Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Chow Chow 14 Basis-Untersuchungen (davon 2 Pflicht laut Allgemeiner Chow-Chow-Club e.V. (ACC)) und 15 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Beim Chow Chow bestehen deutliche rassetypische Risiken für schwere Gelenkprobleme wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sowie für schmerzhafte Augenveränderungen wie Ektropium / Entropium. Der Allgemeine Chow-Chow-Club e.V. (ACC) schreibt daher für die Zucht Röntgenuntersuchungen auf HD (Grenzwert A–C) und ED (Grenzwert 0–2) verpflichtend vor. Ein gesundheitsorientierter Züchter achtet zudem auf eine freie Beurteilung bezüglich Patellaluxation (PL) und lässt die Augen lückenlos untersuchen, um Lidfehlstellungen oder Katarakt auszuschließen. Lass dir vor dem Kauf die offiziellen Röntgenbefunde der Elterntiere zu HD und ED sowie den Nachweis über die Freiheit von Ektropium / Entropium lückenlos vorlegen.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Der Basis-Standard für die Rasse Chow Chow umfasst 14 Untersuchungen, davon 2 laut Allgemeiner Chow-Chow-Club e.V. (ACC) verpflichtend; dazu kommen 15 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 15 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Brachyzephales Syndrom(BOAS)
Atmung
Das brachyzephale Syndrom ist eine angeborene Verengung der oberen Atemwege, die vor allem bei kurzköpfigen Hunderassen auftritt. Durch die extreme Verkürzung des Schädels haben wichtige Strukturen wie das Gaumensegel und die Nasenmuscheln nicht genug Platz, was den Luftstrom stark behindert. Dies führt dazu, dass die betroffenen Hunde dauerhaft unter Atembeschwerden leiden.
Physische Untersuchung
Hornhautdystrophie(CD)
Augen
Die Hornhautdystrophie ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich trübe Stoffe wie Fette oder Kalk in der Hornhaut ablagern. Die Hornhaut ist die klare, schützende äußere Schicht des Auges. Diese meist erblich bedingte Veränderung ist nicht entzündlich und betrifft in der Regel beide Augen.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Katarakt(HC)
Augen
Der Graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich die Linse im Laufe der Zeit trübt. Diese Trübung verhindert, dass das Licht richtig auf die Netzhaut fällt, was die Sehfähigkeit stark einschränkt. Ohne Behandlung führt dieser Prozess in der Regel zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Persistierende Pupillarmembranen (PPM)(PPM)
Augen
Persistierende Pupillarmembranen (PPM) sind Überbleibsel eines feinen Blutgefäßnetzes im Auge, das sich nach der Geburt nicht wie üblich vollständig zurückgebildet hat. Diese Gewebestränge spannen sich über die Pupille und können die Iris (Regenbogenhaut) mit anderen Teilen des Auges verbinden. Es handelt sich um eine angeborene, meist harmlose Veränderung des Sehorgans.
Augenuntersuchung · Bestanden: Befund liegt vor
Primäres Offenwinkelglaukom(POAG)
Augen
Das primäre Offenwinkelglaukom ist eine erbliche Erkrankung des Auges, bei der die natürliche Flüssigkeit im Auge nicht mehr richtig abfließen kann. Dadurch steigt der Druck im Augeninneren langsam an, was mit der Zeit den Sehnerv schädigt und zur Erblindung führen kann. Da der Abflusswinkel des Auges dabei äußerlich normal (offen) erscheint, bleibt die Ursache oft lange unbemerkt.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Myotonie(MC)
Bewegungsapparat
Myotonia ist eine erblich bedingte Erkrankung der Muskeln, die autosomal-rezessiv vererbt wird. Ein genetischer Fehler in den Chloridkanälen – den winzigen Schleusen für Salze in den Zellen – verhindert das schnelle Entspannen der Muskeln nach einer Bewegung. Dies führt zu einer ständigen Übererregbarkeit des gesamten Muskelgewebes.
DNA-Test · Bestanden: frei oder Träger
Zervikale Spondylomyelopathie (Wobbler-Syndrom)(CVCM)
Bewegungsapparat
Diese Erkrankung, oft als Wobbler-Syndrom bezeichnet, ist eine chronische Quetschung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Sie entsteht durch verengte Wirbelknochen oder instabile Bandscheiben, die Druck auf das Nervensystem ausüben. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervensignalen gestört, was die Bewegungskontrolle des Hundes beeinträchtigt.
Röntgen
Color Dilution Alopecia / Blue Dog Syndrom(CDA)
Haut und Fell
Die Farbverdünnungsalopezie (CDA) ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Haut und der Haarfollikel, die bei Hunden mit aufgehellten Fellfarben wie Blau oder Grau auftritt. Durch eine Fehlverteilung verklumpt der Farbstoff Melanin in den Haaren, wodurch diese brüchig werden und dauerhaft ausfallen. Die Haut verliert dadurch an Schutz und wird anfälliger für äußere Einflüsse.
Hauttest
Sebadenitis(SA)
Haut und Fell
Sebadenitis, auch Talgdrüsenadenitis genannt, ist eine chronische Entzündung der Haut, bei der das Immunsystem die körpereigenen Talgdrüsen zerstört. Diese Drüsen produzieren normalerweise Talg, ein schützendes Fett für Haut und Fell. Ohne diesen Schutzfilm trocknet die Haut stark aus, was zu Haarschäden führt.
Wachstumshormon- bzw. sexualhormonreaktive Dermatose (Alopezie X)
Haut und Fell
Diese Erkrankung ist eine hormonell bedingte Hautstörung, bei der ein Ungleichgewicht von Hormonen der Nebenniere oder ein Mangel an Wachstumshormonen zu Haarausfall führt. Betroffen ist das Organsystem der Haut, während die allgemeine Gesundheit des Hundes in der Regel völlig unbeeinträchtigt bleibt. Da die genauen Ursachen komplex sind, wird die Erkrankung oft auch als Alopecia X bezeichnet, was für einen Haarausfall mit unklarer Ursache steht.
Körperflüssigkeiten
Hypomyelinisierung(HYM)
Nervensystem
Bei dieser erblichen Erkrankung des Nervensystems ist die schützende Hülle um die Nervenfasern, die sogenannte Myelinschicht, im Gehirn und Rückenmark unvollständig ausgebildet. Ohne diese wichtige Isolierung können die elektrischen Signale im Körper nicht richtig weitergeleitet werden. Dies führt zu einer gestörten Reizleitung und unkontrollierten Bewegungsabläufen.
Bestanden: frei
Zerebelläre Abiotrophie(CA)
Nervensystem
Die cerebelläre Abiotrophie ist eine erbliche Erkrankung des Nervensystems, bei der Zellen im Kleinhirn (Cerebellum) vorzeitig absterben. Das Kleinhirn ist das Kontrollzentrum für die Koordination von Bewegungen im Gehirn. Durch diesen Zellverlust verliert der Hund zunehmend die Fähigkeit, seine Bewegungen normal zu steuern.
DNA-Test · Bestanden: frei oder Träger
Zerebelläre Hypoplasie(CH)
Nervensystem
Die zerebelläre Hypoplasie ist eine angeborene Fehlbildung des Nervensystems, bei der das Kleinhirn (Zerebellum) nicht vollständig entwickelt ist. Da das Kleinhirn für die Feinabstimmung von Bewegungen und das Gleichgewicht verantwortlich ist, führt diese Unterentwicklung zu dauerhaften Koordinationsstörungen. Die geistige Leistungsfähigkeit des Hundes ist davon jedoch nicht betroffen.
DNA-Test
Diabetes mellitus(DM)
Stoffwechsel
Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung des Stoffwechselsystems, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin herstellt. Insulin ist ein wichtiges Hormon, das dafür sorgt, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt und dort als Energie genutzt werden kann. Ohne ausreichend Insulin verbleibt zu viel Zucker im Blut, während den Zellen die Energie fehlt.
Körperflüssigkeiten · Bestanden: frei
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Stoffwechsel
Bei der Hypothyreose handelt es sich um eine chronische Unterfunktion der Schilddrüse, einem wichtigen hormonproduzierenden Organ im Halsbereich. Da die Schilddrüse zu wenig Hormone herstellt, verlangsamt sich der gesamte Stoffwechsel des Hundes. Dies beeinträchtigt die Energiegewinnung und die Funktion verschiedener Organsysteme im Körper.
Körperflüssigkeiten
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Ellenbogendysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten das Ergebnis „ED 0–2“ erreichen. Tiere aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht eingesetzt werden.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Als besonders relevant gelten bei der Rasse Chow Chow aktuell diese Erbkrankheiten: Gaumenspalte, Kryptorchismus (Hodenhochstand), Monorchismus, Ohrenanomalien, Zahnfehlbildungen, angeborene Blindheit, Ektropium / Entropium, Ellenbogendysplasie (ED), Hüftgelenksdysplasie (HD), Patellaluxation (PL), Rutenanomalien, Albinismus, angeborene Taubheit (CHSD), Epilepsie (IE). Wie stark das Risiko für einen Welpen ist, hängt vor allem davon ab, ob beide Elterntiere auf diese Erkrankungen getestet wurden und ob die Ergebnisse innerhalb der rassetypischen Anforderungen liegen.
Selbsttest
Beantworte 6 kurze Fragen zu deinem Alltag und erfahre, wie gut die Rasse Chow Chow zu dir passt — inklusive einer ehrlichen Kostenschätzung pro Monat, pro Jahr und über das ganze Hundeleben.
Sieh dir Züchter an, die ihre Gesundheitsbefunde bereits zur Verifizierung hochgeladen haben.
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