Wenn du einen Bullmastiff aus dem Tierheim aufnimmst, triffst du auf einen Hund mit einem moderaten Energielevel, der gemütliche Spaziergänge der Hektik vorzieht. Durch den Verlust seiner vertrauten Bezugspersonen reagiert ein solch familienbezogener Hund anfangs oft verunsichert oder zurückhaltend. Gib ihm Zeit, deine Führung anzunehmen.
Ein besonders wichtiger Punkt bei dieser Rasse ist die Gesundheit. Bullmastiffs bringen als schwere, kurzköpfige Hunde deutlich erhöhte Gesundheitsrisiken mit – vor allem bei Atmung, Gelenken, Herz und Augen. Beim Welpenkauf senken gesundheitsorientierte Züchter diese Risiken, indem sie Hüften und Ellenbogen röntgen lassen (wie es etwa der Club für Molosser e.V. für Hüft- und Ellenbogendysplasie vorschreibt), Herz, Augen sowie Schilddrüse klinisch prüfen und auf freiere Atemwege achten. Dennoch lassen sich die grundsätzlichen Risiken dieser Rasse auch durch sorgfältige Selektion nicht komplett ausschalten.
Im Tierschutz ist die genaue Herkunft oft unbekannt; manche Hunde stammen von unseriösen Vermehrern, die keinerlei Voruntersuchungen vorgenommen haben. Achte deshalb besonders auf folgende rassetypische Gesundheitsthemen:
- Gelenke und Wirbelsäule: Hüft- und Ellenbogendysplasie sowie die Zervikale Spondylomyelopathie (Wobbler-Syndrom) belasten den schweren Bewegungsapparat.
- Augen: Fehlstellungen der Augenlider (Ektropium / Entropium), Retinadysplasie und Multifokale Retinopathie 1 kommen in der Rasse vor.
- Neurologie und Stoffwechsel: Zerebelläre Abiotrophie, RNF170-assoziierte Neuroaxonale Dystrophie sowie Cystinurie gehören ebenfalls zu den bekannten Risiken.
Begrenze bei deinem Bullmastiff Hitze und körperliche Anstrengung strikt, um Kreislauf und Atemwege zu schonen, und achte auf ein gelenkschonendes Gewicht.