Seriöse English Setter Züchter finden: Worauf es bei der Rasse wirklich ankommt
Der English Setter vereint ein freundliches, sanftes und fröhliches Wesen mit der enormen körperlichen Belastbarkeit eines britischen Vorstehhundes. Ursprünglich dafür gezüchtet, Vögel im weiten Gelände zu suchen und das Wild durch flaches Hinlegen anzuzeigen, bringt er ein Höchstmaß an Energie, feine Sensibilität und eine hervorragende Trainierbarkeit mit. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Rasse deutliche Unterschiede zwischen Arbeitslinien, bei denen der Jagdtrieb gezielt verstärkt wurde, und ruhigeren Showlinien. Zudem trägt die Rasse spezifische genetische Risiken bei Gelenken, Augen, Schilddrüse und dem Gehör. Die Wahl eines kompetenten English Setter Züchters legt deshalb den Grundstein dafür, dass du einen wesensfesten und körperlich belastbaren Begleiter für die nächsten 11 bis 13 Jahre an deiner Seite hast.
Gesundheitsvorsorge beim English Setter: Welche Untersuchungen Pflicht sind
English Setter gelten im Grundsatz als sportliche Hunde, bringen jedoch rassetypische Gesundheitsthemen mit, die eine gezielte Zuchtselektion erfordern. Ein gesundheitsorientierter Züchter – etwa im Verein für Pointer und Setter e.V. – setzt auf medizinische Diagnostik bei den Elterntieren und Welpen, um das Risiko für den Nachwuchs zu minimieren. Lass dir vor der Kaufentscheidung folgende Nachweise im Original zeigen:
- Gelenke und Schilddrüse: Da Rüden eine Schulterhöhe von 65 bis 68 cm und ein Gewicht von 25 bis 36 kg erreichen, lastet im Laufsport viel Kraft auf dem Bewegungsapparat. Offizielle Röntgenbefunde zur Hüftgelenksdysplasie (HD) und Untersuchungen der Ellenbogen bei den Elterntieren senken das Risiko für schmerzhafte Gelenkprobleme im Alter. Ergänzend lassen verantwortungsvolle Züchter die Schilddrüsenwerte der Zuchttiere per Blutbild kontrollieren.
- Augenuntersuchungen und Gentests (PRA / rcd4): Die Progressive Retinaatrophie (PRA) führt zum Abbau der Netzhaut. Für die beim English Setter relevante Spätform Rod-cone Dysplasie 4 (rcd4) existiert ein spezifischer DNA-Test. Er zeigt eindeutig, ob ein Hund frei, Anlageträger oder betroffen ist. Seriöse Züchter verpaaren Anlageträger ausschließlich mit getesteten freien Partnern. Zusätzlich werden die Elterntiere klinisch durch Fachtierärzte auf generalisierte PRA-Formen sowie auf Lidstellungsfehler (Ektropium und Entropium) und das trockene Auge (Keratokonjunktivitis sicca, KCS) untersucht.
- Gehörtest (Audiometrie) bei den Welpen: Angeborene ein- oder beidseitige Taubheit ist ein bekanntes Risiko beim English Setter. Da man einem jungen Welpen im Rudel eine einseitige Taubheit im Alltag nicht anmerkt, lassen sorgfältige Züchter das Gehör aller Welpen vor der Abgabe per audiometrischem Test (AEP/BAER) elektronisch messen.
- Nervenerkrankungen und weitere Linienrisiken: Die Neuronale Ceroid Lipofuszinose (NCL) ist eine schwere neurodegenerative Erkrankung, auf die Zuchttiere getestet werden. Darüber hinaus existieren in der Rasse seltene Vorkommen von Atopischer Dermatitis, der Blutgerinnungsstörung Hämophilie sowie Bindegewebsschwächen (Kutane Asthenie / Ehlers-Danlos-Syndrom), für die eine genaue Kenntnis der Ahnenlinien entscheidend ist.
Merkmale eines seriösen English Setter Züchters
Ein erfahrener English Setter Züchter klärt dich offen darüber auf, ob seine Verpaarung aus einer leistungsorientierten Jagdlinie oder einer moderateren Linie stammt. Er prüft genau, ob dein Lebensstil zum hohen Bewegungsbedarf der Rasse passt – für das reine Stadtleben auf engem Raum eignet sich der laufstarke Vorstehhund kaum. Vor Ort erlebst du eine ausgeglichene, dem Menschen zugewandte Mutterhündin mit glänzendem, mittellangem und leicht gewelltem Fell. Die Welpen wachsen mit engem Familienanschluss auf, lernen Alltagsgeräusche kennen und werden nicht vor der vollendeten achten Lebenswoche abgegeben.
6 konkrete Fragen an den English Setter Züchter
Nutze das Erstgespräch und den Besuch vor Ort, um dem Züchter gezielt auf den Zahn zu fühlen. Diese sechs Fragen trennen Fachwissen schnell von oberflächlichen Versprechungen:
- „Stammen die Elterntiere aus einer jagdlichen Arbeitslinie oder einer Showlinie, und wie zeigt sich deren Jagdtrieb im Alltag?“
- „Können Sie mir die offiziellen HD- und Ellenbogen-Auswertungen sowie den aktuellen Schilddrüsenbefund beider Elterntiere vorlegen?“
- „Welchen Status haben die Eltern beim Gentest auf rcd4-PRA und auf Neuronale Ceroid Lipofuszinose (NCL)?“
- „Wann findet der audiometrische Gehörtest für den Wurf statt, und bekomme ich das Messprotokoll meines Welpen mit?“
- „Gab es in Ihren Zuchtlinien oder bei früheren Würfen Fälle von Atopischer Dermatitis, Lidproblemen (Ektropium/Entropium), KCS, Hämophilie oder Kutaner Asthenie?“
- „Wie gestalten Sie die Fütterung und Bewegung im ersten Lebensjahr, damit mein Hund gelenkschonend heranwächst?“
Warnsignale: So erkennst du unseriöse Vermehrer sofort
Plane für einen Welpen aus durchdachter Zucht einen Kaufpreis zwischen 1.500 und 2.500 Euro ein. Verlangt ein Anbieter deutlich weniger, spart er fast immer an der kostspieligen Gesundheitsvorsorge. Nimm sofort Abstand von dem Angebot, wenn eines der folgenden Warnsignale auftritt:
- Der Verkäufer behauptet pauschal, die Welpen hören gut, weil sie „auf Klatschen reagieren“, legt aber kein elektronisches Audiometrie-Protokoll vor.
- Schriftliche Befunde zu HD, PRA (rcd4) oder Schilddrüse fehlen oder werden mit der Aussage abgetan, die Elterntiere seien „vom Tierarzt durchgecheckt und kerngesund“.
- Der extrem hohe Auslaufbedarf des English Setters wird kleingeredet, um den Welpen schnell als unkomplizierten Sofahund zu verkaufen.
- Die Mutterhündin fehlt bei der Besichtigung, wirkt scheu oder die Welpen wachsen isoliert in Zwingeranlagen ohne Familienanschluss auf.
Auf HonestDog durchläuft jeder Züchter vor der Freischaltung eine Anmeldung: Identitätsprüfung per Ausweis und Selfie, gegebenenfalls Nachweis von Vereinsmitgliedschaft oder §11-Erlaubnis, ein Wissenstest zu Zucht und Tierschutz und die Zustimmung zu den HonestDog-Zuchtstandards – unter anderem keine Zucht mit Qualzuchtmerkmalen und keine Zuchthunde unter 18 Monaten. Ohne geprüfte §11-Erlaubnis kann ein Züchter dort höchstens zwei Zuchthündinnen eintragen, und Auffälligkeiten an einem Züchterprofil meldest du direkt über „Inhalt melden“. Lass dir beim Besuch die Originalbefunde der Elterntiere zeigen. Aktuelle Würfe findest du bei den English Setter Welpen auf HonestDog.




