Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests zählen, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Aussiedoodle 5 Untersuchungen des empfohlenen Gesundheits-Standards und 6 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus veterinärmedizinischen Datenbanken wie CIDD (Universität von PEI) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Als beliebter Designerhund vereint der Aussiedoodle die gesundheitlichen Risiken von Australian Shepherd und Pudel, was eine sorgfältige Auswahl der Elterntiere erfordert. Erbkrankheiten wie der MDR1-Defekt (Arzneimittelüberempfindlichkeit) und die Progressive Retinale Atrophie (PRA) lassen sich glücklicherweise durch direkte DNA-Tests der Eltern gut vermeiden. Ein kritisches Auge ist jedoch bei der Hüftgelenksdysplasie (HD) gefragt, da diese komplexe Erkrankung nur durch konsequentes Röntgen der Zuchttiere eingedämmt werden kann.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Zum empfohlenen Gesundheits-Standard für die Rasse Aussiedoodle gehören 5 Untersuchungen, dazu kommen 6 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 6 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Patellaluxation(PL)
Bewegungsapparat
Bei einer Patellaluxation rutscht die Kniescheibe aus ihrer normalen Gleitrinne im Kniegelenk. Dies ist eine mechanische Fehlbildung des Bewegungsapparates, bei der die Führung der Kniescheibe nicht stabil ist. Ohne Behandlung kann das wiederholte Herausspringen zu dauerhaftem Gelenkverschleiß (Arthrose) und Schmerzen führen.
Physische Untersuchung · Bestanden: PL 0
Fellfarbe, Merle(M)
Haut und Fell
Der Merle-Faktor beruht auf einer Veränderung des sogenannten PMEL-Gens, das für die Pigmentierung von Haut und Haaren wichtig ist. Wenn ein Hund diese Erbanlage von beiden Elternteilen erhält, führt dies zu schweren Entwicklungsstörungen der Sinnesorgane. Betroffen sind vor allem das Innenohr und die Augen, da die Pigmentzellen dort eine entscheidende Rolle für die gesunde Entwicklung spielen.
Herzerkrankungen
Herz
Herzerkrankungen betreffen das Herz-Kreislauf-System des Hundes, bei dem die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt ist. Dies kann durch angeborene Fehler oder im Laufe des Lebens erworbene Veränderungen des Herzmuskels oder der Herzklappen geschehen. Dadurch wird der gesamte Körper des Tieres nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt.
Physische Untersuchung
Degenerative Myelopathie(DM)
Nervensystem
Die Degenerative Myelopathie ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks bei Hunden. Dabei baut sich die schützende Hülle der Nervenfasern in der Wirbelsäule langsam ab, was die Signalübertragung zwischen dem Gehirn und den Muskeln stört. Da es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, verliert der Hund nach und nach die Kontrolle über seine Bewegungen.
DNA-Test · Bestanden: frei oder Träger
Epilepsie(IE)
Nervensystem
Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zu plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn, die die normale Informationsübertragung stören. Diese Fehlfunktion äußert sich in wiederkehrenden Krampfanfällen.
Physische Untersuchung
Von-Willebrand-Erkrankung Typ I(vWD1)
Stoffwechsel
Die Von-Willebrand-Erkrankung Typ I ist eine erblich bedingte Störung der Blutgerinnung, die durch einen Mangel an einem bestimmten Eiweiß im Blut verursacht wird. Dieses Eiweiß, der sogenannte Von-Willebrand-Faktor, hilft normalerweise den Blutplättchen, sich bei einer Verletzung zu verkleben und die Wunde zu verschließen. Durch den Mangel ist dieser wichtige Prozess im Blutkreislauf verlangsamt.
Bestanden: frei oder Träger
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Katarakt
Beide Elterntiere müssen frei oder besser sein.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Die Rasse Aussiedoodle ist in unserer Qualzucht-Übersicht bisher nicht aufgeführt. Das heißt nicht, dass sie frei von erblichen Krankheiten ist: Welche typisch sind und welche Untersuchungen die Elterntiere haben sollten, steht auf dieser Seite.
Selbsttest
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