Einen Chow Chow aus dem Tierheim adoptieren: dein ehrlicher Ratgeber
Einen Chow Chow zu adoptieren, ist eine wunderbare Entscheidung für Menschen, die einen ruhigen, würdevollen und tief loyalen Begleiter suchen. Mit seinem löwenähnlichen Aussehen und der charakteristischen blauen Zunge zieht dieser ursprüngliche Wach-, Jagd- und Zughund aus China sofort alle Blicke auf sich. Doch unter dem dichten Plüschfell steckt ein stolzer Charakter mit ganz eigenen Bedürfnissen. Wir zeigen dir, worauf es ankommt, wenn du einem Chow Chow aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenkst.
Warum landen Chow Chows im Tierheim?
Dass ein Chow Chow im Tierheim auf eine zweite Chance wartet, liegt selten an einem bösen Willen der Vorbesitzer, sondern meist an einer Lücke zwischen Erwartung und Realität. Das kuschelige Äußere täuscht leicht darüber hinweg, dass diese Rasse zu den ursprünglichen Spitzen gehört und eine sehr unabhängige, ernsthafte Persönlichkeit mitbringt.
- Unterschätzter Eigenwille: Der Chow Chow ist kein Hund für blinden Gehorsam. Seine Trainierbarkeit erfordert viel Geduld und Verständnis, da er Kommandos oft erst auf ihre Sinnhaftigkeit prüft.
- Hoher Pflegeaufwand: Ob glatt oder rau – das extrem dichte Fell mit der starken Unterwolle verlangt mehrmals pro Woche gründliches Bürsten. Auch Hautfalten und Augen brauchen regelmäßige Pflege, was im Alltag schnell überfordern kann.
- Konflikte mit Artgenossen: Die Verträglichkeit mit anderen Hunden ist rassetypisch eher gering ausgeprägt. Zudem zeigt er sich Fremden gegenüber reserviert und wachsam, was bei unzureichender Führung zu Stress im Umfeld führt.
- Veränderte Lebensumstände: Manchmal zwingen schlichtweg Krankheiten der Halter, ein Umzug oder überraschend hohe Tierarztkosten zur schweren Entscheidung einer Abgabe.
Verhalten und Gesundheit: Was dich bei einem Chow Chow aus dem Tierheim erwartet
Wenn du einen Chow Chow aus dem Tierheim aufnimmst, bekommst du keinen stürmischen Draufgänger, sondern einen gelassenen Haushund mit moderatem Energielevel, der wenig bellt. Erwarte in den ersten Wochen jedoch eine gewisse Distanz. Ein Chow Chow verschenkt sein Herz nicht sofort – hat er aber einmal Vertrauen gefasst, baut er eine enorm tiefe Bindung zu seiner Familie auf.
Ein besonders wichtiger Punkt bei dieser Rasse ist die Gesundheit. Chow Chows haben durch ihre körperlichen Merkmale deutlich erhöhte Gesundheitsrisiken – vor allem bei Atmung, Augen, Haut und Gelenken. Zu den bekannten Themen gehören unter anderem Hüft- und Ellenbogendysplasie, Patellaluxation, Fehlstellungen der Augenlider (Entropium/Ektropium), Schilddrüsenunterfunktion, Alopezie X oder bei blauer Fellfarbe die Color Dilution Alopecia. Gesundheitsorientierte Züchter lassen Elterntiere vor der Zucht per Röntgen-, Augen- und Laboruntersuchungen auf Hüften, Ellenbogen, Augen und Schilddrüse prüfen und achten auf freie Atemwege, um das Risiko für den Nachwuchs zu senken – komplett ausschalten lassen sich die grundsätzlichen Risiken der Rasse aber auch so nicht. Bei einem Tierheimhund, der vielleicht sogar von unseriösen Vermehrern ohne jegliche Voruntersuchungen stammt, ist die genetische Vorgeschichte meist unbekannt. Plane daher von Anfang an ein deutlich höheres Tierarztbudget für Untersuchungen und eventuelle Behandlungen ehrlich ein.
Kostenvergleich: Adoption vs. Kauf vom Züchter
Beim Kauf eines Welpen vom Züchter liegt die Preisspanne für einen Chow Chow zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Die Schutzgebühr im Tierheim oder bei einer spezialisierten Nothilfe fällt mit meist einigen hundert Euro deutlich geringer aus. Meist sind Impfungen, Chip und eine tierärztliche Eingangsuntersuchung damit bereits abgedeckt; lass dir die entsprechenden Unterlagen und Befunde im Tierheim genau zeigen. Bedenke jedoch: Das gesparte Geld beim Anschaffungspreis solltest du direkt als finanzielles Polster für die Erstausstattung (hochwertige Bürsten, gut sitzendes Geschirr) und das erwähnte Tierarztkonto zurücklegen.
Tipps für die ersten Wochen: So gelingt die Eingewöhnung
- Bedränge ihn nicht: Respektiere sein Bedürfnis nach Individualdistanz. Lass den Hund von sich aus Kontakt aufnehmen, statt ihn ständig zu streicheln.
- Schaffe feste Routinen: Klare Fütterungs- und Gassizeiten geben einem verunsicherten Tierheimhund schnell Sicherheit.
- Pflege positiv aufbauen: Gewöhne ihn schrittweise und mit vielen Belohnungen an das Bürsten sowie die Kontrolle von Augen und Hautfalten.
- Hitze und Anstrengung strikt begrenzen: Durch das dichte Fell und die oft kürzeren Atemwege leidet der Chow Chow schnell unter Wärme. Verlege Spaziergänge im Sommer in die kühlen Morgen- und Abendstunden.
Dein nächster Schritt: Das Kennenlernen im Tierheim
Nimm frühzeitig Kontakt zum Tierheim auf und plane mehrere Besuche ein, um deinen potenziellen Schützling bei gemeinsamen Spaziergängen in Ruhe kennenzulernen. Stelle den Pflegern dabei konkrete Fragen: Wie reagiert der Hund auf fremde Menschen, Kinder und andere Hunde an der Leine? Lässt er sich problemlos bürsten und an den Pfoten oder Augen berühren? Welche medizinischen Befunde zu Gelenken, Augen, Haut, Schilddrüse oder Atmung liegen bereits vor? Je ehrlicher du deine eigenen Lebensumstände mit den Antworten abgleichst, desto besser legst du den Grundstein für eine harmonische gemeinsame Zukunft.
Auf HonestDog findest du Hunde aus Tierheimen und Tierschutzvereinen; Kennenlernen und Vermittlung laufen direkt über das jeweilige Tierheim. Stöbere durch die Profile – vielleicht wartet dort schon ein Hund der Rasse Chow Chow auf ein neues Zuhause bei dir.


![MALIKA – Malinois [reinrassig], Baden-Württemberg, Im Tierheim Animal Souls e.V.](/_next/image?url=https%3A%2F%2Fd2qyp4pqjcr206.cloudfront.net%2Foptimized%2Fcard%2F054d5de9-e9b5-412e-aba1-e284afed0048.webp&w=3840&q=75)




