Verantwortungsvolle Züchter überlassen die Gesundheit ihrer Linien nicht dem Zufall, sondern nutzen moderne Diagnostik, um Risiken für Gelenke, Nerven, Augen und Herz gezielt zu senken. Im Deutschen Club für Leonberger Hunde e.V. (DCLH) sind spezifische Untersuchungen vor dem Zuchteinsatz vorgeschrieben. Lass dir vor der Kaufentscheidung immer die schriftlichen Originalbefunde beider Elterntiere zeigen.
Gelenke: Röntgen auf HD und ED
Durch das hohe Körpergewicht sind die Gelenke des Leonbergers stark belastet. Offizielle Röntgenuntersuchungen auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sind daher unverzichtbar. Diese Aufnahmen werden von unabhängigen Gutachtern ausgewertet und senken das Risiko erheblich, dass die Nachkommen unter schmerzhaften Gelenkfehlstellungen leiden. Als Käufer musst du dieses Fundament im Welpenalter durch eine angepasste Fütterung für ein langsames Wachstum und gelenkschonende Bewegung weiter unterstützen.
Neurologie: Gentests auf LPN und LEMP
Ein Schwerpunkt der Leonberger-Gesundheitsvorsorge liegt auf dem Nervensystem. Es existieren etablierte DNA-Tests für schwere vererbbare Nervenerkrankungen, die oft mit einer Larynxparalyse (Kehlkopflähmung) einhergehen. Vorgeschrieben sind Tests auf:
- Polyneuropathie 1 (LPN1) und Polyneuropathie 2 (LPN2)
- Larynxparalyse und Polyneuropathie (LPN3 / CNTNAP1-assoziiert)
- Leukoencephalomyelopathie (LEMP)
Diese Gentests zeigen zuverlässig, ob ein Hund frei von der jeweiligen Mutation, ein Anlageträger oder selbst betroffen ist. Da die verschiedenen Formen unterschiedlichen Erbgängen folgen (LPN2 wird beispielsweise dominant vererbt, während LPN1, LPN3 und LEMP rezessiv vererbt werden), planen gesundheitsorientierte Züchter ihre Verpaarungen exakt nach diesen DNA-Profilen, um das Risiko für neurologische Ausfälle in den Würfen drastisch zu reduzieren.
Augen, Herz und Schilddrüse
Ergänzend sind klinische Untersuchungen auf erbliche Augenanomalien Pflicht. Als weiterer wichtiger Gesundheitsstandard für die Rasse gilt die Blutuntersuchung auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Da große Rassen zudem ein Risiko für Herzerkrankungen tragen, befragst du den Züchter zusätzlich gezielt nach der Herzgesundheit und der Langlebigkeit in seinen Zuchtlinien.