Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schiefgeht.
Wir haben für die Rasse Shetland Sheepdog 8 Basis-Untersuchungen (davon 7 Pflicht laut Club für Britische Hütehunde e.V. (CfBrH)) und 10 zusätzlich empfohlene Tests zusammengetragen — aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA, gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Verifizierte Züchter anzeigenWas die Note bedeutet
Beim Shetland Sheepdog bestehen rassetypische Risiken für Augenerkrankungen wie Collie-Augenanomalie (CEA) und Progressive retinale Atrophie sowie für den folgenschweren MDR1-Defekt (Arzneimittelüberempfindlichkeit) und Degenerative Myelopathie. Der Club für Britische Hütehunde e.V. (CfBrH) schreibt daher genetische Tests auf diese Erkrankungen, die Von-Willebrand-Erkrankung Typ III (VWD III) sowie einen ophthalmologischen Augentest und das Verbot von Merle-×-Merle-Verpaarungen für die Zuchtzulassung vor. Zuchttiere dürfen bei Erbkrankheiten wie CEA oder dem MDR1-Defekt Träger sein, sofern der Verpaarungspartner genetisch frei ist. Verantwortungsvolle Züchter testen zusätzlich auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Dermatomyositis (DMS). Lass dir vor dem Welpenkauf die lückenlosen DNA-Befunde beider Elterntiere und die tierärztliche Augenuntersuchung vorlegen.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universallösung. Der Basis-Standard für die Rasse Shetland Sheepdog umfasst 8 Untersuchungen, davon 7 laut Club für Britische Hütehunde e.V. (CfBrH) verpflichtend; dazu kommen 10 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut erfüllt Level Gut und lässt zusätzlich 10 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen durchführen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu Level Gut:
Kryptorchismus (Hodenhochstand)
Andere
Kryptorchismus ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Fortpflanzungsorgane bei männlichen Hunden. Dabei wandern einer oder beide Hoden während des Wachstums nicht wie normal in den Hodensack, sondern verbleiben im Bauchraum oder im Leistenkanal. Da die Hoden im Körperinneren einer zu hohen Temperatur ausgesetzt sind, können sie dort keine gesunden Samenzellen bilden.
Physische Untersuchung
Zyklische Hämatopoese (Grey-Collie-Syndrom)(GCS)
Andere
Diese erbliche Erkrankung betrifft das Knochenmark, welches für die Bildung von Blutzellen verantwortlich ist. Bei betroffenen Hunden fällt die Produktion der weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr wichtig sind, in regelmäßigen Abständen drastisch ab. Dadurch ist das Immunsystem des Hundes periodisch stark geschwächt und kann Krankheitserreger nicht ausreichend bekämpfen.
DNA-Test · Bestanden: frei oder Träger
Distichiasis
Augen
Distichiasis ist eine Erkrankung des Auges, bei der zusätzliche, feine Wimpern aus den Drüsen des Lidrandes wachsen. Diese Haare sind falsch ausgerichtet und reiben direkt auf der empfindlichen Hornhaut, der klaren äußeren Schicht des Auges. Durch diese ständige Reibung kann die Augenoberfläche gereizt oder beschädigt werden.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Hornhautdystrophie(CD)
Augen
Die Hornhautdystrophie ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich trübe Stoffe wie Fette oder Kalk in der Hornhaut ablagern. Die Hornhaut ist die klare, schützende äußere Schicht des Auges. Diese meist erblich bedingte Veränderung ist nicht entzündlich und betrifft in der Regel beide Augen.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Katarakt(HC)
Augen
Der Graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich die Linse im Laufe der Zeit trübt. Diese Trübung verhindert, dass das Licht richtig auf die Netzhaut fällt, was die Sehfähigkeit stark einschränkt. Ohne Behandlung führt dieser Prozess in der Regel zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges.
Augenuntersuchung · Bestanden: frei
Mikrophthalmie
Augen
Mikrophthalmie ist eine angeborene Fehlbildung der Augen, bei der ein oder beide Augäpfel abnormal klein entwickelt sind. Diese Entwicklungsstörung betrifft das visuelle System und tritt häufig zusammen mit anderen Augenproblemen wie einer Trübung der Linse (Katarakt) auf. Da die Augenstruktur nicht vollständig ausgebildet ist, kann die Sehfunktion des Auges stark beeinträchtigt sein.
Bestanden: frei
Hüftgelenksdysplasie(HD)
Bewegungsapparat
Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlbildung des Skelettsystems, bei der der Oberschenkelkopf nicht stabil in der Hüftpfanne sitzt. Durch diese Lockerheit reiben die Knochen im Gelenk aneinander und nutzen den schützenden Knorpel ab. Dies führt langfristig zu einer schmerzhaften Gelenkabnutzung, die als Arthrose bezeichnet wird.
Röntgen · Bestanden: HD A–C
Color Dilution Alopecia / Blue Dog Syndrom(CDA)
Haut und Fell
Die Farbverdünnungsalopezie (CDA) ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Haut und der Haarfollikel, die bei Hunden mit aufgehellten Fellfarben wie Blau oder Grau auftritt. Durch eine Fehlverteilung verklumpt der Farbstoff Melanin in den Haaren, wodurch diese brüchig werden und dauerhaft ausfallen. Die Haut verliert dadurch an Schutz und wird anfälliger für äußere Einflüsse.
Hauttest · Bestanden: frei oder Träger
Dermatomyositis(DMS)
Haut und Fell
Dermatomyositis ist eine erbliche Erkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die eigene Haut und die darunter liegende Muskulatur angreift. Diese Entzündung betrifft somit gleichzeitig das Hautsystem und den Bewegungsapparat des Hundes. Besonders häufig ist diese Fehlregulation bei Rassen wie Collies und Shetland Sheepdogs bekannt.
Hauttest · Bestanden: frei oder Träger
angeborene Taubheit(CHSD)
Nervensystem
Angeborene Taubheit ist ein von Geburt an bestehender Hörverlust, der durch das Absterben der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr verursacht wird. Dadurch können Schallwellen nicht mehr richtig verarbeitet und als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden. Diese Störung des Gehörs ist meist genetisch bedingt und tritt bei einigen Hunderassen gehäuft auf.
Physische Untersuchung · Bestanden: beidseitig hörend
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Tests des Basis-Standards und den zusätzlich empfohlenen, dazu Identitäts- und Aufzuchtfragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Fellfarbe, Merle
Polygenisch — beide Elterntiere sollten das Ergebnis „keine Merle-×-Merle-Verpaarung“ erreichen. Tiere aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht eingesetzt werden.
Wir übernehmen die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen, ergänzen den empfohlenen Gesundheits-Standard aus veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und gleichen jeden hochgeladenen Befund per KI mit dem Hundeprofil ab.
L1 = Basis-Standard: die Pflichttests des Zuchtvereins, wo seine Zuchtordnung sie festlegt, sonst der empfohlene Gesundheits-Standard der Rasse. L2 = zusätzlich empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und auf Datum, Ergebnis und Konsistenz mit dem Hundeprofil geprüft — bei Unstimmigkeiten zusätzlich durch unser Team.
Nicht durchgängig. Bei der Rasse Shetland Sheepdog können aber diese Merkmale eine Rolle spielen: Merle & Doppelmerle. Je nach Linie, Farbe oder Verpaarung ist das ein Qualzucht-Risiko – worauf du achten solltest, erklären wir auf den verlinkten Seiten zu den Qualzucht-Merkmalen.
Selbsttest
Beantworte 6 kurze Fragen zu deinem Alltag und erfahre, wie gut die Rasse Shetland Sheepdog zu dir passt — inklusive einer ehrlichen Kostenschätzung pro Monat, pro Jahr und über das ganze Hundeleben.
Sieh dir Züchter an, die ihre Gesundheitsbefunde bereits zur Verifizierung hochgeladen haben.
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