassen tritt gehäuft der sogenannte MDR1-Gendefekt auf. Betroffenen Tieren fehlt ein bestimmtes Transportprotein an der Blut-Hirn-Schranke, weshalb manche Arzneistoffe ungehindert ins zentrale Nervensystem übertreten und dort schwere Vergiftungen auslösen können. Zugelassene Zeckentabletten aus der Gruppe der Isoxazoline wurden in Sicherheitsstudien an Hunden mit MDR1-Defekt getestet und gelten bei Einhaltung der regulären Dosierung als verträglich. Dennoch sollte vor der ersten Gabe bei entsprechenden Rassen immer Rücksprache mit der Tierarztpraxis gehalten und auf eine gleichzeitige Gabe anderer kritischer Medikamente geachtet werden. Wenn du dich generell fragst, welche gesundheitlichen Besonderheiten bestimmte Hundetypen mitbringen, hilft dir unser Rassen-Finder bei der Orientierung.
Gesundheitszustand und Vorerkrankungen
Nicht jeder Hund verträgt jedes Medikament gleich gut. Besondere Aufmerksamkeit gilt Hunden mit neurologischen Vorerkrankungen. Da die Wirkstoffe in Zeckentabletten am Nervensystem der Parasiten ansetzen, wird in den Packungsbeilagen und von Fachbehörden darauf hingewiesen, dass es in sehr seltenen Fällen auch beim Hund zu neurologischen Reaktionen wie Muskelzittern, unsicherem Gang (Ataxie) oder Krampfanfällen kommen kann. Leidet ein Hund bereits an Epilepsie oder hatte in der Vergangenheit Krampfanfälle, wägen Tierärzte den Einsatz von Isoxazolinen sehr kritisch ab und greifen im Zweifel auf andere Wirkstoffklassen zurück.
Auch bei Hunden mit ausgeprägten chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei einem sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt lohnt sich ein genauer Blick. Wer einen sensiblen Hund zum ersten Mal mit einer Kautablette schützt, fährt oft sicherer, zunächst ein Präparat mit kürzerer Wirkdauer von vier Wochen zu wählen statt direkt zu einer Dreimonatstablette zu greifen. Zeigt das Tier wider Erwarten Unverträglichkeiten wie Erbrechen oder Durchfall, baut sich der Wirkstoff so deutlich schneller wieder ab.
Geschlecht: Trächtigkeit und Säugezeit
Bei unkastrierten Hündinnen, die zur Zucht eingesetzt werden, trächtig sind oder gerade Welpen säugen, gelten strenge Sicherheitsmaßstäbe für alle Medikamente. Während einige Zeckentabletten für Hunde nach entsprechender Prüfung auch für tragende und laktierende Hündinnen zugelassen sind, fehlt diese Zulassung bei anderen Präparaten oder erfordert eine strenge tierärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung. Hier darf niemals eigenmächtig zu Restbeständen aus der Hausapotheke gegriffen werden.
Lebensumstände, Alltag und Reisepläne
Wie sieht euer tägliches Leben aus? Für wasserbegeisterte Hunde wie den Labrador Retriever, die im Sommer fast täglich in Bächen, Seen oder im Meer baden, sind Tabletten ein klarer Vorteil. Weder wäscht sich der Schutz ab, noch gelangen für Fische, Amphibien und Wasserinsekten hochgiftige Insektizide von der Hundehaut ins Oberflächengewässer – ein Umweltaspekt, den Untersuchungen britischer Flüsse (u. a. der University of Sussex) und eine Übersichtsarbeit der Veterinärmedizinischen Universität Wien kritisch beleuchten. Ganz ohne Umwelteintrag sind aber auch Tabletten nicht, da Wirkstoffe über Kot und Urin ausgeschieden werden. Auch in Familien mit kleinen Kindern, die eng mit dem Hund schmusen, oder in Haushalten, in denen Hunde und Katzen gemeinsam auf dem Sofa liegen, bieten Kautabletten höchste Sicherheit, da keine Rückstände im Fell haften.
Anders sieht die Situation aus, wenn du mit deinem Hund eine Reise nach Südeuropa oder in bestimmte Mittelmeerregionen planst. Dort lauern neben Zecken auch Sandmücken und Stechmücken, die gefährliche Krankheiten wie die Leishmaniose oder Herzwürmer übertragen. Da eine Mücke bei einem Hund mit Zeckentablette ungehindert stechen kann und die Erreger sofort beim Stich überträgt, nützt es dem Hund wenig, wenn die Mücke Stunden später an der Blutmahlzeit verendet. Für Reisen in solche Endemiegebiete sind zwingend Präparate mit starker repellierender (abwehrender) Wirkung gegen fliegende Insekten erforderlich – also spezifische Spot-ons oder Halsbänder.
Was Studien und Fachgesellschaften zu Zeckentabletten sagen
In Internetforen und sozialen Netzwerken werden Zeckentabletten beim Hund mitunter heftig diskutiert. Berichte über schwere Nebenwirkungen verunsichern viele Halter, die ihrem Tier keine vermeintliche „Chemiekeule“ zumuten möchten. Ein Blick auf die Datenlage unabhängiger Behörden und wissenschaftlicher Fachgesellschaften hilft, Nutzen und Risiken sachlich einzuordnen.
Die reale Gefahr durch Zecken in Deutschland
Warum Tierärzte überhaupt zu hochwirksamen Antiparasitika raten, liegt an der veränderten epidemiologischen Lage. Durch milde Winter sind Zecken in Deutschland längst kein reines Sommerproblem mehr, sondern oft schon ab Temperaturen von etwa sieben Grad Celsius ganzjährig aktiv. Wie aus den Untersuchungen zur Zeckenforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover hervorgeht, hat sich neben dem bekannten Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) inzwischen die Auwaldzecke oder Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) massiv in Deutschland ausgebreitet und ist selbst in den Wintermonaten aktiv.
Während der Holzbock vor allem Borreliose (Bakterien) und Anaplasmose überträgt, ist die Auwaldzecke der Hauptüberträger der Hundebabesiose. Diese oft als „Hundemalaria“ bezeichnete Krankheit zerstört die roten Blutkörperchen und kann unbehandelt schon binnen weniger Tage tödlich verlaufen. Da sich das Verbreitungsgebiet dieser Zeckenart stark ausgedehnt hat, werten Parasitologen das Risiko einer lebensbedrohlichen Infektion durch ungeschützte Zeckenstiche als um ein Vielfaches höher als das Risiko seltener Arzneimittelnebenwirkungen.
Fakten zu Nebenwirkungen und Sicherheit
Jedes wirksame Medikament kann unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) hervorrufen. Nachdem Kautabletten mit Isoxazolinen ab 2014 auf den Markt kamen und millionenfach verabreicht wurden, gingen bei den Überwachungsbehörden neben Meldungen über Magen-Darm-Beschwerden (wie Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit) auch Berichte über neurologische Symptome wie Zittern, Koordinationsstörungen oder Krampfanfälle ein.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) überwacht und prüft solche Verdachtsmeldungen gemeinsam mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) kontinuierlich nach strengen wissenschaftlichen Kriterien. Die EU-Produktinformationen der Isoxazolin-Präparate stufen neurologische Reaktionen wie Zittern, Ataxie oder Krampfanfälle als sehr selten ein (weniger als 1 von 10.000 behandelten Hunden). Leichte, vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden sind je nach Präparat ebenfalls sehr selten oder – etwa bei Fluralaner mit rund 1,6 % der Hunde in klinischen Studien – häufig. Die Präparate gelten daher bei vorschriftsmäßiger Anwendung als sicher und gut verträglich.
Reicht die Tablette gegen alle Erreger?
Ein wichtiger Punkt, über den in der Fachwelt differenziert aufgeklärt wird, ist die Übertragungsgeschwindigkeit verschiedener Krankheitserreger. Da ein Hund trotz Zeckentablette zunächst gestochen werden muss, entsteht ein kleines Zeitfenster zwischen dem Stich und dem Absterben der Zecke:
- Borreliose: Die Bakterien befinden sich im Darm der Zecke und wandern erst während des Saugakts in die Speicheldrüsen. Die Übertragung dauert in der Regel 16 bis über 24 Stunden. Da Zeckentabletten die Parasiten je nach Wirkstoff und Zeckenart innerhalb von etwa 8 bis 48 Stunden abtöten, senken sie das Borreliose-Risiko deutlich, schließen es aber nicht völlig aus.
- Anaplasmose und Babesiose: Auch hier reduziert das schnelle Abtöten der Zecke durch moderne Kautabletten das Übertragungsrisiko laut ESCCAP-Übersichten deutlich, kann es aber – insbesondere wenn bereits an anderen Wirten „vorgesaugte“ Zecken überspringen – nicht zu 100 Prozent ausschließen.
- FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Diese Viren sitzen direkt in den Speicheldrüsen der Zecke und werden unmittelbar beim Stich übertragen. Hunde erkranken zwar nur sehr selten klinisch an FSME, doch verhindern lässt sich eine solche Sofortübertragung nur durch ein abwehrendes (repellierendes) Mittel oder das rechtzeitige Absammeln der noch krabbelnden Zecke.
Aus diesem Grund betonen sowohl die Bundestierärztekammer als auch Parasitologen, dass selbst das beste Medikament das regelmäßige Absuchen des Hundes nach dem Spaziergang nicht vollständig ersetzt. Jede Zecke, die abgesammelt wird, bevor sie überhaupt sticht, ist ein Gewinn für die Gesundheit deines Hundes.
Ablauf in der Praxis und Kosten für Zeckentabletten
Die meisten hochwirksamen Zeckentabletten für Hunde sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Das bedeutet, du erhältst sie entweder direkt in deiner Tierarztpraxis oder gegen Vorlage eines tierärztlichen Rezepts in der Apotheke. Seit einiger Zeit gibt es zudem einzelne Präparate aus derselben Wirkstoffgruppe (Isoxazoline mit einer Wirkdauer von vier Wochen), die aus der Verschreibungspflicht entlassen wurden und als apothekenpflichtige Tierarzneimittel frei in Apotheken erhältlich sind.
Gerade vor der erstmaligen Anwendung ist der Weg über die Tierarztpraxis dringend zu empfehlen. Dort wird dein Hund exakt gewogen, um eine Unter- oder Überdosierung auszuschließen. Zudem prüft die Tierärztin oder der Tierarzt die Krankenakte auf mögliche Gegenanzeigen und bespricht mit dir, ob für euer Wohn- oder Urlaubsgebiet eine Tablette oder ein abwehrendes Präparat sinnvoller ist.
Für eine allgemeine klinische Untersuchung und Beratung beim Tierarzt fallen gemäß der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) je nach Praxis und angewandtem Gebührensatz typischerweise Kosten zwischen 25 und 45 Euro an. Die Preise für die Zeckentabletten selbst richten sich nach dem Körpergewicht des Hundes, der Packungsgröße und der Wirkdauer des jeweiligen Präparats. Für eine einzelne Kautablette mit einem Monat Schutzdauer liegen die Arzneimittelkosten meist im Bereich von etwa 10 bis 20 Euro; Dreimonatstabletten oder Mehrfachpackungen für einen Zeitraum von zwölf Wochen kosten je nach Hundegröße meist zwischen 30 und 60 Euro. Bei der Verabreichung zu Hause solltest du darauf achten, die Tablette je nach Herstellerangabe zusammen mit dem Futter oder kurz nach einer Mahlzeit zu geben, da dies bei vielen Wirkstoffen die Aufnahme im Darm verbessert und den Magen schont.
Häufig gestellte Fragen
Wie schnell wirkt eine Zeckentablette beim Hund?
Nach der Einnahme wird der Wirkstoff im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und erreicht über das Blut rasch seine volle Konzentration. Gegen Flöhe setzt die abtötende Wirkung bei den meisten Kautabletten bereits nach zwei bis acht Stunden ein. Zecken, die bereits am Hund sitzen oder neu zustechen, sterben je nach spezifischem Wirkstoff und Zeckenart in der Regel innerhalb von 8 bis 24 Stunden (bei manchen Präparaten bis zu 48 Stunden) nach dem Stich ab und fallen dann meist von selbst ab oder lassen sich leicht entfernen.
Warum hat mein Hund trotz Zeckentablette noch Zecken?
Das liegt am Wirkprinzip der Tabletten: Sie besitzen keinen abwehrenden (repellierenden) Effekt auf der Hautoberfläche. Zecken werden also nicht davon abgehalten, beim Streifen durchs Gras auf das Fell deines Hundes zu klettern und dort nach einer Einstichstelle zu suchen. Erst wenn die Zecke tatsächlich sticht und mit dem Saugen beginnt, nimmt sie das Medikament über die Gewebsflüssigkeit und das Blut auf. Wenn du deinen Hund direkt nach dem Spaziergang absuchst, wirst du daher weiterhin frei krabbelnde oder frisch eingestochene, aber meist schon geschwächte oder vertrocknete Zecken finden.
Sind Zeckentabletten für Hunde gefährlich?
Für die große Mehrheit der gesunden Hunde sind zugelassene Zeckentabletten nicht gefährlich, sondern ein behördlich geprüftes und sicheres Mittel zum Schutz vor schweren Infektionskrankheiten. Schwere Nebenwirkungen sind laut den EU-Produktinformationen sehr selten. Meist handelt es sich um vorübergehende Reaktionen wie leichtes Erbrechen, Durchfall oder Mattigkeit. Sehr selten können neurologische Symptome wie Zittern oder Krampfanfälle auftreten, weshalb die Fachinformation bei Hunden mit bekannter Epilepsie zu vorsichtiger Anwendung rät: Hier sollte die Tierarztpraxis Nutzen und Risiko abwägen und gegebenenfalls ein anderes Mittel wählen.
Welche Zeckentablette für Hunde gibt es ohne Rezept?
Während der Großteil der systemischen Kautabletten weiterhin nur über den Tierarzt oder auf Rezept erhältlich ist, sind einzelne Präparate mit den Wirkstoffen Afoxolaner oder Lotilaner inzwischen rezeptfrei in Vor-Ort-Apotheken und zugelassenen Versandapotheken verfügbar. Diese rezeptfreien, aber apothekenpflichtigen Tabletten wirken über einen Zeitraum von jeweils vier Wochen (30 Tagen). Auch bei rezeptfreien Arzneimitteln ist es ratsam, das Gewicht des Hundes genau zu bestimmen und vorab mit der Tierarztpraxis zu klären, ob der Wirkstoff zum Gesundheitsprofil deines Hundes passt.
Was passiert, wenn mein Hund nach der Zeckentablette erbricht?
Erbricht dein Hund kurze Zeit nach der Einnahme der Kautablette, hängt das weitere Vorgehen vom genauen Zeitabstand ab. Geschieht das Erbrechen innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nach der Gabe, wurde der Wirkstoff möglicherweise noch nicht vollständig über den Darm aufgenommen, sodass der Zeckenschutz lückenhaft sein kann. In diesem Fall solltest du deinem Hund keinesfalls sofort auf eigene Faust eine zweite Tablette geben, sondern telefonisch Rücksprache mit deiner Tierarztpraxis halten, um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden.
Die Entscheidung für oder gegen eine Zeckentablette beim Hund erfordert kein Bauchgefühl, sondern einen nüchternen Blick auf eure Lebensweise, die Zeckenbelastung in eurer Region und die gesundheitliche Vorgeschichte deines Vierbeiners. Wenn du diese Faktoren gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt abwägst, findest du genau die Prophylaxe, die deinen Hund sicher durch das Jahr begleitet. Als vertrauenswürdige Plattform für fundiertes Hundewissen unterstützt HonestDog dich dabei, gesundheitliche Fragen rund um deinen Vierbeiner sachlich einzuordnen – schau dich gerne in unseren weiteren Ratgebern zur Hundegesundheit und Pflege um.



