Gammel Dansk Hønsehunde gelten als robuste Hunde mit einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren, bringen jedoch durch die begrenzte Zuchtbasis spezifische gesundheitliche Themen mit. Ein gesundheitsorientierter Züchter verpaart niemals blind, sondern stützt seine Zuchtentscheidungen auf fundierte tierärztliche Diagnostik. Im dänischen Ursprungsverein, dem Klubben for Gamle Danske Hønsehunde (DKK), sind zentrale Untersuchungen für Zuchttiere vorgeschrieben.
Gelenkuntersuchungen per Röntgen
Aufgrund seines kräftigen Körperbaus benötigt der Gammel Dansk Honsehund einen stabilen Bewegungsapparat. Seriöse Züchter lassen ihre Elterntiere offiziell auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) röntgen. Das Röntgenbild zeigt den Zustand der Gelenke der Elterntiere auf; durch die gezielte Auswahl von Hunden mit günstigen Befunden senkt der Züchter das Risiko für schmerzhafte Gelenkveränderungen beim Nachwuchs deutlich. Als Halter unterstützt du dies später durch eine gelenkschonende Aufzucht und ein gesundes Gewicht.
Augenheilkundliche Kontrollen
Bei der Rasse spielt die Progressive retinale Atrophie (generalisierte Form) eine Rolle – eine fortschreitende Erkrankung der Netzhaut. Zuchttiere werden hierfür klinisch von spezialisierten Fachtierärzten für Augenheilkunde untersucht. Im Rahmen dieser Augenuntersuchungen achten verantwortungsvolle Züchter zudem auf Lidstellungsfehler wie Ektropium (auswärts gerolltes Augenlid) und Entropium (einwärts gerolltes Augenlid), da auch diese zu den rassetypischen Themen gehören. Regelmäßige Augenkontrollen vor dem Zuchteinsatz senken das Risiko, dass solche Anlagen in den Linien unbemerkt weitergegeben werden.
Neurologische und muskuläre Themen
Zu den weiteren rassetypischen Gesundheitsthemen gehören die Epilepsie sowie das Kongenitale myasthene Syndrom (COLQ-assoziiert), eine erbliche Störung der Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Für das COLQ-assoziierte myasthene Syndrom ist bei dieser Rasse die zugrundeliegende Mutation bekannt: Ein DNA-Test zeigt, ob ein Zuchthund frei oder Anlageträger ist. Verpaart der Züchter einen Anlageträger ausschließlich mit einem getesteten, freien Partner, erbt kein Welpe die getestete Mutation von beiden Eltern; das Risiko für diese eine Erkrankung sinkt deutlich. Bei Epilepsie gibt es keinen Gentest – hier ist eine lückenlose Ahnenforschung gefragt, um belastete Linien zu meiden.