Im Rassezuchtverein (wie dem Boxer-Klub e.V. Sitz München) sind gezielte Voruntersuchungen der Elterntiere vorgeschrieben, bevor diese überhaupt zur Zucht zugelassen werden. Diese klinischen Tests und Röntgenverfahren senken das Risiko für den Nachwuchs deutlich, auch wenn sich die grundsätzlichen Risiken biologisch bedingt nicht komplett ausschalten lassen. Lass dir beim Züchterbesuch die offiziellen Befunde für folgende Bereiche zeigen:
- Herzuntersuchungen (Ultraschall und Holter-EKG): Der Boxer neigt zu spezifischen Herzerkrankungen wie der Aortenstenose, dem Vorhofseptumdefekt, dem Sick-Sinus-Syndrom, der Dilatativen Kardiomyopathie sowie der rassetypischen Arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie (ARVC, auch Boxer-Kardiomyopathie genannt). Ein seriöser Züchter lässt das Herz der Elterntiere vor dem Zuchteinsatz per Herzultraschall (Doppler) und 24-Stunden-EKG (Holter) prüfen, um Rhythmusstörungen und strukturelle Defekte zu erfassen.
- Wirbelsäulen-Röntgen (Spondylose): Bei der Spondylose bilden sich knöcherne Zubildungen an den Wirbelkörpern, die die Beweglichkeit einschränken. Durch offizielles Röntgen der Wirbelsäule vor der Zucht wählen Züchter Paarungspartner so aus, dass das Risiko für schwere Verläufe in der Nachzucht sinkt.
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Um dem 57 bis 63 Zentimeter großen Hund schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen, werden die Hüften der Elterntiere geröntgt und offiziell ausgewertet.
Darüber hinaus gibt es beim Deutschen Boxer weitere gesundheitliche Risiken, für die oft keine routinemäßigen Vorab-Tests existieren, die aber in der Zuchtlinie beobachtet werden müssen. Dazu zählen das Wobbler-Syndrom (Zervikale Spondylomyelopathie), Degenerative Myelopathie, Epilepsie, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und die durch den tiefen Brustkorb begünstigte Magendrehung. Da das Herz beim Boxer eine Daueraufgabe bleibt, plane von Anfang an ein festes Budget für regelmäßige kardiologische Checks deines erwachsenen Hundes ein.