Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Deutscher Schäferhund 2 Pflichtuntersuchungen laut Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. und 13 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Hüft- und Ellenbogendysplasie bleiben trotz jahrzehntelanger Zuchtselektion die häufigsten orthopädischen Befunde der Rasse; die Degenerative Myelopathie ist beim Deutschen Schäferhund überdurchschnittlich verbreitet. Für die Zuchtzulassung im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. sind Röntgenuntersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie (HD) mit Grenzwert HD A–C, Ellenbogendysplasie (ED) mit ED 0–1 sowie eine Zahn- und Bissbewertung vorgeschrieben. Gesundheitsorientierte Züchter testen die Elterntiere zusätzlich auf Degenerative Myelopathie sowie Übergangswirbel (LTV). Lass Dir die offiziellen HD- und ED-Röntgenauswertungen und idealerweise auch zusätzliche DNA-Befunde zu weiteren Risiken wie Degenerative Myelopathie lückenlos vorlegen.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Für die Rasse Deutscher Schäferhund schreibt Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. 2 Untersuchungen für die Zuchtzulassung vor, dazu kommen 13 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 13 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Gaumenspalte
Andere
Eine Gaumenspalte, im Volksmund auch Wolfsrachen genannt, ist eine angeborene Fehlbildung des Schädels. Dabei schließt sich die Trennwand zwischen der Mund- und Nasenhöhle während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Es bleibt eine offene Verbindung bestehen, die das Atmungs- und Verdauungssystem beeinträchtigt.
Physische Untersuchung
Megaösophagus(ME)
Andere
Ein Megaösophagus ist eine krankhafte Erweiterung und Erschlaffung der Speiseröhre. Bei dieser Erkrankung des Verdauungstrakts können die Muskeln der Speiseröhre die Nahrung nicht mehr aktiv in den Magen transportieren. Dadurch staut sich das Futter in der Speiseröhre, anstatt verdaut zu werden.
Röntgen
Übergangswirbel(LTV)
Bewegungsapparat
Ein Übergangswirbel (auch als LSTV bezeichnet) ist eine angeborene anatomische Fehlbildung der Wirbelsäule, bei der ein Wirbel an der Grenze zweier Abschnitte Merkmale von beiden Bereichen vereint. Dies betrifft meist den Übergang von der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein und kann zu einer Fehlbelastung des Skeletts führen. Die Diagnose erfolgt häufig im Rahmen von standardmäßigen Röntgenuntersuchungen der Hüfte.
Röntgen · Bestanden: LÜW 0–1
Zervikale Spondylomyelopathie (Wobbler-Syndrom)(CVCM)
Bewegungsapparat
Diese Erkrankung, oft als Wobbler-Syndrom bezeichnet, ist eine chronische Quetschung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Sie entsteht durch verengte Wirbelknochen oder instabile Bandscheiben, die Druck auf das Nervensystem ausüben. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervensignalen gestört, was die Bewegungskontrolle des Hundes beeinträchtigt.
Röntgen
Lupus erythematodes (systemisch, kutan/diskoid)(SLE)
Haut und Fell
Lupus erythematodes ist eine schwere Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Gewebe des Hundes angreift. Bei der kutanen Form ist vor allem die Haut betroffen, während die systemische Form den gesamten Körper und Organe wie Nieren oder Gelenke schädigen kann. Eine Autoimmunerkrankung bedeutet, dass die körpereigene Abwehr gesunde Zellen nicht mehr von schädlichen Erregern unterscheiden kann.
Körperflüssigkeiten
Aortenstenose(AS)
Herz
Bei einer Aortenstenose ist die Hauptschlagaderklappe des Herzens verengt. Dadurch kann das Blut nicht mehr ungehindert aus der linken Herzkammer in den Körper gepumpt werden. Um diesen Widerstand zu überwinden, muss der Herzmuskel deutlich schwerer arbeiten, was langfristig zu einer krankhaften Verdickung des Herzmuskels führt.
Persistierender Ductus arteriosus (PDA)(PDA)
Herz
Der persistierende Ductus arteriosus (PDA) ist ein angeborener Herzfehler, bei dem sich eine wichtige Blutgefäßverbindung zwischen der Hauptschlagader und der Lungenschlagader nach der Geburt nicht schließt. Diese Verbindung ist vor der Geburt notwendig, muss sich aber danach von selbst verschließen, damit das Blut richtig fließt. Bleibt sie offen, wird das Herz durch den fehlerhaften Blutfluss dauerhaft überlastet.
Ultraschall
Degenerative Myelopathie(DM)
Nervensystem
Die Degenerative Myelopathie ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks bei Hunden. Dabei baut sich die schützende Hülle der Nervenfasern in der Wirbelsäule langsam ab, was die Signalübertragung zwischen dem Gehirn und den Muskeln stört. Da es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, verliert der Hund nach und nach die Kontrolle über seine Bewegungen.
DNA-Test
Epilepsie(IE)
Nervensystem
Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zu plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn, die die normale Informationsübertragung stören. Diese Fehlfunktion äußert sich in wiederkehrenden Krampfanfällen.
Physische Untersuchung
Noduläre Dermatofibrose und Nierenerkrankung(RCND)
Nieren
Dies ist eine schwere, erblich bedingte Erkrankung, die gleichzeitig die Haut und die Nieren betrifft. Dabei bilden sich feste Bindegewebsknoten unter der Haut (Dermatofibrose) sowie flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Zysten) und bösartige Tumoren in den Nieren. Das Nierengewebe wird dadurch im Laufe der Zeit fortschreitend zerstört.
Exokrine Pankreasinsuffizienz(EPI)
Stoffwechsel
Die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Bei dieser Störung produziert das Organ nicht mehr genügend Verdauungsenzyme, welche für die Aufspaltung der Nahrung im Darm notwendig sind. Ohne diese Enzyme kann der Körper des Hundes die Nährstoffe aus dem Futter nicht richtig aufnehmen und verwerten.
Körperflüssigkeiten
Hämophilie
Stoffwechsel
Hämophilie ist eine schwere, erblich bedingte Störung der Blutgerinnung, die das Herz-Kreislauf-System betrifft. Dem Körper fehlen dabei bestimmte Eiweißstoffe im Blut, die für das Verschließen von Wunden notwendig sind. Ohne diese sogenannten Gerinnungsfaktoren kann das Blut nach Verletzungen nicht normal stocken.
Körperflüssigkeiten
Hypophysenhormonmangel, LHX3-assoziiert(CPHD)
Stoffwechsel
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine angeborene Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die durch einen genetischen Fehler im LHX3-Gen verursacht wird. Die Hirnanhangdrüse ist ein wichtiges Steuerorgan im Gehirn, das für die Produktion verschiedener Hormone verantwortlich ist. Durch den Gendefekt fehlen dem Körper lebenswichtige Botenstoffe wie das Wachstumshormon, was die Entwicklung des Hundes schwer beeinträchtigt.
Bestanden: frei oder Träger
Keine Gesundheitstests, aber Pflicht für die Zucht: Diese Befunde verlangt der Verband zusätzlich. In Risiken und Bewertung fließen sie nicht ein.
DNA-Identitätsnachweis
Vorgeschrieben von Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Akzeptables Ergebnis: DNA-geprüft (DNA-Profil in Genotypen-Datenbank hinterlegt)
Wesensbeurteilung
Vorgeschrieben von Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Akzeptables Ergebnis: bestanden
Zahn- und Bissbewertung
Vorgeschrieben von Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Akzeptables Ergebnis: Kein Fehlen von P3 + weiterer Zahn, Fangzahn, P4, M1, M2 oder insgesamt 3 Zähnen; Kiefer: maximal 2 mm Überbiss, kein Vorbiss, kein Aufbeißen im gesamten Schneidezahnbereich
Hüft- und Ellenbogengelenke (Kontrollröntgen für Rüden)
Vorgeschrieben von Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Akzeptables Ergebnis: Keine zuchtausschließenden Befunde beim Kontrollröntgen
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Ellenbogendysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten das Ergebnis „ED 0–1“ erreichen. Tiere aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht eingesetzt werden.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Als besonders relevant gelten bei der Rasse Deutscher Schäferhund aktuell diese Erbkrankheiten: Ellenbogendysplasie (ED), Hüftgelenksdysplasie (HD). Wie stark das Risiko für einen Welpen ist, hängt vor allem davon ab, ob beide Elterntiere auf diese Erkrankungen getestet wurden und ob die Ergebnisse innerhalb der rassetypischen Anforderungen liegen.
Selbsttest
Beantworte 6 kurze Fragen zu deinem Alltag und erfahre, wie gut die Rasse Deutscher Schäferhund zu dir passt — inklusive einer ehrlichen Kostenschätzung pro Monat, pro Jahr und über das ganze Hundeleben.
Sieh dir Züchter an, die ihre Gesundheitsbefunde bereits zur Verifizierung hochgeladen haben.
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