Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Yorkshire Terrier 1 Pflichtuntersuchung laut 1. Deutscher Yorkshire-Terrier-Club e.V. und 10 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Beim Yorkshire Terrier bestehen rassetypische Risiken für schwere Erkrankungen wie den Portosystemischen Shunt (hepatische Enzephalopathie), Trachealkollaps (TC) sowie Augenprobleme wie Progressive retinale Atrophie und Katarakt. Der 1. Deutscher Yorkshire-Terrier-Club e.V. schreibt für die Zucht die Patellaluxation (PL) mit dem Grenzwert PL 0–1 sowie eine Zahn- und Bissbewertung verpflichtend vor. Ein gesundheitsorientierter Züchter geht jedoch über diese Mindestanforderungen hinaus und testet zusätzlich auf weitere Risiken. Lass dir vor dem Welpenkauf die Zuchtzulassung mit den PL-Befunden vorlegen und frage nach zusätzlichen Nachweisen, etwa einem unauffälligen Befund auf Portosystemischen Shunt (hepatische Enzephalopathie) oder dem Nachweis, dass Elterntiere frei von Progressive retinale Atrophie sind (oder Träger nur mit freien Partnern verpaart wurden).
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Für die Rasse Yorkshire Terrier schreibt 1. Deutscher Yorkshire-Terrier-Club e.V. 1 Untersuchung für die Zuchtzulassung vor, dazu kommen 10 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 10 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Trachealkollaps(TC)
Atmung
Ein Trachealkollaps ist eine fortschreitende Erkrankung der Atemwege, bei der die Knorpelringe der Luftröhre ihre Stabilität verlieren. Dadurch fällt die Luftröhre in sich zusammen, was den Luftstrom zur Lunge behindert. Dies führt dazu, dass der Hund schlechter Luft bekommt und chronisch hustet.
Röntgen
Katarakt(HC)
Augen
Der Graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich die Linse im Laufe der Zeit trübt. Diese Trübung verhindert, dass das Licht richtig auf die Netzhaut fällt, was die Sehfähigkeit stark einschränkt. Ohne Behandlung führt dieser Prozess in der Regel zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Keratokonjunktivitis sicca (KCS)(KCS)
Augen
Keratokonjunktivitis sicca (KCS), oft einfach als Trockenes Auge bezeichnet, ist eine chronische Erkrankung der Augen. Dabei produzieren die Tränendrüsen nicht genügend Tränenflüssigkeit, um die Augenoberfläche feucht zu halten. Ohne diesen schützenden Flüssigkeitsfilm kommt es zu einer schmerzhaften Austrocknung und Entzündung der Hornhaut und der Bindehaut.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Progressive retinale Atrophie(PRA)
Augen
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Auges, bei der die Netzhaut (Retina) langsam ihre Funktion verliert. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges schrittweise ab. Da diese Zellen für das Sehen verantwortlich sind, führt der fortschreitende Abbau letztlich zur vollständigen Erblindung des Hundes.
Bestanden: frei oder Träger
Legg-Calvé-Perthes-Krankheit(LCPD)
Bewegungsapparat
Die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit ist eine schwere Erkrankung des Hüftgelenks, die vor allem kleine Hunderassen betrifft. Durch eine lokale Durchblutungsstörung stirbt der Kopf des Oberschenkelknochens allmählich ab und verformt sich. Ohne ausreichende Blutversorgung bricht die Knochenstruktur in sich zusammen, was zu einer schmerzhaften Gelenkentzündung führt.
Röntgen
Persistierender Ductus arteriosus (PDA)(PDA)
Herz
Der persistierende Ductus arteriosus (PDA) ist ein angeborener Herzfehler, bei dem sich eine wichtige Blutgefäßverbindung zwischen der Hauptschlagader und der Lungenschlagader nach der Geburt nicht schließt. Diese Verbindung ist vor der Geburt notwendig, muss sich aber danach von selbst verschließen, damit das Blut richtig fließt. Bleibt sie offen, wird das Herz durch den fehlerhaften Blutfluss dauerhaft überlastet.
Ultraschall · Bestanden: unauffällig
Hydrozephalus (Wasserkopf)
Nervensystem
Hydrocephalus, auch als Wasserkopf bekannt, ist eine Erkrankung des Gehirns und des Nervensystems. Dabei sammelt sich zu viel Gehirnflüssigkeit, der sogenannte Liquor, in den inneren Kammern des Gehirns an, weil der natürliche Abfluss gestört ist. Diese Flüssigkeitsansammlung übt einen gefährlichen Druck auf das umliegende Nervengewebe aus und kann dieses dauerhaft schädigen.
Röntgen
Urolithiasis (Harnsteine)
Nieren
Urolithiasis beschreibt die Bildung von Harnsteinen im Harntrakt, insbesondere in der Blase oder den Harnleitern. Diese Steine entstehen, wenn sich im Urin gelöste Mineralien als Kristalle absetzen und verklumpen. Sie können die Schleimhäute reizen oder den Harnfluss blockieren.
Bestanden: frei
Hyperadrenokortizismus (Cushing-Syndrom)(HAC)
Stoffwechsel
Das Cushing-Syndrom ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Nebennieren dauerhaft zu viel des Stresshormons Cortisol produzieren. Dieses Hormon steuert wichtige Körperfunktionen, doch ein dauerhafter Überschuss stört den gesamten Stoffwechsel und schwächt das Immunsystem des Hundes. Die Ursache liegt meist in einer Fehlsteuerung der Hirnanhangdrüse oder direkt in den Nebennieren.
Körperflüssigkeiten · Bestanden: frei
Portosystemischer Shunt (hepatische Enzephalopathie)(PSS)
Stoffwechsel
Bei dieser Erkrankung kann die Leber Giftstoffe im Blut nicht richtig filtern, weil das Blut über eine Fehlbildung der Gefäße an der Leber vorbeigeleitet wird. Dadurch gelangen giftige Stoffwechselprodukte direkt in den Kreislauf und schädigen das Gehirn. Diese Störung des Nervensystems wird als hepatische Enzephalopathie bezeichnet.
Bestanden: unauffällig
Keine Gesundheitstests, aber Pflicht für die Zucht: Diese Befunde verlangt der Verband zusätzlich. In Risiken und Bewertung fließen sie nicht ein.
DNA-Identitätsnachweis
Vorgeschrieben von 1. Deutscher Yorkshire-Terrier-Club e.V.
Akzeptables Ergebnis: DNA-Profil erstellt und in der Genotypen-Datenbank hinterlegt
Zahn- und Bissbewertung
Vorgeschrieben von 1. Deutscher Yorkshire-Terrier-Club e.V.
Akzeptables Ergebnis: Kein Vorbiss, Rückbiss oder Kreuzbiss; kein erheblicher Zahnverlust (Fehlen von Canini, P4/Oberkiefer, M1/Unterkiefer oder mehr als zwei anderen Zähnen; mindestens 5 Schneidezähne)
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Patellaluxation
Beide Elterntiere müssen PL 0–1 oder besser sein.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Als besonders relevant gelten bei der Rasse Yorkshire Terrier aktuell diese Erbkrankheiten: Patellaluxation (PL). Wie stark das Risiko für einen Welpen ist, hängt vor allem davon ab, ob beide Elterntiere auf diese Erkrankungen getestet wurden und ob die Ergebnisse innerhalb der rassetypischen Anforderungen liegen.
Selbsttest
Beantworte 6 kurze Fragen zu deinem Alltag und erfahre, wie gut die Rasse Yorkshire Terrier zu dir passt — inklusive einer ehrlichen Kostenschätzung pro Monat, pro Jahr und über das ganze Hundeleben.
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