Im Tierheim begegnet dir meist ein freundlicher, menschenbezogener Hund, der unbedingt gefallen möchte (Trainierbarkeit 5 von 5) und sich gut mit Artgenossen versteht. Da er sich extrem eng an seine Bezugspersonen bindet, leidet er im Zwinger oft still unter dem Verlust seiner Familie. Gib ihm Zeit, Vertrauen aufzubauen, und rechne draußen von Anfang an mit einem ausgeprägten Jagdtrieb.
Gesundheitlich zählen Deutsch Kurzhaar zu den robusteren Rassen mit einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren; die meisten bleiben bis ins hohe Alter aktiv. Dennoch gibt es rassetypische Gesundheitsthemen, die du kennen solltest. In der seriösen Zucht (etwa nach Vorgaben des Deutsch-Kurzhaar-Verbands e.V. oder AKC/CHIC) setzen gesundheitsorientierte Züchter auf Röntgenuntersuchungen, um das Risiko für Hüftgelenksdysplasie (HD) und Osteochondritis dissecans (OCD) zu senken, sowie auf klinische Kontrollen bezüglich Zahnfehlbildungen, Kryptorchismus, Polydaktylie, Epilepsie und Augenproblemen wie Entropium, Ektropium oder Distichiasis. Zudem nutzen verantwortungsvolle Züchter etablierte Gentests für die CNGB3-assoziierte Achromatopsie (Tagblindheit) und die SLC13A1-assoziierte Chondrodysplasie, um zu erkennen, ob Elterntiere frei oder Anlageträger sind. Darüber hinaus können in der Rasse weitere Themen wie Katarakt, progressive retinale Atrophie (PRA), Nickhautdrüsenvorfall (Cherry Eye), Aortenstenose, die von-Willebrand-Krankheit, lupoide Dermatose oder das akrale Mutilationssyndrom auftreten.
Stammt ein Tierheimhund aus unklarer Herkunft oder von unseriösen Vermehrern, fehlen solche Vorsorgeuntersuchungen der Elterntiere oft. Achte bei deinem Schützling daher auf ein sauberes Gangbild, klare Augen und halte ihn konsequent schlank.