Durch ihre extreme Menschenbezogenheit leiden Landseer im Tierheim oft still unter dem Verlust ihrer Bezugspersonen. Erwarte in den ersten Tagen einen Hund, der zunächst orientierungslos ist oder stark klammert. Sobald er Vertrauen fasst, zeigt sich jedoch meist schnell seine hohe Trainierbarkeit und sein freundliches, wachsames Wesen ohne Aggressivität.
Ein wichtiger Punkt bei der Adoption ist die Gesundheit. Bei Fundhunden oder Abgabetieren aus unklaren Quellen (wie unseriösen Vermehrern) ist die genetische Vorgeschichte oft unbekannt. Landseer bringen durch ihre enorme Größe rassetypische Themen mit, die vor allem Gelenke, das Herz und die Blutgerinnung betreffen. Ein gesundheitsorientierter Züchter im Deutschen Landseer Club (DLC) e.V. oder im Verein von Landseerfreunden und -züchtern in Deutschland e.V. (VLD) lässt Hüften (Hüftgelenksdysplasie), Ellenbogen (Ellenbogendysplasie), Schultern sowie das Herz der Elterntiere klinisch und per Röntgen prüfen, um das Risiko in der Linie zu senken. Zudem nutzen seriöse Züchter etablierte Gentests für Stoffwechsel-, Muskel-, Knorpel- und Nervenerkrankungen wie Cystinurie, Muskeldystrophie Duchenne, SLC13A1-assoziierte Chondrodysplasie und Degenerative Myelopathie sowie für Blutgerinnungsstörungen. Solche DNA-Tests zeigen, ob ein Elterntier frei, Anlageträger oder betroffen ist, sodass Züchter gezielt verpaaren können. Bei einem Landseer im Tierheim fehlen diese Befunde der Elterntiere häufig. Plane daher nach der Adoption einen gründlichen Check-up bei deinem Tierarzt ein, um Gelenke und Herz deines neuen Gefährten untersuchen zu lassen.