Entscheidest du dich für einen erwachsenen Rüden (mit 60 bis 65 cm Schulterhöhe und 25 bis 35 kg Gewicht) oder eine Hündin aus dem Tierschutz, bekommst du ein Überraschungspaket mit großem Potenzial. Da der Berger de Picardie extrem menschenbezogen und treu ist, leidet er im Tierheim oft stark unter dem Verlust seiner Bezugspersonen. Erwarte anfangs einen Hund, der dich genau beobachtet und erst Vertrauen fassen muss, bevor er seine Kinder- und Familienfreundlichkeit voll entfaltet.
Gesundheitliche Aspekte beim Second-Hand-Picard
Mit einer Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren gilt der Berger de Picardie als grundsätzlich robuster Hund, bringt aber rassetypisch einige Themen bei Hüften und Augen mit. Zu den bekannten Risiken zählen die Hüftgelenksdysplasie (HD) sowie Augenerkrankungen wie die genetische Progressive Retinale Atrophie (PRA) und Retinadysplasie. Auch Epilepsie, primäre Schilddrüsenunterfunktion, angeborene Herzfehler, Zahnfehlbildungen oder bei Rüden Kryptorchismus (Hodenhochstand) kommen in der Rasse vor.
Gesundheitsorientierte Züchter, etwa im Club für Französische Hirtenhunde e.V., lassen die Hüften per Röntgen, das Gebiss und die Augen der Elterntiere klinisch untersuchen, um das Risiko für den Nachwuchs zu senken. Bei einem Tierheimhund (oder einem Tier, das ursprünglich von unseriösen Vermehrern ohne Voruntersuchungen stammt) kennst du die Befunde der Eltern meist nicht. Lass dir daher alle tierärztlichen Unterlagen des Tierheims zeigen. Plane nach der Adoption regelmäßige Augenkontrollen beim Fachtierarzt ein und achte konsequent auf ein gesundes Gewicht sowie gelenkschonende Bewegung.