Im Tierheim zeigt sich ein Frenchton anfangs oft verunsichert oder besonders anhänglich. Mit anderen Hunden ist er meist moderat verträglich – hier entscheidet die bisherige Sozialisierung. Da du bei einem Second-Hand-Hund die Elterntiere nicht kennst, spielt das Thema Gesundheit eine zentrale Rolle. Der Frenchton hat deutlich erhöhte Gesundheitsrisiken, vor allem bei Atmung, Wirbelsäule, Augen und Hitzeverträglichkeit, und erreicht eine Lebenserwartung von durchschnittlich 9 bis 11 Jahren.
Verantwortungsvolle Züchter lassen Atemwege, Wirbelsäule, Augen und Knie der Elterntiere vor einem Zuchteinsatz klinisch prüfen und meiden extrem kurzköpfige Hunde. Solche Untersuchungen und ein bewusster Zuchtansatz senken das Risiko für schwere Verläufe, können die grundsätzlichen Risiken dieser Kreuzung aber auch so nicht komplett ausschalten. Bei einem Tierheimhund mit unbekannter Herkunft musst du daher genau hinsehen:
- Atemwege und Hitzeverträglichkeit: Durch die verkürzte Schnauze tritt häufig das Brachyzephale Syndrom auf. Begrenze Anstrengung bei warmem Wetter strikt und verlege Spaziergänge im Sommer in die kühlen Morgen- und Abendstunden.
- Augen und Hautfalten: Vorstehende Augen begünstigen unter anderem einen Nickhautdrüsenvorfall (Cherry Eye), Lidfehlstellungen wie Ektropium oder Entropium sowie Katarakt, Linsenluxation und Retinadysplasie. Obwohl der allgemeine Pflegeaufwand und Haarausfall gering sind, brauchen die Gesichtsfalten regelmäßige Kontrolle und Reinigung, um einer Hautfaltendermatitis vorzubeugen.
- Bewegungsapparat und Organe: Achte auf den Rücken sowie auf die Kniegelenke wegen möglicher Patellaluxation und vermeide konsequent das Springen aus dem Auto oder vom Sofa. Auch Herzthemen wie die Mitralklappenendokardiose, Magen-Darm-Themen (Pylorusstenose) oder angeborene Besonderheiten wie Apfelkopf und Gaumenspalte kommen in der Rasse vor.