Ein erwachsener Berner Sennenhund aus dem Tierschutz trauert anfangs oft um seine vertraute Bezugsperson. Plane ein, dass er dich in den ersten Tagen entweder stark kontrolliert und dir auf Schritt und Tritt folgt oder sich verunsichert zurückzieht. Auch sein historisches Wachhund-Erbe zeigt sich mitunter, sobald er sich im neuen Zuhause sicher fühlt.
Gesundheit und rassetypische Risiken realistisch einschätzen
Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 6 bis 8 Jahren verdient die Gesundheit besondere Aufmerksamkeit. Berner Sennenhunde zeigen ein klares Muster: Gelenke sowie eine rassetypische Neigung zu aggressiven Tumorerkrankungen (wie Histiozytose) bleiben oft ein Leben lang Thema. Hinzu kommen Risiken wie Hüft- und Ellenbogendysplasie, Degenerative Myelopathie, Meningitis, Epilepsie, Familiäre Nephropathie, Aortenstenose, von-Willebrand-Krankheit oder generalisierte Progressive retinale Atrophie.
Während gesundheitsorientierte Züchter (etwa im Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V.) Hüften sowie Ellenbogen per Röntgen prüfen lassen und genomische Tests sowie die Lebensdaten der Ahnen nutzen, um das Risiko für Krebs und Nervenerkrankungen in der Linie konsequent zu reduzieren, ist die genetische Vorgeschichte im Tierheim oft unbekannt – insbesondere, wenn der Hund ursprünglich von unseriösen Vermehrern stammt. Achte bei einem adoptierten Hund daher konsequent auf ein gesundes Körpergewicht, gelenkschonende Bewegung und regelmäßige Tast-Kontrollen auf Knubbel im Rahmen tierärztlicher Vorsorgeuntersuchungen.