Ein Mastiff aus dem Tierschutz bringt eine eigene Vorgeschichte mit. Da die Rasse eine enge Bindung zu ihrer Familie aufbaut und Fremden gegenüber anfangs reserviert, aber nicht aggressiv begegnet, braucht der Hund Zeit, um im Tierheim und später bei dir Vertrauen zu fassen. Mit Kindern (5/5) und anderen Hunden (4/5) zeigt sich die Rasse im Grundwesen sehr verträglich, dennoch entscheidet hier immer die individuelle Sozialisierung deines Schützlings.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Gesundheit: Mastiffs haben aufgrund ihrer extremen Körpermasse deutlich erhöhte Gesundheitsrisiken – vor allem bei Gelenken, Herz, Atmung und Augen, was oft mit einer kurzen Lebenserwartung von 6 bis 10 Jahren einhergeht. Zu den rassetypischen Themen gehören Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), Herzerkrankungen wie die Pulmonalstenose, die Stoffwechselerkrankung Cystinurie sowie diverse Augenerkrankungen (Katarakt, Ektropium/Entropium, Expositionskeratopathie-Syndrom, Persistierende Pupillarmembranen, Retinadysplasie und generalisierte Progressive retinale Atrophie).
Gesundheitsorientierte Züchter lassen Hüften und Ellenbogen röntgen, das Herz per Ultraschall auf Pulmonalstenose prüfen sowie Augen und Stoffwechsel der Elterntiere klinisch untersuchen und achten auf freie Atemwege. Diese Untersuchungen senken das Risiko für schwere Erkrankungen bei den Nachkommen deutlich, können die grundsätzlichen Risiken dieser massiven Rasse aber nicht komplett ausschalten. Bei einem Mastiff im Tierheim ist die Herkunft oft unbekannt – stammt er beispielsweise von unseriösen Vermehrern, fanden solche Voruntersuchungen der Elterntiere meist nicht statt. Meist sind im Tierheim Impfungen, Chip und eine klinische Eingangsuntersuchung abgedeckt; lass dir die tierärztlichen Unterlagen vor der Adoption genau zeigen.