Planst du eine gelistete Rasse wie den Rottweiler in Hessen zu halten? Für Listenhunde in Hessen gelten strenge Auflagen.
Listenhunde Hessen auf einen Blick
- Die 9 gelisteten Rassen: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, American Bulldog, Dogo Argentino, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Rottweiler und deren Kreuzungen
- Nicht gelistet: Dobermann, Bullmastiff, Cane Corso, Deutscher Schäferhund. Jeder Hund kann nach Vorfällen aber individuell als gefährlich eingestuft werden.
- Keine Kategorien: Anders als Bayern unterscheidet Hessen nicht zwischen Kategorie 1 und 2
- Pflichten: Erlaubnis der Ordnungsbehörde, Sachkundenachweis, Haftpflicht, Leinen- und Maulkorbpflicht, Halter mindestens 18 Jahre
- Wesenstest: Eine positive Wesensprüfung ist Voraussetzung für die Erlaubnis (§ 3 HundeVO); mit erfolgreichem Nachweis entfällt nach § 9 Abs. 2 HundeVO die grundsätzliche Maulkorbpflicht
- Hundesteuer: Je nach Kommune sehr unterschiedlich – von einheitlichen Sätzen (z. B. 180 € in Wiesbaden) bis hin zu erhöhten Sätzen von 600 € bis 900 € für gefährliche Hunde
Rechtsgrundlage
Hessische Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) — keine Kategorienunterteilung.
Welche Rassen sind Listenhunde?
In Hessen gelten neun Rassen plus deren Kreuzungen als Listenhunde:
- Pitbull-Terrier / American Pitbull Terrier
- American Staffordshire Terrier / Staffordshire Terrier
- Staffordshire Bullterrier
- Bullterrier
- American Bulldog
- Dogo Argentino
- Kangal (Karabash)
- Kaukasischer Owtscharka
- Rottweiler
Zusätzlich kann die Behörde auch andere Rassen im Einzelfall als gefährlich einstufen.
Was Halter brauchen
- Genehmigungspflicht für Listenhunde
- Sachkundenachweis des Halters (kostet etwa 250 € insgesamt)
- Wesenstest (positive Wesensprüfung als gesetzliche Voraussetzung für die Haltungserlaubnis nach § 3 Abs. 1 HundeVO)
- Hundehaftpflichtversicherung
- Mindestalter Halter: 18 Jahre
- Halter muss körperlich und geistig in der Lage sein, den Hund sicher zu führen
Versicherung
Pflicht für Halter gefährlicher Hunde in Hessen.
Alltagsregeln
- Leinenführung außerhalb des eigenen Grundstücks (max. 2 Meter Leinenlänge)
- Maulkorbpflicht für gefährliche Hunde, bis durch eine positive Wesensprüfung nachgewiesen ist, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist (§ 9 Abs. 2 HundeVO)
- Nur Halter mit Sachkundenachweis und über 18 Jahre dürfen Listenhunde führen
- Mehrere Listenhunde müssen einzeln geführt werden
- Ausnahmen für Blindenhunde, Behindertenbegleithunde, Katastrophenschutzhunde, Rettungshunde
Hundesteuer-Beispiele
Erster Hund / gefährlicher Hund:
- Frankfurt am Main: 102 € / 900 € (Reduktion auf 225 € mit bestandener Begleithundeprüfung gemäß Hundesteuersatzung der Stadt Frankfurt am Main möglich)
- Wiesbaden: 180 € / 180 € (einheitlicher Steuersatz ohne gesonderte Kampfhundesteuer)
- Kassel: 90 € (kein gesonderter Steuersatz für gefährliche Hunde in der Satzung festgelegt)
- Darmstadt: 120 € / 600 €
Ansprechpartner & Quellen
Örtliche Ordnungsbehörde · Hessische Tierärztekammer · Hessisches Ministerium des Innern.
Rechtliche Primärquellen: Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO Hessen) sowie die jeweiligen kommunalen Satzungen wie die Hundesteuersatzung Frankfurt am Main und die Hundesteuersatzungen der Städte Wiesbaden, Kassel und Darmstadt.
Denkst du über einen Rottweiler nach? Im Rasseporträt erfährst du, worauf es bei Gesundheit und Züchterwahl ankommt.
Häufig gestellte Fragen zu Listenhunden in Hessen
Ist der Rottweiler in Hessen ein Listenhund?
Ja. Der Rottweiler ist eine der neun Rassen der hessischen HundeVO. Du brauchst eine Erlaubnis der Ordnungsbehörde, einen Sachkundenachweis, eine Haftpflichtversicherung und einen bestandenen Wesenstest zur Erlaubniserteilung. Mit der erfolgreich abgelegten Wesensprüfung entfällt nach § 9 Abs. 2 HundeVO die generelle Maulkorbpflicht, es gilt jedoch weiterhin die Anleinpflicht außerhalb eingefriedeter Grundstücke.
Ist der Kangal in Hessen ein Listenhund?
Ja. Hessen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen der Kangal (Karabash) gelistet ist. Es gelten dieselben Auflagen wie für die anderen acht Rassen.
Ist der Dobermann in Hessen ein Listenhund?
Nein. Der Dobermann steht nicht auf der hessischen Liste. Er kann nur im Einzelfall nach einem Vorfall als gefährlich eingestuft werden.
Ist der Bullmastiff in Hessen ein Listenhund?
Nein. Der Bullmastiff ist in Hessen nicht gelistet, anders als in Bayern und Baden-Württemberg.
Gilt der American Bully in Hessen als Listenhund?
Der American Bully steht nicht namentlich auf der Liste. Da er aus Pitbull und American Staffordshire Terrier hervorgegangen ist, kann die Ordnungsbehörde ihn aber als Kreuzung gelisteter Rassen einstufen. Kläre das vor dem Kauf mit deiner Behörde.
Was kostet ein Listenhund in Hessen an Steuern?
Die Steuersätze werden von den Kommunen geregelt und variieren stark: In Frankfurt am Main werden 900 € fällig (Ermäßigung auf 225 € mit Begleithundeprüfung möglich) und in Darmstadt 600 €. Wiesbaden erhebt hingegen einen einheitlichen Satz von 180 € pro Hund ohne Erhöhung für gefährliche Hunde, und in Kassel beträgt die Steuer für den Ersthund 90 € ohne gesonderten Listenhundesteuersatz.



