Wir empfehlen dir, deine Lebensumstände vor der Anschaffung nüchtern zu prüfen. Mit einer Stadttauglichkeit von 1/5 gehört der Tibet Mastiff nicht in eine Etagenwohnung oder in ein dicht besiedeltes Mietshaus. Er braucht ein sicher und hoch eingezäuntes Grundstück im ländlichen Raum, auf dem er seiner Bestimmung als Wächter nachgehen darf, ohne dass Nachbarn sich durch sein tiefes Bellen gestört fühlen.
Seine Trainierbarkeit liegt bei niedrigen 2/5. Das liegt nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an seiner enormen Eigenständigkeit: Im tibetischen Hochland musste der Do Khyi nachts eigene Entscheidungen treffen. Er hinterfragt Kommandos auf ihren Sinn und braucht Menschen mit souveräner Führungskraft, Geduld und Hundeerfahrung. In der Familie zeigt er sich loyal (Familienfreundlichkeit 3/5), ist aber wegen seiner Körpermasse und seines Schutztriebs für Haushalte mit sehr kleinen Kindern oder ständig wechselndem Kinderbesuch weniger geeignet (Kinderfreundlichkeit 2/5). Auch die Verträglichkeit mit fremden Hunden liegt im Mittelfeld (3/5), weshalb eine frühe, strukturierte Sozialisierung Pflicht ist.
Deine Checkliste für das erste Züchtergespräch
- Offizielle Röntgen- und Gelenkbefunde: Lass dir die schriftlichen Auswertungen der Elterntiere zu Hüftgelenksdysplasie (HD) und Patellaluxation zeigen und frage gezielt nach Röntgenbefunden zur Ellenbogendysplasie (ED) sowie nach bekannten Gelenkproblemen in der Linie.
- Aktuelle Augen- und Schilddrüsenwerte: Fordere die Protokolle der klinischen Augenuntersuchung (auf Linsenluxation und generalisierte PRA) sowie das Laborprofil zur Schilddrüsenfunktion (primäre Schilddrüsenunterfunktion) beider Elterntiere an.
- Gentests auf Nervenerkrankungen: Lass dir die Laborzertifikate zu rassetypischen neurologischen Gentests vorlegen, die belegen, welchen Trägerstatus die Elterntiere haben.
- Wesen der Mutterhündin beobachten: Eine Do-Khyi-Hündin darf Fremden gegenüber reserviert und wachsam sein, muss sich aber im Beisein des Züchters kontrollierbar, nervenstark und frei von panischer Scheu oder unkontrollierter Aggression zeigen.
- Aufzucht und Umweltprägung prüfen: Achte darauf, dass die Welpen nicht isoliert im Zwinger aufwachsen, sondern engen Familienanschluss haben und bereits Alltagsgeräusche, verschiedene Untergründe und fremde Menschen kennenlernen.
- Beratung zur Wachstumsphase: Ein guter Züchter gibt dir einen konkreten Ernährungsplan mit, der verhindert, dass der schwere Welpe im ersten Jahr zu schnell in die Höhe schießt.
Auf HonestDog geht ein Züchterprofil erst online, wenn der Züchter die Anmeldung durchlaufen hat: Identitätsprüfung per Ausweis und Selfie, gegebenenfalls Nachweis von Vereinsmitgliedschaft oder §11-Erlaubnis, ein Wissenstest zu Zucht und Tierschutz und die Zustimmung zu den HonestDog-Zuchtstandards, die unter anderem die Zucht mit Qualzuchtmerkmalen ausschließen. Gesundheitstests der Elterntiere, die Züchter hochladen, siehst du direkt im Profil; die Originalbefunde lässt du dir beim Besuch zeigen. Dein nächster Schritt: Vergleiche die Profile der Tibet Mastiff Züchter auf HonestDog, schau dir die hochgeladenen Gesundheitsnachweise an und frag direkt nach dem nächsten Wurf.