Verlasse dich beim Welpenkauf niemals auf die pauschale Aussage, die Elterntiere seien „tierärztlich untersucht“. Allgemeine Check-ups reichen für eine durchdachte Zucht nicht aus. Achte stattdessen auf spezifische, für den Mittelspitz relevante Fachuntersuchungen und lass dir die schriftlichen Befunde der Elterntiere vorlegen:
- Untersuchung auf Patellaluxation (PL): Das Herausspringen der Kniescheibe ist ein bekanntes Thema bei dieser Größenklasse. Im Verein für Deutsche Spitze e.V. ist die klinische Untersuchung auf Patellaluxation für Zuchttiere vorgeschrieben. Ein spezialisierter Tierarzt tastet dabei das Kniegelenk ab und teilt die Festigkeit der Kniescheibe in Grade ein. Werden nur Hunde mit einwandfreien Befunden verpaart, senkt dies das Risiko für die Nachkommen deutlich.
- Röntgen auf Hüftgelenksdysplasie (HD): Obwohl der Mittelspitz zu den mittelgroßen bis kleineren Rassen zählt, kommt Hüftgelenksdysplasie als weiteres rassetypisches Gesundheitsthema vor. Engagierte Züchter lassen die Hüften ihrer Zuchthunde offiziell röntgen und auswerten, um Fehlentwicklungen des Gelenks frühzeitig zu erkennen und betroffene Tiere nicht zur Zucht einzusetzen.
- Klinische Augenuntersuchungen und Linienkontrolle: Um erbliche Augenerkrankungen frühzeitig zu erfassen, lassen verantwortungsvolle Züchter die Augen der Elterntiere vor dem Zuchteinsatz von Fachtierärzten für Augenheilkunde untersuchen. Da beim Mittelspitz vereinzelt auch Hautthemen auftreten können, für die es keinen simplen Vorab-Test gibt, achten gute Züchter hier penibel auf unbelastete Zuchtlinien.
Merkmale einer vorbildlichen Mittelspitz-Aufzucht
Ein seriöser Mittelspitz Züchter integriert seine Hunde vollständig in das Familienleben. Da der Mittelspitz rassetypisch sehr aufmerksam und wachsam ist, benötigt er in den ersten Lebenswochen eine fundierte Sozialisierung. Die Welpen sollten im Haus und Garten aufwachsen, Alltagsgeräusche, verschiedene Untergründe sowie fremde Menschen kennenlernen. So entwickelt sich ihre natürliche Wachsamkeit in geordnete Bahnen, ohne in Kläfferei umzuschlagen. Zudem berät dich ein kompetenter Züchter ausführlich zur gelenkschonenden Aufzucht im ersten Lebensjahr und zur korrekten Pflege des dichten, stehenden Doppelschichtfells – inklusive des wichtigen Hinweises, dass ein Spitz niemals geschoren werden darf, um die Haarstruktur und die Haut nicht dauerhaft zu schädigen.