Wenn du einem Entlebucher aus dem Tierschutz ein Zuhause gibst, bekommst du einen Hund mit Geschichte. Das bedeutet jedoch nicht, dass er ein „Problemhund“ ist. Im Gegenteil: Die Rasse glänzt mit einer herausragenden Trainierbarkeit (5 von 5) sowie einer enormen Kinder- und Familienfreundlichkeit. Da er eine extrem enge Bindung zu seinen Bezugspersonen aufbaut, trauert er im Tierheim oft stark. Gib ihm Zeit, Vertrauen zu fassen – hat er dich erst einmal als seinen neuen Menschen akzeptiert, zeigt er sich unerschütterlich loyal.
Gesundheitliche Aspekte im Blick behalten
Entlebucher Sennenhunde gelten bei guter Zucht als robuste Begleiter mit einer Lebenserwartung von 11 bis 13 Jahren, bringen aber rassetypische Risiken bei Gelenken, Augen und den Harnwegen mit. Zu den bekannten Themen gehören Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie, ein ektopischer Ureter (eine Fehlmündung der Harnleiter) sowie Augenprobleme wie Katarakt, generalisierte Progressive Retinaatrophie, prcd-PRA und Lidfehlstellungen (Ektropium oder Entropium). Während gesundheitsorientierte Züchter (etwa im Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland e.V.) das Risiko in ihren Linien durch Röntgenuntersuchungen der Gelenke, klinische Augenuntersuchungen, Ultraschall der Harnwege und den DNA-Test auf prcd-PRA gezielt senken, ist die Herkunft eines Tierheimhundes oft unbekannt. Stammt der Hund von unseriösen Vermehrern, fanden solche Voruntersuchungen der Elterntiere meist nicht statt.
Lass dir im Tierheim alle vorhandenen tierärztlichen Unterlagen zeigen. Meist sind Impfungen, Chip und eine klinische Eingangsuntersuchung abgedeckt, nicht aber spezielle Röntgen- oder Ultraschallbefunde. Achte im Alltag auf ein gesundes Gewicht zur Entlastung der Knochen und suche bei Auffälligkeiten der Augen oder beim Wasserlassen (wie ungewöhnlichem Harnträufeln) frühzeitig deinen Tierarzt auf.