HonestDog
Qualzucht erkennen – bevor du dich verliebst
Worauf du bei einem Hund achten solltest – ob Welpe, Tierheimhund oder Hund aus zweiter Hand. Ein Merkblatt von HonestDog für Tierarztpraxen, Tierheime und Hundeschulen.

Sieben erblich bedingte Qualzucht-Merkmale
- 1Kurze Nase – Eine kurze Schnauze wirkt niedlich – doch wenn der Schädel schrumpft, das Gewebe darin aber nicht, bleibt dem Hund zu wenig Platz zum Atmen.
- 2Weiß & Taubheit – Nicht jeder weiße Hund ist gefährdet – aber wo Pigmentzellen am Kopf fehlen, fehlen sie oft auch im Innenohr, und dann kann ein Welpe in seinen ersten Lebenswochen taub werden.
- 3Ridge & Dermoidsinus – Der Haarkamm auf dem Rücken macht den Ridgeback unverwechselbar – und dieselbe Genveränderung erhöht das Risiko für einen Kanal in der Haut, der bis zum Rückenmark reichen kann.
- 4Merle & Doppelmerle – Ein Merle-Elternteil ergibt das marmorierte Fell, das viele lieben – zwei Merle-Eltern können Welpen hervorbringen, die taub oder mit fehlgebildeten Augen zur Welt kommen.
- 5Farbverdünnung – Blaue, graue und lilafarbene Hunde sehen besonders aus – doch dieselbe Genvariante, die ihre Farbe aufhellt, kann bei manchen Rassen das Fell dauerhaft brüchig machen.
- 6Korkenzieherrute – Die kurze, spiralig verdrehte Rute der Bulldoggen sieht niedlich aus – sie ist aber das sichtbare Ende einer Wirbelfehlbildung, die oft auch den Rücken betrifft.
- 7Kurze Beine – Dackel, Corgi, Basset: Hinter den kurzen Beinen steckt ein Gen, das auch die Bandscheiben früh altern lässt – und trotzdem ist nicht jeder Dackel eine Qualzucht.
Fünf Warnzeichen
- Der Welpe atmet schon in Ruhe laut, schnarcht oder röchelt.
- Beide Elterntiere sind Merle (Merle × Merle) – dabei entstehen Doppelmerle-Welpen, oft mit Seh- und Hörschäden.
- Extrem kurze Beine, eine extrem kurze Nase oder eine „seltene“ Farbe werden als Verkaufsargument genannt.
- Für die Elterntiere gibt es keine Gesundheitsnachweise.
- Die Welpen werden ohne ihre Mutter gezeigt.
§ 11b Tierschutzgesetz verbietet die Zucht von Hunden, wenn zu erwarten ist, dass die Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden haben. Das Verbot richtet sich an alle, die Hunde verpaaren – einen solchen Hund zu halten ist nicht verboten.
Alle Merkmale erklärt – mit Rassen, Bildern und Rechtslage:
www.honestdog.de/de/qualzucht
Dieses Merkblatt ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Illustration: KI-generiert, redaktionell geprüft. · Stand: September 2026