Der Jämthund gilt als sehr robuste und ursprüngliche Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 13 Jahren. Dennoch bringen diese aktiven Jagdhunde spezifische Themen bei den Gelenken und Augen mit. Ein gesundheitsorientierter Züchter verlässt sich nicht auf die natürliche Robustheit, sondern setzt auf gezielte Diagnostik vor dem Zuchteinsatz.
Pflichtuntersuchungen im Verein
Im zuständigen Rassezuchtverein, dem Deutschen Club für Nordische Hunde e.V. (DCNH), sind vor der Zuchtzulassung zwei zentrale Untersuchungen vorgeschrieben:
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Da Rüden bis zu 35 kg wiegen und der Jämthund enormen Bewegungsdrang hat, müssen die Hüftgelenke großen Belastungen standhalten. Offizielle Röntgenaufnahmen der Elterntiere zeigen den Zustand der Hüfte und senken durch gezielte Selektion das Risiko für HD bei den Nachkommen deutlich.
- Ophthalmologischer Augentest: Eine klinische Augenuntersuchung durch einen Fachtierarzt ist Pflicht, um erbliche Augenprobleme frühzeitig zu erkennen.
Empfohlener Gesundheits-Standard für die Augen
Über die Basisvorgaben hinaus lassen verantwortungsvolle Züchter die Elterntiere im Rahmen der ophthalmologischen Untersuchung gezielt auf konkrete Befunde prüfen, damit sie frei von Katarakt (Grauer Star), Linsenluxation (PLL) und der generalisierten Form der Progressiven retinalen Atrophie (PRA) belegt werden. Zum erweiterten empfohlenen Untersuchungsstandard bei der Rasse gehören zudem das Prüfen auf Liderkrankungen wie Distichiasis, Ektropium und Entropium sowie auf Hornhautdystrophie, Pektinatbanddysplasie, Persistierende Pupillarmembranen (PPM), PHTVL/PHPV, Retinadysplasie sowie Optikusnervhypoplasie und Mikropapille. Solche klinischen Untersuchungen sind immer eine Momentaufnahme: Sie senken das Risiko für erbliche Augenanomalien in der Linie erheblich, weshalb regelmäßige Kontrollen der Zuchthunde so wichtig sind. Lass dir die aktuellen Augenbefunde beider Elterntiere in Kopie zeigen.