Obwohl der Australian Kelpie als robuste Rasse gilt, gibt es spezifische gesundheitliche Schwachstellen. Zum empfohlenen Gesundheits-Standard der Rasse gehören für Zuchttiere Röntgenuntersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED). Diese Aufnahmen zeigen den Zustand der Gelenke der Elterntiere und senken durch gezielte Selektion das Risiko für Fehlbildungen beim Nachwuchs.
Darüber hinaus spielen beim Kelpie spezifische Augen-, Nerven- und Stoffwechselthemen eine wichtige Rolle. Ein gesundheitsorientierter Züchter nutzt vor der Verpaarung klinische Augenuntersuchungen sowie etablierte Gentests. Ein DNA-Test zeigt, ob ein Hund frei von einer bestimmten Mutation ist, als symptomloser Anlageträger fungiert oder selbst betroffen ist. Werden Anlageträger bei einfach rezessiv vererbten Erkrankungen ausschließlich mit freien Partnern verpaart, erbt kein Welpe die getestete Mutation von beiden Eltern. Achte besonders auf folgende rassetypische Themen:
- Augenerkrankungen: Sowohl für die Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) als auch für die Collie-Augenanomalie (CEA) existieren DNA-Tests, ergänzt durch klinische Augenuntersuchungen beim Fachtierarzt.
- Neurologische Erkrankungen: Die Zerebelläre Abiotrophie (ein Abbau von Kleinhirnzellen, der zu Bewegungsstörungen führt) und die Globoidzell-Leukodystrophie (Galaktozerebrosidose) sind schwere Erkrankungen des Nervensystems, die in der Zucht durch genetische Selektion und Linienkenntnis bekämpft werden.
- Verdauung: Die ACSL5-assoziierte Fettmalabsorption ist eine erbliche Störung der Fettverdauung, die bei Welpen zu starkem Durchfall und Wachstumsstörungen führt. Auch hier gibt ein gezielter Gentest Aufschluss über den Status der Elterntiere.