Du lebst in Brandenburg und hast einen Hund – oder überlegst, dir einen anzuschaffen? Bei Listenhunden in Brandenburg hat sich 2024 einiges geändert: Die frühere Rasseliste ist weg, die Regeln richten sich seither nach dem Verhalten des Hundes statt nach seiner Rasse.
Brandenburg hat seit dem 1. Juli 2024 keine Rasseliste mehr. Ein Hund gilt hier nur noch im Einzelfall als gefährlich, etwa nach einem Beißvorfall oder bei wiederholtem Droh- und Hetzverhalten, nicht mehr wegen seiner Rasse. Für alle Hunde gilt eine Anzeigepflicht und eine Kennzeichnung durch Mikrochip-Transponder. Dieser Ratgeber zeigt dir, was seit der Reform gilt und was die Hundesteuer in Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) kostet.
Listenhunde Brandenburg auf einen Blick
- Rasseliste: abgeschafft seit 1. Juli 2024, keine Rasse gilt automatisch als gefährlich
- Frühere Verordnung: fünf unwiderlegbar und 13 widerlegbar gefährliche Rassen, beide Listen sind gestrichen
- Gefährlich im Einzelfall: festgestellt durch die örtliche Ordnungsbehörde u. a. nach Beißvorfällen oder wiederholtem Droh- und Hetzverhalten
- Pflicht für alle Hunde: Anzeigepflicht, Mikrochip-Kennzeichnung ab acht Wochen, Registrierung beim Ordnungsamt
- Pflicht wenn gefährlich eingestuft: Haltungserlaubnis, Sachkundenachweis, Hundehaftpflichtversicherung, Wesenstest
- Hundesteuer-Beispiele: Potsdam 108 € (648 € gefährlich), Cottbus 72 € (270 € gefährlich)
Rechtsgrundlage
Neue Hundehalteverordnung Brandenburg vom 1. Juli 2024. Die wesentliche Reform: Brandenburg hat seine bisherige Rasseliste vollständig abgeschafft und ist seither rassenneutral.
Gefährliche Hunde
Keine Rasseliste mehr. Ein Hund gilt in Brandenburg seit Juli 2024 nur dann als gefährlich, wenn die örtliche Ordnungsbehörde im konkreten Einzelfall eine Gefährlichkeit feststellt. Dies erfolgt nicht ausschließlich nach einem Beißvorfall: Die Feststellung kann nach der Hundehalteverordnung auch getroffen werden, wenn ein Hund wiederholt Menschen drohend anspringt oder gefährdet, unkontrolliert Wild oder andere Tiere hetzt oder reißt oder auf gesteigerte Aggressivität abgerichtet wurde.
Was wegfiel: Die alte Verordnung kannte fünf unwiderlegbar gefährliche Rassen (mit Haltungsverbot) und 13 widerlegbar gefährliche Rassen. Beide Listen sind ersatzlos gestrichen. Mit der Streichung der Listen entfielen auch das Zuchtverbot für gelistete Rassen und das Haltungsverbot.
Was blieb: Die Erlaubnispflicht für nachweislich gefährliche Hunde (auf Einzelfallbasis), besondere Leinen- und Maulkorbpflichten für solche Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums, sowie die Sachkundeanforderungen.
Was Halter brauchen
Für alle Hunde in Brandenburg gilt seit dem 1. Juli 2024:
- Anzeigepflicht beim örtlichen Ordnungsamt
- Kennzeichnung durch Mikrochip-Transponder ab Alter von acht Wochen
- Registrierung beim zuständigen Ordnungsamt
Wird dein Hund im Einzelfall als gefährlich eingestuft, kommt hinzu:
- Haltungserlaubnis
- Sachkundenachweis
- Hundehaftpflichtversicherung
- Wesenstest
Versicherung
Nur für im Einzelfall als gefährlich eingestufte Hunde Pflicht. Keine allgemeine Pflicht für alle Hunde.
Alltagsregeln
- Landesweite Leinenpflicht für alle Hunde nach § 3 HundehV u. a. bei öffentlichen Versammlungen und Festen, in Fußgängerzonen, Einkaufszentren, Parks und Grünanlagen, Mehrfamilienhäusern (z. B. Flure und Zuwege) sowie im ÖPNV
- Generelle Maulkorbpflicht für alle Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in öffentlichen Verwaltungsgebäuden
- Gefährliche Hunde müssen außerhalb des ausbruchssicher eingezäunten Besitztums grundsätzlich an einer maximal zwei Meter langen Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen
- Pflicht zur Beseitigung von Hundekot
Hundesteuer-Beispiele
Beispiele für die jährliche Hundesteuer:
- Potsdam: 108 € für den ersten Hund, 648 € für einen gefährlichen Hund
- Cottbus: 72 € für den ersten Hund, 270 € für einen gefährlichen Hund
- Brandenburg an der Havel: 96 € für den ersten Hund, 480 € für einen gefährlichen Hund
- Frankfurt (Oder): 96 € für den ersten Hund, 384 € für einen gefährlichen Hund
Ansprechpartner
Deine Anlaufstellen: Örtliches Ordnungsamt · Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg.
Häufig gestellte Fragen zu Listenhunden in Brandenburg
Gibt es noch eine Rasseliste in Brandenburg?
Nein. Brandenburg hat seine Rasseliste zum 1. Juli 2024 vollständig abgeschafft. Vorher gab es fünf unwiderlegbar und 13 widerlegbar gefährliche Rassen, beide Listen sind ersatzlos gestrichen.
Wann gilt ein Hund in Brandenburg als gefährlich?
Nur im Einzelfall, wenn die örtliche Ordnungsbehörde eine Gefährlichkeit feststellt – etwa nach einem Beißvorfall, bei unkontrolliertem Hetzen von Wild oder Nutztieren oder bei wiederholtem drohendem Verhalten gegenüber Menschen.
Welche Pflichten gelten für alle Hunde in Brandenburg?
Anzeigepflicht beim örtlichen Ordnungsamt, Kennzeichnung durch Mikrochip-Transponder ab acht Wochen sowie die Einhaltung der landesweiten Leinen- und Maulkorbregeln (u. a. Maulkorbpflicht im ÖPNV). Eine Hundehaftpflichtversicherung ist nur für im Einzelfall gefährliche Hunde Pflicht.
Was kostet die Hundesteuer in Brandenburg?
Das ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich: In Potsdam zahlst du 108 € für den ersten Hund und 648 € für einen gefährlichen Hund, in Cottbus 72 € beziehungsweise 270 €.
Fazit
Seit der Abschaffung der Rasseliste in Brandenburg steht das tatsächliche Verhalten des Hundes im Mittelpunkt statt seiner Rassezugehörigkeit. Während Kennzeichnung und Anzeige nun jeden Halter betreffen, greifen strenge Auflagen wie Haltungserlaubnis und Wesenstest nur bei Hunden, deren Gefährlichkeit im Einzelfall amtlich festgestellt wurde. Dennoch gelten zentrale Pflichten wie die Anleinregeln an bestimmten öffentlichen Orten und die Maulkorbpflicht in Bus und Bahn ausnahmslos für alle Vierbeiner.
Du bist dir unsicher, welche lokalen Vorgaben in deiner Gemeinde gelten oder wie du deinen Vierbeiner korrekt anmeldest? Informiere dich jetzt bei deiner örtlichen Ordnungsbehörde oder lies unsere weiteren Ratgeber zur Hundehaltung in den Bundesländern.



