Dalmatiner bringen rassetypisch einige gesundheitliche Baustellen mit, die du vor dem Kauf genau kennen musst – insbesondere bei Gehör, Harnwegen und Hüften. Ein gesundheitsorientierter Züchter (beispielsweise im Deutschen Dalmatiner-Club von 1920 e.V., der Untersuchungen auf Taubheit und Hüftgelenksdysplasie vorschreibt) setzt gezielte Diagnostik ein, um diese Risiken zu senken:
- Taubheit: Da die weiße Grundfarbe genetisch mit dem Risiko für ein- oder beidseitige Taubheit gekoppelt ist, lassen seriöse Züchter das Gehör von Elterntieren und allen Welpen vor der Abgabe tierärztlich mittels einer speziellen Hörprüfung (AEP/BAER-Test) untersuchen. Dieser Test zeigt verlässlich, ob der Welpe auf beiden Ohren hört.
- Harnsäurestoffwechsel (Hyperuricosurie und Urolithiasis): Dalmatiner verfügen über eine Besonderheit im Stoffwechsel, die zu einem erhöhten Harnsäurespiegel und in der Folge zu schmerzhaften Harnsteinen (Urolithiasis) führen kann. Ein Gentest auf Hyperuricosurie zeigt den Status der Elterntiere, um den Stoffwechsel in der Zucht gezielt zu berücksichtigen. Im Alltag managst du das Risiko für Harnsteine aktiv durch eine speziell angepasste, purinarme Ernährung und viel frisches Wasser.
- Hüftgelenksdysplasie (HD) und Kryptorchismus: Röntgenuntersuchungen der Elterntiere senken das Risiko für HD bei den Nachkommen. Eine gelenkschonende Aufzucht im ersten Lebensjahr schützt die Hüften zusätzlich. Bei Rüden wird zudem zuchthygienisch auf Kryptorchismus (Hodenhochstand) geachtet.
Darüber hinaus gibt es weitere rassetypische Gesundheitsthemen, für die teilweise keine routinemäßigen Gentests existieren oder die klinisch erfasst werden. Dazu zählen Augenerkrankungen wie Katarakt, Primäres Offenwinkelglaukom, Pannus (chronische superfizielle Keratitis) und Progressive retinale Atrophie (generalisierte Form) sowie neurologische und internistische Themen wie Degenerative Myelopathie, Larynxparalyse (Kehlkopflähmung), Periphere Neuropathie, Globoidzell-Leukodystrophie und das Akute Atemnot Syndrom beim Dalmatiner. Frage den Züchter gezielt, ob solche Fälle in seinen Zuchtlinien bekannt sind.