Ein Mudi aus zweiter Hand bringt Lebenserfahrung mit. Viele dieser Hunde sind sensibel und binden sich eng an ihre Bezugspersonen, weshalb der Verlust des bisherigen Zuhauses sie anfangs verunsichern kann. Rechne damit, dass dein neuer Gefährte dich zunächst genau beobachtet, bevor er dir sein volles Vertrauen schenkt. Hast du sein Herz jedoch gewonnen, erhältst du einen extrem loyalen Partner mit einer Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren.
Auch gesundheitlich lohnt sich ein genauer Blick. Mudis gelten bei guter Zucht als insgesamt robuste Hunde, bringen aber rassetypisch Risiken für Gelenke, Knie, Augen und Nervenerkrankungen mit. Ein gesundheitsorientierter Züchter senkt diese Risiken gezielt: Er lässt die Elterntiere per Röntgen auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sowie klinisch auf Patellaluxation (Knie) untersuchen. Zudem werden die Augen fachärztlich auf Erkrankungen wie Katarakt, progressive retinale Atrophie (PRA), Linsenluxation, Glaukom oder Retinadysplasie kontrolliert und Linien mit Nervenerkrankungen oder Risiken wie der Collie-Augenanomalie (CEA) konsequent gemieden. Da beim Mudi auch die Fellfarbe Merle sowie angeborene Stummelruten (Brachyurie) vorkommen, setzen seriöse Züchter hier gezielte Gentests ein, um riskante Verpaarungen – die bei Merle zu Augen- und Gehörschäden führen können – zu vermeiden.
Bei einem Mudi aus dem Tierheim ist die genetische Herkunft oft unbekannt, oder der Hund stammt von unseriösen Vermehrern, die auf solche Untersuchungen verzichtet haben. Plane daher nach der Adoption eine gründliche Untersuchung beim Tierarzt ein, inklusive Augenkontrolle und Check des Bewegungsapparats – besonders dann, wenn du mit dem agilen Hund später sportlich aktiv werden möchtest.