Seriöse Shar Pei Züchter finden: Worauf du bei der Auswahl achten musst
Der aus China stammende Shar Pei fasziniert durch sein kurzes, hartes Fell ohne Unterwolle, das blau-schwarze Zungenpigment und seinen ruhigen, loyalen Charakter. Als ehemaliger Wach- und Jagdhund baut der 44 bis 51 Zentimeter große und 20 bis 30 Kilogramm schwere Molosser eine tiefe Bindung zu seiner Familie auf, zeigt sich Fremden gegenüber jedoch oft reserviert. Wer sich für diese eigenständige Rasse entscheidet, trägt bereits vor dem Kauf eine große Verantwortung: Die Wahl eines kompetenten Shar Pei Züchters legt den Grundstein für ein gesundes Hundeleben.
Warum die Züchterwahl beim Shar Pei besonders entscheidend ist
Durch seine besondere Anatomie bringt der Shar Pei spezifische rassetypische Risiken mit, die vor allem die Haut, die Augen, den Bewegungsapparat und das Immunsystem betreffen. Übermäßige Faltenbildung begünstigt nicht nur Hautentzündungen, sondern auch schmerzhafte Augenprobleme durch einrollende Augenlider. Zudem ist die Rasse für eine spezifische autoinflammatorische Erkrankung bekannt, die mit Fieberschüben und geschwollenen Gelenken einhergeht, sowie für das Brachyzephale Syndrom bei zu kurz gezüchteten Fangpartien. Ein gesundheitsorientierter Züchter wirkt diesen Risiken gezielt entgegen: Er selektiert konsequent auf einen gemäßigten, faltenärmeren Körperbau, eine freie Atmung und nutzt moderne Diagnostik, um die Wahrscheinlichkeit schwerer Erbkrankheiten in seinen Linien zu senken.
Wichtige Gesundheitstests und rassetypische Risiken beim Shar Pei
Verlasse dich bei der Welpensuche niemals auf pauschale Aussagen wie „tierärztlich untersucht“. Im 1. Deutschen Shar-Pei Club 1985 e.V. sind konkrete Untersuchungen vorgeschrieben, die dir als Maßstab für eine sorgfältige Zucht dienen. Lass dir vor der Kaufentscheidung die schriftlichen Befunde der Elterntiere für folgende Bereiche zeigen:
- Autoinflammatorische Erkrankung (SPAID): Ein Gentest gibt Aufschluss über die genetische Veranlagung für diese rassetypische Autoimmunerkrankung, die unter anderem Fieberschübe auslösen kann. Seriöse Züchter nutzen diese Ergebnisse für eine durchdachte Verpaarungsplanung, um das Erkrankungsrisiko für den Nachwuchs zu minimieren.
- Augenuntersuchungen (POAG, PLL und klinische Augenanomalien): Für das Primäre Offenwinkelglaukom (POAG) und die Primäre Linsenluxation (PLL) sowie für die Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) existieren DNA-Tests, die zeigen, ob ein Hund frei, Anlageträger oder betroffen ist. Ergänzend erfasst eine klinische Untersuchung durch einen Fachtierarzt für Augenheilkunde Probleme wie Katarakt oder anatomische Augenanomalien an den Lidern.
- Gelenkuntersuchungen (HD, ED und Patella): Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) werden per offiziellem Röntgenverfahren beurteilt. Auch eine Tastuntersuchung auf Patellaluxation ist sinnvoll, um das Risiko für Gelenkprobleme bei den Welpen zu senken.
Darüber hinaus treten beim Shar Pei weitere Gesundheitsthemen auf, für die es meist keine einfachen Gentests vorab gibt. Dazu zählen Hautprobleme wie Atopische Dermatitis und Demodikose (Haarbalgmilbenräude), die Familiäre Nephropathie (eine schwere Nierenerkrankung), Epilepsie, Megaösophagus sowie Gaumenspalten. Hier senkt nur die ehrliche Linienkenntnis des Züchters das Risiko.
Woran du einen guten Shar Pei Züchter erkennst – und Warnsignale
Ein seriöser Züchter züchtet mit Hunden, die im Erwachsenenalter nur noch moderat ausgeprägte Falten am Kopf und Widerrist zeigen, frei atmen und offene, klare Augen haben. Da der Shar Pei von Natur aus wachsam und gegenüber Fremden misstrauisch ist, legt eine gute Zuchtstätte größten Wert auf eine frühe, vielseitige Sozialisierung der Welpen im Familienanschluss. Plane für einen Welpen aus verantwortungsvoller Aufzucht einen Kaufpreis zwischen 1.500 und 2.500 Euro ein.
Nimm sofort Abstand von unseriösen Vermehrern. Klare Warnsignale sind Welpen, die extrem stark befaltet sind, sodass sie kaum aus den Augen schauen können, oder Elterntiere mit deutlichen Atemgeräuschen. Auch wenn der Verkäufer keine offiziellen Auswertungsbögen zu HD, ED, Augen und SPAID vorlegen kann, das Muttertier bei deinem Besuch fehlt oder extrem seltene Sonderfarben zu überhöhten Preisen angepriesen werden, solltest du dort keinen Hund kaufen.
6 konkrete Fragen an den Shar Pei Züchter
Nutze dein erstes Gespräch vor Ort, um dem Züchter gezielt auf den Zahn zu fühlen. Wir empfehlen dir folgende Fragen:
- „Können Sie mir die offiziellen Röntgenauswertungen für HD und ED sowie die Ergebnisse der Augenuntersuchungen beider Elterntiere zeigen?“
- „Wie ist der Status der Elterntiere beim Test auf die autoinflammatorische Erkrankung des Shar Pei, und gab es in den Linien Fälle von Familiärer Nephropathie (Nierenproblemen) oder unerklärlichen Fieberschüben?“
- „Mussten bei den Elterntieren oder früheren Würfen die Augenlider getackert oder operiert werden?“
- „Sind in Ihrer Zuchtlinie Hautprobleme wie Atopische Dermatitis, Demodikose oder chronische Ohrenentzündungen aufgetreten?“
- „Wie gewöhnen Sie die Welpen an fremde Menschen und Umweltreize, um ihr rassetypisches Misstrauen von Anfang an in ruhige Bahnen zu lenken?“
- „Worauf achten Sie bei der Verpaarung, um übermäßige Faltenbildung und Atemprobleme durch einen zu kurzen Fang zu vermeiden?“
Auf HonestDog durchläuft jeder Züchter vor der Freischaltung eine Anmeldung: Identitätsprüfung per Ausweis und Selfie, gegebenenfalls Nachweis von Vereinsmitgliedschaft oder §11-Erlaubnis, ein Wissenstest zu Zucht und Tierschutz und die Zustimmung zu den HonestDog-Zuchtstandards – unter anderem keine Zucht mit Qualzuchtmerkmalen und keine Zuchthunde unter 18 Monaten. Ohne geprüfte §11-Erlaubnis kann ein Züchter dort höchstens zwei Zuchthündinnen eintragen, und Auffälligkeiten an einem Züchterprofil meldest du direkt über „Inhalt melden“. Lass dir beim Besuch die Originalbefunde der Elterntiere zeigen. Aktuelle Würfe findest du bei den Shar Pei Welpen auf HonestDog.






