Seriöse Chow Chow Züchter finden: Worauf es bei Gesundheit und Aufzucht ankommt
Der Chow Chow beeindruckt durch sein löwenähnliches Aussehen, die charakteristische blaue Zunge und ein würdiges, unabhängiges Wesen. Mit einer Schulterhöhe von 48 bis 56 cm bei Rüden (25–32 kg) und 46 bis 51 cm bei Hündinnen (20–25 kg) ist die alte chinesische Rasse ein ruhiger, sehr loyaler Begleiter. Doch genau diese besonderen körperlichen Merkmale bringen deutlich erhöhte Gesundheitsrisiken mit sich – vor allem bei Atmung, Augen, Haut und Gelenken. Wer einen Welpen sucht, sollte seine Wahl des Chow Chow Züchters deshalb mit größter Sorgfalt treffen.
Warum die Züchterwahl beim Chow Chow entscheidend ist
Durch den kompakten Körperbau, die dichte Unterwolle (im glatten oder rauen Felltyp) und die ausgeprägte Kopfform neigt der Chow Chow zu anatomischen Engpässen und Hautproblemen. Auch im Alltag musst du Hitze und körperliche Anstrengung später strikt begrenzen, Hautfalten und Augen regelmäßig pflegen und ein deutlich höheres Tierarztbudget ehrlich einkalkulieren. Ein gesundheitsorientierter Chow Chow Züchter legt seinen Fokus darauf, extreme körperliche Ausprägungen zu vermeiden. Er verpaart gezielt moderat gebaute Elterntiere mit freier Atmung, offenen Augenlidern und gesunden Gelenken, um das Risiko für belastende Erkrankungen in der Nachzucht spürbar zu senken.
Gesundheitsuntersuchungen und rassetypische Risiken beim Chow Chow
Verlass dich beim Welpenkauf niemals auf pauschale Aussagen wie „tierärztlich untersucht“. Röntgen- und klinische Fachuntersuchungen der Elterntiere senken das Risiko für schwere Erkrankungen erheblich. Lass dir vor einer Entscheidung folgende Befunde der Elterntiere im Original zeigen:
- Gelenke (HD, ED und Patellaluxation): Röntgenuntersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sind im Allgemeinen Chow-Chow-Club e.V. (ACC) vorgeschrieben; die klinische Untersuchung der Kniescheiben auf Patellaluxation (PL) gehört zum empfohlenen Gesundheits-Standard der Rasse. Nur günstig befundete Tiere sollten in die Zucht gehen.
- Augenuntersuchungen: Durch die Kopfform und Hautfalten treten beim Chow Chow gehäuft Ektropium und Entropium (aus- oder eingerollte Augenlider) auf, die das Auge chronisch reizen. Verantwortungsvolle Züchter züchten nur mit Hunden, die frei von Ektropium und Entropium sind. Zudem bestehen in der Rasse Risiken für das Primäre Offenwinkelglaukom (Grüner Star) und angeborene Blindheit, weshalb eine augenärztliche Untersuchung der Elterntiere unverzichtbar ist.
- Haut, Fell und Farben: Bei Hunden mit blauer Fellverdünnung besteht das Risiko für Color Dilution Alopecia (Blue Dog Syndrom), eine genetisch bedingte Form von Haarausfall und Hautentzündungen. Ein weiteres rassetypisches Thema ist die Alopezie X (wachstumshormon- bzw. sexualhormonreaktive Dermatose).
- Stoffwechsel und Neurologie: Zu den weiteren rassetypischen Gesundheitsthemen zählen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Diabetes mellitus, Epilepsie sowie neurologische und muskuläre Erkrankungen wie das Wobbler-Syndrom (Zervikale Spondylomyelopathie), Myotonie, Hypomyelinisierung, Zerebelläre Abiotrophie und Zerebelläre Hypoplasie. Da für viele dieser komplexen Themen keine einfachen Gentests existieren, ist die ehrliche Linienkenntnis des Züchters gefragt.
- Sorgfältige Welpen-Endabnahme: Vor der Abgabe werden die Welpen auf Entwicklungsstörungen wie Gaumenspalte, angeborene Taubheit, Nabel- oder Rutenanomalien, Ohrenanomalien, Zahnfehlbildungen, Albinismus sowie bei Rüden auf Hodenhochstand (Kryptorchismus / Monorchismus) kontrolliert.
Merkmale einer guten Aufzucht
Da der Chow Chow von Natur aus reserviert gegenüber Fremden ist und bei der Verträglichkeit mit anderen Hunden sowie der Trainierbarkeit als anspruchsvoller gilt, ist die frühe Sozialisierung im Züchterhaushalt entscheidend. Ein seriöser Züchter zieht die Welpen mit engem Familienanschluss auf, gewöhnt sie frühzeitig an das gründliche Bürsten der dichten Unterwolle sowie das Kontrollieren von Augen und Hautfalten und berät dich offen zu den Ansprüchen dieser eigenständigen Rasse.
6 konkrete Fragen an den Chow Chow Züchter
Nutze das Erstgespräch und den Besuch vor Ort, um die Fachkenntnis und Transparenz der Zuchtstätte einzuschätzen. Stelle dem Züchter diese Fragen:
- „Können Sie mir die offiziellen Röntgenbefunde für HD und ED sowie die Untersuchungsprotokolle auf Patellaluxation beider Elterntiere zeigen?“
- „Liegen aktuelle augenärztliche Befunde vor, die belegen, dass die Eltern frei von Entropium, Ektropium und Anzeichen für ein Primäres Offenwinkelglaukom sind?“
- „Mussten bei den Elterntieren oder nahen Verwandten jemals die Augenlider operativ korrigiert werden?“
- „Sind in Ihren Zuchtlinien Fälle von Schilddrüsenunterfunktion, Alopezie X, Epilepsie oder neurologischen Bewegungsstörungen bekannt?“
- „Wie achten Sie bei der Auswahl der Zuchtpartner auf eine freie Atmung und gesunde, nicht übermäßig ausgeprägte Kopffalten?“
- „Wie gewöhnen Sie die Welpen schon jetzt an die intensive Fellpflege und den Kontakt mit fremden Menschen?“
Warnsignale: Woran du unseriöse Vermehrer sofort erkennst
Für einen seriös gezogenen Chow Chow Welpen liegt die übliche Preisspanne zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Nimm sofort Abstand vom Kauf, wenn du eines dieser Warnsignale bemerkst:
- Extreme Faltenbildung als Verkaufsargument: Werden Welpen mit massiv verdeckten Augen, extrem schwerem Kopf oder hörbaren Atemgeräuschen im Ruhezustand als „besonders typvoll“ angepriesen, stehen Optik und Profit vor der Hundegesundheit.
- Fehlende Nachweise: Der Verkäufer weicht Fragen zu HD-, ED- oder Augenbefunden aus und verweist lediglich auf den blauen EU-Heimtierausweis.
- Aufpreis für Trendfarben: Wenn seltene Verdünnungsfarben ohne Aufklärung über Risiken wie Color Dilution Alopecia zu überhöhten Preisen vermarktet werden, handelt es sich um unseriöse Vermehrung.
- Scheue oder isolierte Elterntiere: Die Mutterhündin ist nicht vor Ort, wirkt extrem ängstlich oder die Welpen wachsen isoliert ohne Alltagskontakt in Schuppen oder Zwingern auf.
Auf HonestDog durchläuft jeder Züchter vor der Freischaltung eine Anmeldung: Identitätsprüfung per Ausweis und Selfie, gegebenenfalls Nachweis von Vereinsmitgliedschaft oder §11-Erlaubnis, ein Wissenstest zu Zucht und Tierschutz und die Zustimmung zu den HonestDog-Zuchtstandards – unter anderem keine Zucht mit Qualzuchtmerkmalen und keine Zuchthunde unter 18 Monaten. Ohne geprüfte §11-Erlaubnis kann ein Züchter dort höchstens zwei Zuchthündinnen eintragen, und Auffälligkeiten an einem Züchterprofil meldest du direkt über „Inhalt melden“. Lass dir beim Besuch die Originalbefunde der Elterntiere zeigen. Aktuelle Würfe findest du bei den Chow Chow Welpen auf HonestDog.






