Ein Eurasier im Tierheim leidet besonders unter dem Verlust seiner Familie. Rassetypisch begegnet er Fremden ohnehin reserviert und vorsichtig, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein. Erwarte beim ersten Treffen also keinen Hund, der dir sofort freudig in die Arme springt. Gib ihm Zeit, Vertrauen aufzubauen.
Auch der Blick auf die Gesundheit gehört zur Vorbereitung. Eurasier haben eine Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren und gelten als robust, bringen durch ihren kleinen Genpool aber rassetypische Risiken bei Gelenken, Augen und der Schilddrüse mit. Dazu zählen unter anderem:
- Hormonelle Themen: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), deren Untersuchung etwa im Eurasier-Klub e.V. Sitz Weinheim für die Zucht vorgeschrieben ist.
- Gelenke und Skelett: Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), Übergangswirbel sowie SLC13A1-assoziierte Chondrodysplasie.
- Augen: Katarakt, Distichiasis, Ektropium, Entropium, primäres Offenwinkelglaukom und progressive retinale Atrophie (PRA).
- Nervensystem: VLDLR-assoziierte zerebelläre Hypoplasie.
Während ein gesundheitsorientierter Züchter Hüften, Knie, Augen und Schilddrüse der Elterntiere klinisch und per Röntgen prüfen lässt sowie genetische Tests für Nervenerkrankungen wie die VLDLR-assoziierte zerebelläre Hypoplasie nutzt, um diese Risiken in der Linie zu senken, ist die genaue Herkunft im Tierheim oft unbekannt. Stammt der Hund ursprünglich von unseriösen Vermehrern, fehlen solche Vorsorgeuntersuchungen der Elterntiere komplett. Im Tierheim sind meist Impfungen, Chip und eine allgemeine Eingangsuntersuchung abgedeckt; lass dir die vorhandenen Unterlagen zeigen und plane zeitnah eigene Checks von Augen und Schilddrüse bei deinem Tierarzt ein.