Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Basset Artesien Normand 2 Pflichtuntersuchungen laut ÖBaLC und 5 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Beim Basset Artesien Normand bestehen rassetypische Risiken für Pektinatbanddysplasie (PLD), Primäres Offenwinkelglaukom sowie Gelenkerkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED). Der Zuchtverein ÖBaLC schreibt für die Zuchtzulassung Tests auf Pektinatbanddysplasie (PLD) sowie einen ophthalmologischen Augentest auf Augenprobleme mit dem Grenzwert frei vor. Ein gesundheitsorientierter Züchter lässt die Elterntiere zusätzlich auf Hüftgelenksdysplasie (optimal HD A–B), Ellenbogendysplasie (ED 0), Ektropium / Entropium und Thrombozytopathie (Störung der Blutplättchenfunktion) untersuchen. Achte beim Kauf darauf, dir diese offiziellen Befunde lückenlos vorlegen zu lassen; ein Träger der Thrombozytopathie darf dabei nur mit einem freien Partner verpaart werden.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Für die Rasse Basset Artesien Normand schreibt ÖBaLC 2 Untersuchungen für die Zuchtzulassung vor, dazu kommen 5 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 5 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Ektropium / Entropium
Augen
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Fehlstellung der Augenlider des Hundes. Beim Entropium rollt sich das Augenlid nach innen, wodurch die Haare auf der empfindlichen Hornhaut reiben, während beim Ektropium das Lid schlaff nach außen hängt und das Auge ungeschützt austrocknet. Beide Formen betreffen das Auge und können ohne Behandlung zu chronischen Entzündungen führen.
Bestanden: frei
Primäres Offenwinkelglaukom(POAG)
Augen
Das primäre Offenwinkelglaukom ist eine erbliche Erkrankung des Auges, bei der die natürliche Flüssigkeit im Auge nicht mehr richtig abfließen kann. Dadurch steigt der Druck im Augeninneren langsam an, was mit der Zeit den Sehnerv schädigt und zur Erblindung führen kann. Da der Abflusswinkel des Auges dabei äußerlich normal (offen) erscheint, bleibt die Ursache oft lange unbemerkt.
Augenuntersuchung
Ellenbogendysplasie(ED)
Bewegungsapparat
Ellenbogendysplasie ist eine Fehlentwicklung des Ellenbogengelenks im Bewegungsapparat, bei der die drei beteiligten Knochen nicht exakt ineinanderpassen. Diese Passungenauigkeit führt zu einer ungleichmäßigen Druckverteilung, chronischer Reibung und langfristig zu schmerzhafter Arthrose, also einem fortschreitenden Gelenkverschleiß. Die Erkrankung wird durch das Zusammenspiel mehrerer Gene beeinflusst.
Röntgen · Bestanden: ED 0
Hüftgelenksdysplasie(HD)
Bewegungsapparat
Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlbildung des Skelettsystems, bei der der Oberschenkelkopf nicht stabil in der Hüftpfanne sitzt. Durch diese Lockerheit reiben die Knochen im Gelenk aneinander und nutzen den schützenden Knorpel ab. Dies führt langfristig zu einer schmerzhaften Gelenkabnutzung, die als Arthrose bezeichnet wird.
Röntgen · Bestanden: HD A–B
Thrombozytopathie (Störung der Blutplättchenfunktion)(BHT)
Stoffwechsel
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine erbliche Störung der Blutplättchen (Thrombozyten), die für die Blutgerinnung im Gefäßsystem verantwortlich sind. Aufgrund eines Defekts im sogenannten RASGRP2-Gen können die Plättchen nicht richtig zusammenkleben, obwohl sie in normaler Anzahl im Blut vorhanden sind. Dies führt dazu, dass die natürliche Wundheilung und Blutstillung stark verzögert ist.
DNA-Test · Bestanden: frei oder Träger
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Augenprobleme (ophthalmologischer Augentest)
Beide Elterntiere müssen frei oder besser sein.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Die Rasse Basset Artesien Normand ist in unserer Qualzucht-Übersicht bisher nicht aufgeführt. Das heißt nicht, dass sie frei von erblichen Krankheiten ist: Welche typisch sind und welche Untersuchungen die Elterntiere haben sollten, steht auf dieser Seite.
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